Chronische Bronchitis: Ursachen, Symptome und Behandlung

Nicole Lücke Medizin- und Wissenschaftsjournalistin

Eine chronische Bronchitis kann langfristig die Atmung beeinträchtigen und damit zu einer dauerhaften Einschränkung der Lebensqualität führen. Umso wichtiger ist es, Risikofaktoren zu vermeiden und eine chronische Bronchitis frühzeitig zu erkennen.

Eine Frau liegt hustend im Bett
Eine chronische Bronchitis ist für viele Betroffene nicht als solche zu erkennen Foto:  istock_LightFieldStudios
Inhalt
  1. Was ist eine chronische Bronchitis?
  2. Chronische Bronchitis: Ursachen
  3. Chronische Bronchitis: Symptome
  4. Wie wird eine chronische Bronchitis behandelt?
 

Was ist eine chronische Bronchitis?

Für die chronische Bronchitis hat die Weltgesundheitsorganisation (WHO) eine offizielle Definition aufgestellt. Demnach liegt eine chronische Bronchitis dann vor, wenn Husten mit Auswurf über mindestens drei Monate auftritt und das an zumindest zwei aufeinanderfolgenden Jahren.

Unterschieden wird dabei zwischen der einfachen chronischen Bronchitis und der chronisch-obstruktiven Bronchitis, auch chronisch-obstruktive Lungenerkrankung (chronic obstructive pulmonary disease, COPD) genannt. Sie entsteht, wenn sich die Atemwege aufgrund der andauernden Entzündung verengen.

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Chronische Bronchitis: Ursachen

Zu einer chronischen Bronchitis kommt es, wenn die Schleimhaut in den Atemwegen permanent gereizt wird und sich entzündet. Zunächst reagiert der Körper mit einer verstärkten Sekretproduktion, um sich der Reizstoffe zu entledigen. Die Flimmerhärchen, die für den Transport zuständig sind, werden auf Dauer ebenfalls geschädigt. Der normale Reinigungsmechanismus der Bronchien funktioniert also nicht mehr oder nur noch eingeschränkt, sodass das angesammelte Sekret als Auswurf über Husten nach draußen befördert werden muss.

Für eine chronische Bronchitis ist die häufigste Ursache das Rauchen. Sie gilt laut Robert Koch-Institut in neun von zehn Fällen als Auslöser. Im Volksmund wird daher auch von „Raucherhusten“ gesprochen. Weitere Risikofaktoren können Reizstoffe am Arbeitsplatz sein sowie eine hohe Feinstaubbelastung der Umgebungsluft.

Sehr häufige Atemwegsinfektionen oder eine verschleppte akute Bronchitis können ebenfalls zur chronischen Form beitragen. Unterm Strich ist die Ursache also eine dauerhafte starke Belastung der Atemwege. Eine chronische Bronchitis ist somit nicht ansteckend.

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Chronische Bronchitis: Symptome

Bei der chronischen Bronchitis werden die Symptome häufig lange Zeit nicht als solche wahrgenommen. Denn in den meisten Fällen handelt es sich um Raucher, die Husten mit Auswurf als Begleiterscheinung des Nikotinkonsums akzeptieren. Tatsächlich ist das tägliche Abhusten von Schleim, vor allem in den Morgenstunden, jedoch ein Symptom der chronischen Bronchitis.

In diesem Stadium kann eine Behandlung den Übergang zur COPD verhindern. Diese führt zusätzlich zu Atemnot, da der Gasaustausch von Sauerstoff und Kohlendioxid beeinträchtigt ist und Auswirkungen auf den gesamten Körper hat. Bei der COPD ist die Lebenserwartung daher im Schnitt um etwa fünf bis sieben Jahre verringert. Gelingt es jedoch, diesen Übergang zu vermeiden, so ist für die chronische Bronchitis von einer normalen Lebenserwartung auszugehen.

 

Wie wird eine chronische Bronchitis behandelt?

Bei einer chronischen Bronchitis kommt oft eine medikamentöse Therapie zum Einsatz. Sie richtet sich nach der Schwere der Erkrankung. Teil einer Behandlung bei chronischer Bronchitis können Entzündungshemmer wie Glucocorticosteroide sein und Schleimlöser (etwa Acetylcystein und Ambroxol), gegebenenfalls Antibiotika bei einem Befall durch Bakterien.

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Medikamente, die dazu dienen, die Atemwege zu erweitern (vor allem Beta-2-Sympathomimetika, Anticholinergika und Theophyllin) werden in der Regel erst eingesetzt, wenn aus der einfachen chronischen Bronchitis eine COPD entstanden ist.

Neben einer medikamentösen Therapie spielt auch eine Umstellung der Ernährungs- und Lebensgewohnheiten eine große Rolle bei der Behandlung einer chronischen Bronchitis. So trägt etwa eine gute Nährstoffversorgung dazu bei, akuten Infekten vorzubeugen. zudem kann eine ausgewogene Ernährung Übergewicht verhindern, welches das Risiko für ein Fortschreiten der chronischen Bronchitis erhöht. Nicht zuletzt fördert regelmäßige Bewegung die Muskulatur und damit die Lungenfunktion.

Im frühen Stadium gilt für die chronische Bronchitis: Man kann sie noch heilen. Dabei steht das Vermeiden der Risikofaktoren an erster Stelle. Ist die chronische Bronchitis fortgeschritten und bereits zur COPD geworden, so ist eine Heilung nicht mehr möglich.

Quellen:

Was ist chronisch-obstruktive Bronchitis?, in: lungenaerzte-im-netz.de

Bronchitis: Akut oder chronisch, in: lungeninformationsdienst.de

Chronisch-obstruktive Bronchitis und Lungenemphysem, in: ärzteblatt.de

Chronische Lungenerkrankungen, in: rki.de (Robert Koch-Institut)

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