Eisprung auslösen: Wie kann ich eine Schwangerschaft fördern?

Rieke Heinze Medizinredakteurin

Wer schwanger werden will, sollte wissen, wann Eisprung und fruchtbare Tage stattfinden. Aber was passiert, wenn der Eisprung nicht eintritt? Kann der Eisprung gezielt ausgelöst werden?

Frau trägt Datum in Eisprungkalender ein
Wer schwanger werden will, der sollte den Zeitpunkt des Eisprungs kennen Foto:  iStock/Kwangmoozaa
Inhalt
  1. So funktioniert der weibliche Zyklus
  2. Was genau passiert beim Eisprung?
  3. Eisprung auslösen: Mit Clomifen den Eisprung auslösen
  4. Weitere Möglichkeiten, einen Eisprung auszulösen

Für Männer nicht ganz unberechtigt, ist der weibliche Zyklus aber auch oft für die Frauen unter uns ein kleines Rätsel. So wirklich weiß nicht jede, wann sie eigentlich fruchtbar ist und wann genau Zyklus und auch Eisprung anfangen.  

 

So funktioniert der weibliche Zyklus

Alles beginnt mit der Monatsblutung. Was viele oft für das Ende des weiblichen Zyklus halten, ist in Wirklichkeit der Zyklusanfang. Mit dem ersten Tag der Monatsblutung beginnt auch ein neuer Zyklus. Von einem regelmäßigen Zyklus wird gesprochen, wenn dieser zwischen 28 und 35 Tage andauert. Das Ende des Zyklus ist der letzte Tag vor der nächsten Blutung.

Der weibliche Zyklus lässt sich in zwei Phasen einteilen:

Erster Tag bis Eisprung: In dieser Phase reift die Eizelle heran. FSH, das follikelstimulierende Hormon, sorgt für den Reifungsprozess des Eis, während LH, das luteinisierende Hormon, den Eisprung selbst auslöst. Die Follikel, also die Eibläschen, in denen die Eizelle heranreift, produzieren Östrogen, welches für den Aufbau der Gebärmutterschleimhaut Sorge trägt.

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Eisprung bis Eintritt der Monatsblutung: In dieser Phase wird die Gebärmutter auf das Einnisten der Eizelle vorbereitet, d.h. dass das in dieser Phase des Zyklus produzierte Hormon Progesteron dafür sorgt, dass die Schleimhaut aufgelockert wird und ein weiches Nest für eine Eizelle bildet. Eine befruchtete Eizelle nistet sich ein, eine unbefruchtete nicht. In diesem Fall lösen sich die oberen Schichten der Schleimhaut ab und mit der Menstruationsblutung wird alles "hinausgeschwemmt". Im folgenden Zyklus baut sich die Schleimhaut wieder erneut auf.

 

Was genau passiert beim Eisprung?

In jedem Zyklus ist es die Aufgabe des FSH-Hormons diverse Eibläschen, sogenannte Primärfollikel, heranzureifen. Im Normal entsteht aus dieser Follikel-Gruppe aber nur ein sprungbereites Eibläschen, entstehen mehrere, sind Mehrlings-Schwangerschaften möglich. LH bewirkt die endgültige Reifung des Eibläschens und dieses platzt auf und die Eizelle wird freigesetzt. Sie wandert direkt in den Eileiter und kann nun von einer Spermie befruchtet werden. Zu diesem Zeitpunkt ist eine Frau fruchtbar.

Gut zu wissen: Auch wenn eine Eizelle nur innerhalb von 24 Stunden befruchtet werden kann – Spermien können bis zu fünf Tage im Inneren der Frau überleben. Je nachdem, ob ein Kinderwunsch besteht oder nicht, muss also bis zu circa fünf Tagen vor dem Eisprung besonders auf Verhütung oder das genaue Gegenteil geachtet werden.

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Eisprung auslösen: Mit Clomifen den Eisprung auslösen

Wenn es mit dem Schwanger werden einfach nicht klappt, dann sollte in jedem Fall ein Arzt aufgesucht werden. Neben durch Stress- und Hormonschwankungen bedingten Zyklusstörungen, kann auch eine gestörte Funktion der Eierstöcke Ursache für einen nicht eintretenden Eisprung sein.

Was ist eine gestörte Funktion der Eierstöcke?

  • Follikel bzw. Eibläschen werden nicht vollständig ausgereift
  • Nicht eintretender Eisprung
  • Gelbkörperphase
  • PCO-Syndrom (Polyzystisches Ovar-Syndrom)

Bei Clomifen handelt es sich um einen sogenannten Estrogenrezeptormodulator. Das Hormon wird in Tablettenform eingenommen und soll die Reifung einer Eizelle auslösen. Das Wirkprinzip beruht auf der Idee, dass dem Gehirn vorgetäuscht bzw. mitgeteilt wird, dass zu wenig Östrogen produziert wird. Als Reaktion wird das FSH-Hormon vermehrt ausgeschüttet, denn die Follikel, in denen die Eier heranreifen, produzieren das angeblich fehlende Östrogen. Als Nebeneffekt, aber eigentlicher Haupteffekt wird die Reifung einer Eizelle angestoßen.

Das Medikament wird ab dem zweiten Bis fünften Tag der Menstruationsblutung eingenommen, am zehntenTag wird schließlich der Gebärmutterhalsschleim getestet. Ein Ultraschall stellt fest, ob und wieviele Follikel heranreifen. Die Schleimhaut sollte mindestens eine Dicke von sechs Millimeter vorweisen; Follikel gelten als heranreifend, sobald sie einen Durchmesser von 14 Millimeter besitzen. Um das Risiko einer Mehrlingsschwangerschaft zu verhindern, wird die Therapie bei zwei heranreifenden Follikeln meist abgebrochen.

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Ist ein Follikel herangereift und weist einen Durchmesser von mindestens 18 Millimeter auf, kann ein Ovulationsauslöser gespritzt werden (HCG) oder aber das Paar muss in den folgenden sechs Tagen jeden zweiten Tag Geschlechtsverkehr ausüben. Im Falle einer Ovulationsauslösung muss der Geschlechtsverkehr an dem Tag erfolgen, an dem auch das HCG verabreicht wurde.

Bei einer Therapie mit Clomifen ist die Fehlgeburtsrate um 20 Prozent erhöht und auch das Risiko von Mehrlingsschwangerschaften steigt.

 

Weitere Möglichkeiten, einen Eisprung auszulösen

Es muss nicht sofort eine Hormon-Therapie sein, auch einfache Mittel können die Fruchtbarkeit steigern. Stress und Mangelerscheinungen können ebenfalls für das fehlende Auftreten einer Schwangerschaft verantwortlich sein.

  • Weniger Stress: Je gestresster der Körper ist, desto eher kann sich dies auf die Fruchtbarkeit auswirken. Übrigens: Die Entspannung sollte auch ins Schlafzimmer vordringen. Sex unter Druck führt nicht zum gewünschten Ergebnis.
  • Ausreichend Schlaf: im Schlaf regeneriert sich der Körper. Je gesünder der Körper, desto eher ist er für eine Schwangerschaft bereit.
  • Viel Bewegung, wenig Alkoholkonsum, kein Rauchen: die Grundregeln für jedes Paar, dass sich an der Nachwuchszeugung versucht.
  • Nährstoffversorgung: Jegliche Mangelerscheinung wirkt sich negativ auf die körperlichen Prozesse aus. Besonders wichtig, wenn es darum geht, schwanger zu werden? Folsäure.

Quellen:

Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung
Dr. med. Uwe Nabielek, Facharzt für Frauenheilkunde und Geburtshilfe

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