Heilpflanzenlexikon

Blauer Eisenhut - eine extrem giftige Heilpflanze

Redaktion PraxisVITA

Eisenhut ist eine der giftigsten Pflanzen Europas. Darum wird er nur in geringer Dosierung als Medizin eingesetzt. Er lindert Übelkeit, Erbrechen und Durchfall.

Alle Teile des Eisenhuts - von der Wurzel bis zur Blüte - sind extrem giftig
Alle Teile des Eisenhuts - von der Wurzel bis zur Blüte - sind extrem giftig© Fotolia
 

Blauer Eisenhut: Anwendung und Heilwirkung

Definition Blauer Eisenhut

Bezeichnung: Aconitum                    Familie: Hahnenfußgewächse Gattung: Eisenhut (Aconitum)

Der Blaue Eisenhut zählt zu den giftigsten Pflanzen Europas. Bei einer Vergiftung treten die Symptome fast augenblicklich auf und führen unbehandelt innerhalb weniger Stunden zum Tod. Eine Vergiftung mit Eisenhut macht sich durch prickelnde Lippen und eine taube Zunge bemerkbar. Weitere Anzeichen sind Übelkeit, Erbrechen und Durchfall.

Die toxische Wirkung des Blauen Eisenhuts ist auf die darin enthaltenen Diterpen-Alkaloide (hauptsächlich Aconitin) zurückzuführen. Es reicht schon, Blauen Eisenhut zu berühren, um Aconitin durch die Haut aufzunehmen. Eine Berührung führt jedoch nur zu einem leichten Ausschlag an der betroffenen Stelle.

Heilkundige aus der traditionellen chinesischen Medizin und aus dem Ayurveda setzen Eisenhut seit Langem ein. Auch in der Homöopathie findet er Anwendung. Die ehemalige Kommission D der Bundesregierung (zuständig für die Bewertung homöopathischer Arzneimittel) empfahl Blauen Eisenhut bei Entzündungen, chronischen Schmerzen und Angstzuständen.

 

Im Blauen Eisenhut enthaltene Wirkstoffe

Aconitin, Picroacontinin, Mesacontinin, Hypacontinin, Aconin, Napellin, Neopellin, Neolin

 

Botanik

Auch in vielen Gärten steht die Giftpflanze Eisenhut
Auch in vielen Gärten steht die Giftpflanze Eisenhut© Fotolia

Der Blaue Eisenhut wächst 50 bis 200 Zentimeter hoch und trägt zahlreiche, dicht stehende, dunkelgrüne Laubblätter. Die Blüten stehen dicht und verzweigen sich in einem traubigen Blütenstand. Der Blaue Eisenhut blüht in Mitteleuropa von Juni bis Oktober.

 

Verbreitung

Ursprünglich wächst der Blaue Eisenhut in den europäischen Gebirgen und den höheren Lagen der Mittelgebirge. Er bevorzugt feucht-kühle, nährstoffreiche Ton- und Lehmböden in der Nähe von Bächen. Da er eine beliebte Zierpflanze ist, wächst der Blaue Eisenhut heute auch außerhalb seines ursprünglichen Verbreitungsgebiets.

 

Andere Namen des Blauen Eisenhuts

Würgling, Ziegentod, Mönchskappe, Sturmhut, Gifthut

Wissenswertes über den Blauen Eisenhut

In der griechischen Mythologie heißt es, dass der Eisenhut am Hügel Akonitos in Pontos zum ersten Mal entspross – und zwar als Herakles den Höllenhund Kerberos aus der Unterwelt verschleppte. Dem Tier floss der Speichel aus dem Mund und an den Stellen, wo er zu Boden tropfte, wuchs der Eisenhut.

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