Einen Muskelfaserriss richtig behandeln

Stechender Schmerz bei Muskelfaserriss
Ein messerstichartiger Schmerz ist typisch für einen Muskelfaserriss © Fotolia

Wer Sport- und Sturzverletzungen falsch oder gar nicht therapiert, riskiert wiederkehrende Schmerzen. Insbesondere ein Muskelfaserriss muss sofort richtig therapiert werden, wichtig ist daher die Erstversorgung.

Merken können wir uns die wichtigsten Maßnahmen bei einem Muskelfaserriss am besten mit der sogenannten PECH-Regel:

P = Pause: Die Bewegung beenden und den betroffenen Körperteil ruhig stellen.


E = Eis: Entscheidend für den weiteren Verlauf der Heilung ist die sofortige Kühlung.

C= Compression: Kompression heißt auch Zusammendrücken. Gemeint ist damit das Anlegen eines Druckverbandes.

H = Hochlagerung der Verletzung.

 

Muskelfaserriss und Zerrung

Riss einer oder mehrerer Muskelfasern oder Überdehnung

Symptome: sofortiger starker bis stechender Schmerz, kurzzeitige Dellenbildung, Bluterguss, Bewegungseinschränkung.

Erste Hilfe: entsprechend der PECH-Regel. Muskelfaserrisse im Oberschenkel bis zu 45 Minuten kühlen. Erst dann wird eine tiefenwirksame und lang anhaltende Kühlung erreicht.

Therapie: An den ersten drei Tagen helfen abschwellende und kühlende Salbenverbände. Nach 72 Stunden ist auch leichte Bewegung empfehlenswert, damit das Gewebe gut durchblutet wird und sich schneller erholt, jedoch kein Sport.

Mögliche Folgeverletzungen: Wird der Muskel vor der kompletten Genesung sportlich belastet, kann dies zu erneuten Rissen führen. Auch sind bei einer Zerrung Massagen oder eine passive Dehnung während der ersten drei Wochen tabu – bei einem Muskelfaserriss in den ersten sechs Wochen. Ausgedehnte Muskelzerrungen oder Risse können zu Blutungen innerhalb des Muskels führen. Werden sie und die daraus entstehenden Blutergüsse nicht behandelt, kann sich eine Kapsel um die Verletzung bilden. Die Folge: Es können sich Kalkeinlagerungen bilden, die langsam verknöchern können.

 

Verstauchungen

Überdehnung eines Bandes oder einer Gelenkkapsel

Symptome: Schwellung, schmerzbedingte Bewegungseinschränkung, eventuell Bluterguss. Bei Stürzen verstauchen wir uns zumeist den Arm oder die Schulter, bei Skiunfällen das Sprunggelenk, das Knie oder den Daumen.

Erste Hilfe: Sofort die PECH-Regel anwenden. Verstauchungen sollten wir etwa 30 Minuten lang kühlen und dies möglichst alle zwei, drei Stunden wiederholen. Wichtig: Das Eis nicht direkt auf den Körper packen, sonst kann es zu Erfrierungen kommen. Am besten ein Handtuch dazwischenlegen.

Therapie: Kleinere Verstauchungen können wir in der Regel selbst behandeln. Zur Ruhigstellung eignet sich ein Zinkleimverband. Hierbei ist die Binde entsprechend mit Zinkgelatine getränkt, was für eine abschwellende Wirkung sorgt. Für die schnelle Anwendung gibt es fertige Verbände in der Apotheke und in Sanitätshäusern. Generell sollte der betroffene Körperteil etwa zwei Wochen mit einem Verband stabilisiert werden. Belastung ist in Ordnung, Sport ist tabu. Bei starken Schmerzen, einem Bluterguss oder wenn sich die Schwellung nach einem Tag nicht zurückbildet, unbedingt zum Arzt.

Mögliche Folgeverletzungen: Bei häufigen Verstauchungen können die Gelenke regelrecht ausleiern, sie werden instabil und dadurch noch anfälliger für neue Verletzungen.

 

Prellung

Quetschung des Gewebes, Platzen von Blut- und Lymphgefäßen


Symptome: sofortiger starker Schmerz, Schwellung, Bluterguss, Druckschmerz.

Erste Hilfe: Nur durch sofortige Ruhestellung, Kühlung, einen Kompressionsverband und das Hochlagern der verletzten Stelle wird vermieden, dass sich die Prellung weiter ausbreitet.

Tipp aus der Hausapotheke: 250 Gramm Quark auf die Prellung streichen und mit einem Handtuch umwickeln. Nach vier bis sechs Stunden den Verband wechseln.

Therapie: In den ersten 48 Stunden helfen Diclofenac-Gele oder auch pflanzliche Salben auf Basis des Beinwell-Extraktes. Sie wirken gleichzeitig entzündungshemmend, abschwellend und schmerzlindernd. Nach 48 Stunden ist die Heilungsphase abgeschlossen. Erst jetzt kommen durchblutungsfördernde Sportsalben zum Einsatz. Sie kurbeln den Stoffwechsel in der verletzten Region an und sorgen so für eine effektivere Heilung.

 

Verrenkung

Trennung der gelenkbildenden Knochenflächen

Symptome: heftige Schmerzen, Schwellungen, Bluterguss, Gelenkfehlstellung und Einnahme einer Schonhaltung.

Erste Hilfe: Ruhig stellen und einen Arzt aufsuchen. Wenn möglich, kühlen, denn Kälte lindert nicht nur die Schmerzen, sondern reduziert auch die Schwellung. Eine geringere Schwellung erleichtert das spätere Einrenken.

Therapie: Nur der Arzt kann ein ausgekugeltes Gelenk wieder einrenken. Daran schließt sich eine acht- bis zehntägige Ruhigstellung mittels elastischer Bandagen, Schienen oder eines Gipsverbands an.

Mögliche Folgeverletzungen: Wachsen die Gelenkkapsel und -bänder nicht vollständig zusammen, können die Gelenke auf Dauer instabil werden. Dies führt zu häufigen Verrenkungen des Gelenks, die schon bei ungeschickten Bewegungen wie z. B. beim Anziehen der Jacke auftreten können.

Die Gefahr: Bei jeder Verrenkung entstehen kleine Schäden am Gelenkknorpel. Diese Verletzungen heilen aber nur sehr schlecht, wodurch sich der Knorpel weiter abnutzt und es zum Gelenkverschleiß – der sehr schmerzhaften Arthrose – kommt.

Das könnte Sie auch interessieren
Themen
Copyright 2018 praxisvita.de. All rights reserved.