Einschlafprobleme - das steckt dahinter!

Redaktion PraxisVITA
Frau mit Einschlafproblemen
Wer das Karpaltunnelsyndrom hat, leidet besonders in der Nacht oft unter Kribbeln oder Schmerzen in der Hand, die zu Einschlafproblemen führen können © shutterstock

Ein gesunder Schlaf ist wichtig für den Körper und einen wachen Geist. Doch viele Menschen haben Durch- und Einschlafprobleme. Praxisvita erklärt, was Sie gegen die häufigsten Störenfriede tun können.

 

Einschlafprobleme durch brennende Finger

Die Ursache für brennende Finger kann das Karpaltunnelsyndrom sein. Dabei wird der sogenannte Medianusnerv unter dem Karpalband gequetscht. Möglicher Grund: Lagert sich hier nach einem Bruch oder durch die Hormonveränderung in den Wechseljahren mehr Flüssigkeit an, kann's eng werden. Das kann man tun: Nach drei Tagen sollte man zum Arzt gehen. Meist genügen schmerzstillende und abschwellende Medikamente, um das Brennen – und somit den Auslöser der Einschlafprobleme – zu vertreiben. Eine Schiene kann nachts das Handgelenk stabilisieren. In einigen Fällen hilft nur eine Operation.

 

Einschlafprobleme durch kribbelnde Beine

Einer der häufigsten Auslöser für Einschlafprobleme ist das Restless-Legs-Syndrom (Syndrom der ruhelosen Beine). Dabei kribbelt es nachts in den Beinen. Auch durch unwillkürliche rhythmische Beinbewegungen wird der Schlaf unterbrochen. Das kann man tun: Verzichten Sie vor dem Zubettgehen auf Kaffee und Alkohol. Setzen Sie rotes Fleisch, Haferflocken und Vollkornprodukte auf den Speiseplan. In ihnen steckt Eisen – ein Mangel kann das Syndrom begünstigen.

Einschlafprobleme
Das Restless-Legs-Syndrom sorgt für kribbelnde Beine – und damit für Einschlafprobleme© iStock/Yulia-Images
 

Einschlafprobleme durch kreisende Gedanken

Andauernder Stress sorgt dafür, dass die Gedanken nicht zur Ruhe kommen. Dann läuft der Organismus auch abends noch auf Hochtouren und produziert die Stresshormone Adrenalin und Kortisol, die einen ruhigen Schlaf verhindern. Das kann man tun: Pflanzliche Mittel wirken schlafanstoßend, sind aber keine Dauerlösung. Versuchen Sie es mit Entspannnungsübungen oder Meditation, um das Stresslevel zu senken und so der Grübelfalle zu entkommen.

 

Einschlafprobleme durch starkes Schwitzen

Nehmen Sie das nicht auf die leichte Schulter: Nachtschweiß kann auf ernsthafte Krankheiten wie eine Schilddrüsenfehlfunktion hinweisen. Auch Medikamente können das Schwitzen verursachen und für Einschlafprobleme sorgen. Das kann man tun: Wer mehrere Nächte mit durchgeschwitzter Kleidung aufwacht, sollte einen Arzt aufsuchen. Ist allerdings nur das Klimakterium Schuld, können zwei Tassen lauwarmer Salbeitee vor dem Zubettgehen helfen. Würzen Sie zudem abends nicht mit Chili und verzichten Sie auf scharfe Speisen – beides wirkt schweißtreibend.

 

Einschlafprobleme durch Pflanzen im Schlafzimmer

Tagsüber produzieren Pflanzen Sauerstoff, doch nachts kehrt sich das Prinzip um: Die Grünpflanzen nehmen Sauerstoff auf. So wird die Luft im Schlafzimmer schlechter, was  Einschlafprobleme begünstigen kann. Das kann man tun: Stellen Sie die Zimmerpflanzen in einen anderen Raum und lüften Sie vor dem Zubettgehen. Übrigens: Schäfchen zu zählen, hilft nicht. Das ist viel zu monoton für das Gehirn – es drängen sich schnell Sorgen ins Bewusstsein. Besser: An Bilder wie "das Meer" oder "die Wolke" denken.

 

Einschlafprobleme durch Muskelschmerzen

Für viele Fibromyalgie-Patienten gehen nachts die Qualen erst richtig los: Die Muskeln tun weh, Sehnen und Bänder schmerzen. Das kann man tun: Weil es kein Heilmittel für die chronische Faser-Muskel-Schmerz-Krankheit gibt, muss jeder Patient herausfinden, was das Leiden lindert. Wer auch tagsüber Schmerzen hat, sollte sich trotzdem bewegen, sonst verschlimmern sich die nächtlichen Beschwerden. Bewährt haben sich gegen die Einschlafprobleme Spaziergänge, Ausdauersport und Progressive Muskelentspannung.

 

Einschlafprobleme durch Atemnot

Die Diagnose trifft jeden zwanzigsten Erwachsenen: Asthma bronchiale – eine typische Ursache für nächtliche Atemnot. Das kann man tun: Bei einem leichten Asthmaanfall hilft die Lippenbremse: Atmen Sie dabei ruhig durch die Nase ein und dann langsam durch die zusammengepressten Lippen wieder aus. Haben Sie zudem immer Ihr Asthma-Spray griffbereit auf dem Nachtisch liegen.

 

Einschlafprobleme durch Albträume

Einschlafprobleme
Alpträume und eingebildete geisterhafte Erscheinungen sorgen für die Ausschüttung von Stresshormonen – an Schlaf ist so kaum noch zu denken© iStock/Renphoto

Schlechte Träume können die Nacht zum Horrortrip machen. Der Grund für die schlimmen Bilder: Im Schlaf verarbeitet das Gehirn viele Emotionen – leider auch die schlechten. Das kann man tun: Betroffene mit wiederkehrenden Albträumen sollten überlegen, wo im Alltag die Ursache liegt, raten Schlafforscher. Hilfreich sind feste Schlafrituale wie ein heißes Entspannungsbad am Abend oder in Ruhe eine Tasse Tee zu trinken. Naturmediziner empfehlen bei Albträumen das Schüssler Salz Nr. 8, das sogenannte Salz des Lebens. Dosis: gegen Einschlafprobleme dreimal täglich fünf Tabletten unter der Zunge zergehen lassen.

 

Einschlafprobleme durch Bauchschmerzen

Das kann an zu schwerem (und zu spätem) Essen liegen. Aber auch an Bakterien: Jeder dritte Deutsche ist mit Helicobacter pylori infiziert. Das Bakterium dringt in die schützende Schleimschicht des Magens ein. Diese entzündet sich. Das schmerzt bei leerem Magen - auch nachts. Übrigens: Dieses Bakterium ist die Hauptursache von Magengeschwüren. Das kann man tun: Gegen die Schmerzen hilft eine Wärmflasche, aber das ist keine echte Lösung. Gehen Sie zum Arzt – mit Antibiotika bekommt man die Entzündung in den Griff.

 

Einschlafprobleme durch Wadenkrämpfe

Wen Krämpfe plagen, der kann kaum eine Nacht durchschlafen. Die Ursachen sind meist eine Überlastung beim Sport oder durch die Hausarbeit, aber auch Fehlstellungen von Gelenken, falschen Schuh-Einlagen und Durchblutungsstörungen. Bei diesem Verdacht ist eine sorgfältige Diagnose nötig. Das kann man tun: Im Akutfall die Fußspitze, so weit es geht, in Richtung Schienbein ziehen und so den verkrampften Muskel dehnen.

 

Einschlafprobleme durch Harndrang

Der häufigste Grund ist eine vergrößerte Prostata: Die Drüse drückt auf Blase und Harnröhre und zwingt den Mann nachts auf die Toilette. Das kann man tun: Ihr Mann sollte zum Urologen gehen – manchmal muss operiert werden! Sanfte Hilfe bieten Arzneien mit Sägepalmen-Früchten (Apotheke).

 

Einschlafprobleme durch kalte Füße

Zwar gelten kalte Füße als klassisches Frauenproblem, doch ganz so einfach sollte man das Phänomen nicht abhaken. Denn nächtliche Eiszehen können ein Hinweis für chronische Gefäßschäden sein, die sich vor allem bei Rauchern und Diabetikern bilden. Auch Hormonstörungen, wie eine Schilddrüsenunterfunktion, wirken sich auf die Wärmeregulation in den Füßen aus. Das kann man gegen daraus folgende Einschlafprobleme tun: Wöchentliche Saunabesuche stärken den Kreislauf, dann kühlen die Füße abends nicht so aus. Auch warm-kalte Güsse oder Bäder, die einst schon Pfarrer Kneipp verordnete, beugen unangenehmen Eisfüßen vor. Schlagen die Tipps innerhalb von vier Wochen nicht an, sollten Sie sich besser einmal vom Arzt durchchecken lassen.

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