Einfach und sicher: Der Darmkrebs-Test für zuhause

Durchfall im Urlaub
Durchfall im Urlaub © Shutterstock

In Deutschland erkranken jährlich rund 62.000 Menschen an Darmkrebs. Und obwohl die Heilungschancen bei einer frühzeitigen Diagnose sehr gut sind, sterben im selben Zeitraum etwa 26.000 der Betroffenen. Doch das soll sich nun ändern. Wissenschaftler zeigen in einer aktuellen Studie, dass selbst einfache Testverfahren zuverlässig sind und zuhause angewandt werden können.

Für die Studie der Universität von Korea wurde die Eignung und Diagnosegenauigkeit des sogenannten „Enzym-Biomarker M2-PK“ als Darmkrebsmarker getestet. Dabei wurden 139 Probanden mit Darmkrebs, 124 mit Polypen (Adenome) und weitere 60 Personen als Kontrollgruppe mit einem handelsüblichen M2-PK-Test untersucht.

Die gewonnen Ergebnisse bewertet Studienleiter Professor Yong Kim für ein nichtklinisches Diagnoseverfahren als hervorragend: Die Erkennungsrate des M2-PK-Tests für Darmkrebs lag demnach bei 92,8 Prozent – für die Bestimmung von Polypen immer noch bei 69,4 Prozent.

 

Erkennungsrate

Infobox textIn Sachen Genauigkeit ist der herkömmliche immunologische Labor-Test (iFOB) dem M2-PK-Test deutlich unterlegen. Lediglich 47,5 Prozent der Darmkrebsfälle und gerade einmal 12,1 Prozent der Polypen werden mit dem Bluttest erkannt.

 

Auf der Suche nach dem Tumor-Enzym

M2-PK ist ein Schlüsselenzym bei der Entstehung von Polypen und Darmkrebs, das bei erwachsenen Menschen nur in Tumorgewebe vorkommt. Da dieser Tester auf die Bestimmung des M2-PK-Enzyms ausgerichtet ist – und keine Blutproben benötigt –, erfasst er auch nicht blutende Polypen und Darmtumoren. Ein Umstand, der ihn für die Darmkrebsdiagnose erheblich präziser macht, als die umständlicheren immunologischen Blut-im-Stuhl-Tests (iFOB). Zudem sind die Kosten für den in Apotheken und bei Ärzten erhältlichen Schnelltest mit rund 30 Euro vergleichweise niedrig.

Die hohe Erkennungsrate des Enzymtests bringt nach Meinung der beteiligten Forscher für die Diagnose von Darmkrebs große Vorteile, da er bereits in einem verhältnismäßig frühen Krankheitsstadium Tumorzellen erkennen kann. Im Falle eines positiven Befunds durch den M2-PK-Test können – so erklärt Professor Kim – weiterführende Untersuchungsmaßnahmen, wie z.B. eine Darmspiegelung, durchgeführt werden.

Hamburg, 11. Dezember 2014

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