Eine Spritze heilte den Augen-Infarkt

Auf einem Auge erkennen Sie nichts mehr- sofort zum Augenarzt
Wenn Sie plötzlich, auf einem Auge nichts mehr erkennen – sollten Sie sofort zu einem Facharzt gehen, es könnte sich um einen Augeninfarkt handeln

„Als ich morgens beim Frühstück die Zeitung lesen wollte, merkte ich, dass irgendetwas nicht stimmte: Mit dem linken Auge konnte ich fast nichts mehr erkennen", erinnert sich Hildegard Brauer (51).

Ihr Mann Karl-Heinz (55) versuchte sie zu beruhigen: „Du brauchst bestimmt nur eine neue Lesebrille." Doch die Sekretärin aus Augsburg war weiter besorgt – denn mitten in ihrem Blickfeld störte sie ein großer, dunkler Fleck. Ein möglicher Augen-infarkt.

Noch am selben Tag, im Dezember 2012, fuhr sie mit ihrem Mann zum Augenarzt. Nachdem sie ihre Beschwerden geschildert hatte, schickte dieser sie sofort ins Klinikum Augsburg. Dort wurde sie von Professor Arthur Mueller gründlich untersucht. „Wir nehmen bei Ihnen jetzt eine Angiografie vor. Dazu spritze ich Ihnen einen Farbstoff in den Arm, der sich über die Blutbahn im Körper verteilt und so die feinen Gefäße im Auge deutlicher sichtbar macht. So finden wir heraus, wo das Problem liegt", erklärt der Experte.

Anschließend richtete er eine spezielle Laser-Kamera auf die linke Pupille, um ein hochauflösendes Bild der Netzhaut einzufangen. So wurde schließlich die Ursache deutlich: „Bei Ihnen ist ein kleines Gefäß verschlossen. Dadurch ist es zu Stauungen an einer Stelle gekommen, die für scharfes Sehen zuständig ist", so der Mediziner. Es hatte sich also eine gefährliche Thrombose gebildet – ein sogenannter Augen-Infarkt.

Auslöser dafür war wohl der Blut-Hochdruck der Patientin. „Gut, dass Sie so schnell gekommen sind. Das verbessert die Heilungs-Chancen", machte der Arzt Hoffnung. Unbehandelt kann eine Augen-Thrombose zum Seh-Verlust oder gar zu kompletter Erblindung führen. Bei örtlicher Betäubung setzte er der Patientin eine kleine Spritze ins Auge – ein Medikament, das den Gefäß-Verschluss auflöst – völlig schmerzfrei.

„Zunächst sah ich den Fleck noch, doch von Tag zu Tag wurde er kleiner", so Hildegard Brauer. Nach nur drei Monaten war die Thrombose dann verschwunden. Dank der schnellen Behandlung.

Die Kosten werden von der Krankenkasse übernommen.

Quelle: Neue Post, 25/2013

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