In einer Generation: Hautkrebs-Risiko siebenfach erhöht

Drei Frauen nehmen ein Sonnenbad
Ausgedehnte Sonnenbäder – Wissenschaftler sehen darin eine der Hauptursachen der steigenden Hautkrebszahlen © Fotolia

Innerhalb einer Generation hat sich das Hautkrebsrisiko versiebenfacht - zumindest bei Personen über 65. Doch früher oder später betrifft es alle! Lesen Sie hier, wie Sie Ihre Haut am besten schützen können.

Der Sommer steht vor der Tür und viele werden sich fragen: wie viel Sonne kann ich genießen, ohne meiner Haut zu schaden oder sogar Krebs zu bekommen? Eine Frage, die über Leben und Tod entscheidet – das zeigen Daten, die Cancer Research UK, eine gemeinnützige Organisation aus Großbritannien gesammelt hat. Daraus geht hervor, dass bei über 65-Jährigen das Hautkrebsrisiko sieben Mal höher liegt als in der Generation davor. Bei Männern ist es sogar zehnfach erhöht.

„Es ist besorgniserregend, dass die Melanom-Rate in einer so schnellen Geschwindigkeit ansteigt“, sagt Professor Richard Marais, Hautkrebsexperte bei Cancer Research UK. „Es ist sehr wichtig, das die Menschen ihre Haut vor der Sonne schützen. Ebenfalls sollten sie ihre Haut im Auge behalten und einen Arzt kontaktieren, wenn sie Veränderungen von Leberflecken bemerken.“ Am häufigsten seinen bei Männern die Rücken und bei Frauen die Beine betroffen. Aber es kann natürlich an jeder Körperstelle auftreten, so Marais.

Der Wissenschaftler hat zusammen mit seinem Team die neuesten Daten über Hautkrebs in Großbritannien gesammelt – aber in anderen europäischen Ländern lassen sich vergleichbare Zahlen vermuten. Und sie sollten zum nachdenken anregen: Im Durchschnitt kommt es in Großbritannien zu 5.700 Hautkrebsdiagnosen im Jahr. In den 1970er Jahren waren es noch 600.  Diese Steigerung der absoluten Zahlen könnte man noch mit einer größeren Zahl älterer Menschen erklären. Aber auch bei Fällen je 100.000 Einwohnern ist ein vergleichbarer Anstieg zu erkennen: In der Altersgruppe der 60-79-jährigen erkrankten 1970 sechs Personen – heute sind es 48.

Insgesamt wurde in Großbritannien bei 13.348 Menschen ein malignes Melanom diagnostiziert. Das ist eine schwere Hautkrebs-Variante. Davon starben 2.148. Deutschland besitzt kein Krebsregister und es mangelt darum an vergleichbaren Daten: Experten schätzen aber, dass hierzulande jährlich etwa 18.000 Menschen an malignen Melanomen erkranken. Bei 2.711 Menschen wurde es im Jahr 2010 als Todesursache angegeben.

„Viele maligne Melanome lassen sich mit einfachen Maßnahmen verhindern“, sagt Dr. Julie Sharp, die ebenfalls bei Cancer Research UK arbeitet. „Schaden an der Haut durch die Sonne sammelt sich über die Jahre an. Darum sollten man Sonnenbrände vermeiden und generell aufs Sonnenbaden verzichten“, so Sharp.  

 

Diese Tipps schützen Ihre Haut im Sommer

1 Kleidung

T-Shirts und lange Hosen halten UV-Strahlen nur bedingt ab. Dünne Baumwoll-Shirts lassen so viel Strahlung durch, dass sie lediglich einem Lichtschutz-Faktor von fünf entsprechen. Farbige T-Shirts und Hosen, die aus dichterem Stoff bestehen, haben in der Regel einen Schutzfaktor von 20. Tipp: Spezial-Waschmittel machen die Kleidung lichtundurchlässiger.

2 Sonnen-Brille

Bei schönem Wetter sollten Sie immer eine Sonnenbrille tragen. Achtung: Die Tönung der Gläser sagt nichts über deren UV-Durchlässigkeit aus. Kaufen Sie sich Ihre Brillen daher immer beim Optiker. Nur hier können Sie sicher sein, dass die Gläser über den wichtigen Breitband-UV-400-Schutz verfügen.

3 Schatten

Selbst im Schatten können wir einen Sonnenbrand bekommen. Denn Gebäude und Boden reflektieren die Strahlen. Auch durch Wolken dringt UV-Licht hindurch. Ein gefährlicher Sonderfall ist eine "aufgelockerte Bewölkung" - die Sonne kommt ab und zu raus, am Himmel sind weiße Wolken. Diese verstärken durch die Reflexion die UV-Intensität.

4 Wasser

Wer gerne schwimmt, sollte eine wasserfeste Creme auftragen. Denn die Oberfläche des Wassers verstärkt die Strahlenintensität noch zusätzlich. Grundsätzlich sollten Sie sich nach dem Abtrocknen erneut eincremen. Denn selbst wasserfeste Produkte verlieren durch die Reibung oft ihre Wirkung.

5 Medikamente

Vorsicht, wenn Sie Arzneien einnehmen. Vor allem während einer Antibiotikatherapie sollten Sie direkte Sonnen-Einstrahlung meiden. Denn die Haut kann in dieser Zeit sehr sensibel auf UV-Strahlen reagieren. Es kann schnell zu Sonnen-Bränden und Ausschlägen kommen.

6 Solarium

Die Bräune von der Sonnen-Bank bereitet die Haut auf den Strand-Urlaub vor? Irrtum! Solarien arbeiten mit UVA-Strahlen. Diese garantieren zwar eine schnelle Bräunung, schützen uns aber nicht vor einem Sonnenbrand! Denn dafür ist das UV-B-Licht verantwortlich.

7 Haut-Typ

Wie lange wir ohne Bedenken ungeschützt in der Sonne bleiben können, hängt von unserem Haut-Typ ab. Wer sehr blass ist und viele Sommer-Sprossen hat, sollte zur Mittagszeit nicht länger als zehn Minuten in der prallen Sonne verweilen. Menschen mit dunklerer Haut können sich bis zu 30 Minuten im Freien aufhalten, ohne sich davor einzucremen.

8 Sonnen-Creme

Auf die Menge kommt es an. Um optimal geschützt zu sein, benötigt ein durchschnittlicher Erwachsener rund 40 ml pro Eincremen. Das entspricht etwa vier Esslöffeln. Achtung: Verwenden Sie das Produkt nur eine Saison lang. Die geöffnete Packung vom letzten Sommer sollten Sie wegwerfen, sie könnte ihre Wirkung bereits verloren haben.

9 Einwirk-Zeit

Wir sind nicht gleich nach dem Auftragen der Sonnencreme geschützt. Denn chemische Produkte wirken erst dann, wenn sie in die Haut eingedrungen sind. Das ist in der Regel nach 30 Minuten der Fall. Eine Ausnahme bieten mineralische Sonnenschutz-Produkte (Apotheke). Sie bilden eine hauchdünne Schicht und reflektieren die Strahlen.

10 Kosmetika

Wenn Sie zum Strand gehen oder sich in den Park legen, sollten Sie auf Deodorants, Parfüms und Kosmetika verzichten. Denn diese können die jeweiligen Hautstellen gegenüber Sonnenlicht sensibilisieren und Irritationen auslösen. Mögliche unangenehme Folgen: Rötung, Juckreiz und Hautausschlag.

Hamburg, 07. April 2015

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