Eingeklemmter Nerv (Nerv eingeklemmt)

Redaktion PraxisVITA
Kapitel
  1. 1. Überblick
  2. 2. Ursachen
  3. 3. Symptome
  4. 4. Diagnose
  5. 5. Behandlung
  6. 6. Vorbeugung

Ein eingeklemmter Nerv hat oft schmerzhafte Folgen. Zusammen mit den plötzlich auftretenden, brennenden und stechenden Schmerzen, kann es auch zu einem Taubheitsgefühl oder Kribbeln im Versorgungsgebiet des betroffenen Nervs kommen. Häufig sind Muskelverhärtungen Ursache für einen eingeklemmten Nerv.

Auch bei einem Bandscheibenvorfall wird oft ein Nerv eingeklemmt. Passiert dies zwischen den Lendenwirbeln, kann der Ischias-Nerv betroffen sein. An der Hand ist das Karpaltunnel-Syndrom ein häufiges Beispiel für eine Erkrankung, bei der ein Nerv eingeklemmt wird.

 

Was ist ein eingeklemmter Nerv?

Ein eingeklemmter Nerv ist die Folge, wenn umliegendes Gewebe zu viel Druck auf einen Nerv ausübt und dieser dadurch in seiner Funktion beeinträchtigt ist. Der menschliche Körper ist von unzähligen Nervenfasern durchzogen. Jeder Winkel unseres Körpers wird dadurch mit dem Gehirn oder dem Rückenmark verbunden. Nerven lassen sich grob in zwei Gruppen einteilen: die Muskelnerven (motorische Nerven) und die Gefühlsnerven (sensible Nerven).

Bei den sensiblen Nerven wird noch einmal in die sensorischen Fasern unterschieden, welche die Erregungen von den Sinnesorganen (wie Augen, Ohren, Nase) weiterleiten. Die Muskelnerven steuern unsere Bewegungen. Dies kann sich bewusst, zum Beispiel beim Gehen, oder unbewusst – wie beim Atmen – abspielen. Anders herum senden die Gefühlsnerven Signale an unser Gehirn. Dank ihnen können wir fühlen, schmecken, riechen und sehen.

Nervenzelle
Ein eingeklemmter Nerv steht für eine Funktionsstörung oder Reizung eines Nervs, ausgelöst durch den Druck, den das sich außenherum befindende Gewebe auf ihn ausübt © istock/SergeyNivens
 

Welche Ursachen hat ein eingeklemmter Nerv?

Nerven können eingeklemmt und verletzt werden. Besonders gefährdet sind Stellen, an denen die Nervenfasern ohnehin nur wenig Platz zur Verfügung haben. Besonders eng wird es für Nerven im Wirbelkanal, an den Stellen, wo die Nervenbahnen die Wirbelsäule verlassen, und im Bereich von Gelenken. So kann beispielsweise bei einem Bandscheibenvorfall ein eingeklemmter Nerv die Folge sein.

Zu einem Bandscheibenvorfall kann es überall in der Wirbelsäule kommen, am häufigsten passiert er aber im Bereich der Lendenwirbel. Häufig wird dabei der Ischias-Nerv eingeklemmt. Wenn es an den Handgelenken zu eng für die Nerven wird, kommt es zu einem Karpaltunnel-Syndrom.

Eingeklemmter Nerv durch Bandscheibenvorfall
Ein eingeklemmter Nerv wird häufig durch einen Bandscheibenvorfall hervorgerufen © istock/mphillips007
 

Wie fühlt sich ein eingeklemmter Nerv an?

Ein eingeklemmter Nerv ist unter Umständen sehr schmerzhaft. Die stechenden und brennenden Schmerzen treten plötzlich auf und verstärken sich bei Bewegung. Je nachdem, welche Arten von Nerven betroffen sind, und wie stark der Nerv dabei geschädigt wurde, sind auch Taubheitsgefühle, ein Kribbeln oder Lähmungen möglich. Die Beschwerden treten dabei direkt an der geschädigten Stelle sowie in dem Versorgungsgebiet des Nervs auf.

 

Wie löst sich ein eingeklemmter Nerv?

Ein eingeklemmter Nerv lässt sich häufig mit leichten, vorsichtigen Bewegungen lösen. Vor allem gymnastische Übungen wie z.B. Beckenkreisen, aber auch Dehnübungen können die Schmerzen lindern. Neben körperlichen Übungen können auch manuelle Therapien wie Chiropraktik, Physiotherapie oder Osteopathie bei der Behandlung zum Einsatz kommen. Des Weiteren eignen sich Akupunktur, Entspannungsübungen und Wärmeanwendungen, um die Muskeln zu lockern und entspannen. Mit einer Selbstmassage können Sie einen eingeklemmten Nerv selbst in den Griff bekommen. 

Eingeklemmter Nerv: Rückenmassage hilft
Wenn ein eingeklemmter Nerv zu Muskelverspannungen führt, können Massagen eine Linderung der Beschwerden bewirken © istock/Wavebreakmedia
 

Eingeklemmter Nerv – welche Schmerzmittel helfen?

Frei verkäufliche Arzneimittel können bei leichten Beschwerden Abhilfe schaffen. Sogenannte nichtsteroidale Entzündungshemmer wie Ibuprofen oder Aspirin können die Schmerzen lindern. Lassen Sie sich von Ihrem Apotheker zu geeigneten Schmerzmitteln beraten.

 

Wie lange dauert es, bis sich ein eingeklemmter Nerv erholt?

Wie lange ein eingeklemmter Nerv Schmerzen und Symptome hervorruft, ist von Person zu Person unterschiedlich und hängt von der Schwere und der Ursache der Nervenengung ab.

 

Eingeklemmter Nerv – wann zum Arzt?

Wenn sich nach drei bis vier Tagen trotz Selbstbehandlung keine Besserung der Schmerzen abzeichnet, ist ein Besuch beim Arzt unvermeidbar. Suchen Sie zunächst Ihren Hausarzt auf. Dieser kann Sie an einen Spezialisten überweisen und eine fachgerechte Therapie erstellen.

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