Eine Schilddrüsenunterfunktion raubt uns die Kraft

Redaktion PraxisVITA
Kapitel
  1. 1. Überblick
  2. 2. Ursachen
  3. 3. Symptome
  4. 4. Diagnose
  5. 5. Behandlung
  6. 6. Vorbeugung

Müde, schlapp, antriebslos – möglicherweise steckt eine Schilddrüsenunterfunktion dahinter. Die Schilddrüse steuert unser Wohlbefinden. Und eine Störung ist der heimliche Auslöser für viele Alltagsleiden. So unscheinbar sie ist – von der Schilddrüse vorn im Hals ist unser gesamter Körper abhängig. Nur wenn sie gut funktioniert, bleiben wir gesund. Bei einer Schilddrüsenunterfunktion bildet die Schilddrüse nicht ausreichend Hormone. Rechtzeitig erkannt, lässt sich eine Schilddrüsenunterfunktion aber gut behandeln.

 

Schilddrüsenunterfunktion – Was ist das?

Schilddrüsenunterfunktion Struma
Normalerweise ist die Schilddrüse von außen nicht zu erkennen. Bei einer Schilddrüsenunterfunktion kann sie jedoch zum Kropf vergrößert sein © istock/Tharakorn

Eine Schilddrüsenunterfunktion liegt vor, wenn die Schilddrüse nicht richtig arbeitet. Doch welche Aufgaben hat die Schilddrüse überhaupt? Die gesunde Schilddrüse (Glandula thyroidea) hat die Form eines Schmetterlings und liegt etwa in der Mitte des Halses. Ihr schmetterlingsähnliches Aussehen erhält sie, weil sie aus zwei Lappen besteht, die durch einen „Balken“ miteinander verbunden sind.

Die Aufgabe der Schilddrüse ist es, Hormone zu bilden, genauer gesagt die Schilddrüsenhormone Thyroxin (T4) und Trijodthyronin (T3). Die Schilddrüsenhormone wirken auf viele verschiedene Vorgänge im Körper ein, zum Beispiel:

  • regulieren Schilddrüsenhormone den Kalorien- und Sauerstoffverbrauch,
  • senken sie den Blutfett- und Cholesterinspiegel im Blut,
  • beeinflussen Thyroxin und Trijodthyronin das Wachstum.

Außerdem schüttet die Schilddrüse das Hormon Calcitonin aus, das den Kalzium- und Phosphathaushalt reguliert und damit unter anderem für das Wachstum und die Knochengesundheit von Bedeutung ist.

Schilddrüsenfehlfunktionen
In Deutschland hat jeder Dritte Schilddrüsenveränderungen ohne es zu wissen © Fotolia
 

Ab wann hat man eine Schilddrüsenunterfunktion?

Das Schilddrüse stimulierende Hormon (TSH) regelt in der Schilddrüse deren Produktion der Hormone Trijodthyronin (T3) und Thyroxin (T4), die für den Stoffwechsel wichtig sind. TSH-Werte von 0,4 bis 2,5 Mikro-Units pro Milliliter (μU/ml) gelten als normal. Liegt der Wert darüber, besteht Verdacht auf Schilddrüsenunterfunktion, liegt er darunter, könnte es eine Überfunktion sein. Der Arzt empfiehlt dann meist weitere Untersuchungen.

 

Woran kann man eine Schilddrüsenunterfunktion erkennen?

Hinweise auf eine Schilddrüsenunterfunktion sind Antriebslosigkeit, übermäßige Müdigkeit und Kälteempfindlichkeit. Bestimmte Körpervorgänge können nur noch mit halber Kraft ablaufen – weil durch eine Schilddrüsenunterfunktion zu wenig Hormone ins Blut gelangen. Bei Senioren werden solche Symptome oft mit normalen Altersproblemen verwechselt.

Weitere Anzeichen für eine Schilddrüsenunterfunktion sind plötzliche Gewichtszunahme, Haarausfall und trockene Haut. Neben Jodmangel kann die Autoimmunerkrankung Hashimoto-Thyreoiditis, dafür verantwortlich sein: Dabei zerstört eine chronische Entzündung das Schilddrüsengewebe.

Schilddrüsenunterfunktion führt zu Gewichtszunahme
Gewichtszunahme und damit Übergewicht ist oft die Folge einer Schilddrüsenunterfunktion © istock/Manuel-F-O
 

Wie kann ich selber testen, ob ich unter einer Schilddrüsenunterfunktion leide?

Alles was Sie für den Test benötigen ist ein Glas Wasser. Nehmen Sie einen Schluck in den Mund. Nun legen Sie den Kopf in den Nacken. Betasten Sie mit Daumen und Zeigefinger den Hals kurz unter dem Kehlkopf. Schlucken Sie das Wasser.

Auswertung: Spüren Sie, dass sich beim Schlucken unter dem Kehlkopf auffällige Schwellungen oder Knötchen bilden? Das kann eine Schilddrüsen-Unterfunktion anzeigen. Der Arzt sollte das Organ dann noch mal abtasten. Es kann sein, dass ein Bluttest nötig ist. Er zeigt, ob die Drüse genügend Stoffwechsel hormone bildet.

 

Dr. Johannes erklärt die Schilddrüsenunterfunktion

 
 

Schilddrüsenunterfunktion – angeboren oder erworben

Bei einer Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyreose) sind diese Vorgänge gestört. Eine Schilddrüsenunterfunktion kann angeboren oder erworben sein. Bei der angeborenen Form der Schilddrüsenunterfunktion ist die Schilddrüse häufig nicht (richtig) angelegt oder funktioniert nicht so, wie sie sollte.

Da die Schilddrüse eine wichtige Rolle für die geistige und körperliche Entwicklung spielt, ist es wichtig, dass eine angeborene Schilddrüsenunterfunktion nach der Geburt bereits schnell entdeckt und behandelt wird. Nur so lassen sich gravierende Folgen der Schilddrüsenunterfunktion vermeiden.

Schilddrüsenunterfunktion bei Neugeborenen
Ob eine Schilddrüsenunterfunktion vorliegt, prüfen Ärzte im Rahmen des sogenannten Neugeborenen-Screenings am dritten Lebenstag eines Kindes © istock/eis:kieferpix
 

Schilddrüsenunterfunktion bei Neugeborenen

Ob eine Schilddrüsenunterfunktion vorliegt, prüfen Ärzte bereits im Rahmen des sogenannten Neugeborenen-Screenings am dritten Lebenstag eines Kindes. Etwa 1 von 5.000 Neugeborenen kommt mit einer Hypothyreose zur Welt.

 

Wie wird eine Schilddrüsenunterfunktion behandelt?

Mit entsprechenden Medikamenten bekommt man eine Schilddrüsenunterfunktion in den Griff. Aber: Medikamente gegen Schilddrüsenunterfunktion sollten nicht mit einem Glas Kuhmilch eingenommen werden. Das darin häufig enthaltene Hormon L-Thyroxin (T4) wird durch das Kalzium der Milch viel schlechter aufgenommen, fanden Forscher heraus.

Tipp: Am besten wirkt L-Thyroxin auf nüchternen Magen, eine halbe Stunde vor dem Frühstück. Warten Sie nach einem Glas Milch etwa drei Stunden mit der Medikamenten-Einnahme.

Kuhmilch
Medikamente gegen Schilddrüsenunterfunktion sollten nicht mit einem Glas Kuhmilch eingenommen werden © istock/astra490
 

Schilddrüsenunterfunktion  – welcher Arzt kann mir helfen?

Bei Verdacht auf Schilddrüsenunterfunktion können Sie sich an ihren Hausarzt wenden. Dieser überweist Sie zu einem Hormon-Experten.

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