Eine Nierenbeckenentzündung hat als Ursache eine bakterielle Infektion

Kapitel
  1. 1. Überblick
  2. 2. Ursachen
  3. 3. Symptome
  4. 4. Diagnose
  5. 5. Behandlung
  6. 6. Vorbeugung

Bei einer akuten Nierenbeckenentzündung (Pyelonephritis) sind die Ursachen in den meisten Fällen Bakterien, die von der Harnröhre über die Harnblase und den Harnleiter bis in die Niere aufsteigen. Dort vermehren sie sich und führen zu einer Entzündungsreaktion.

Dieser Vorgang wird als aufsteigende Harnwegsinfektion bezeichnet. In etwa 80 Prozent der Fälle handelt es sich bei den verursachenden Bakterien um Escherichia coli (E. coli), ein normalerweise harmloses Bakterium des menschlichen Darms. Weitere mögliche Erreger sind Proteus mirabilis, Klebsiella pneumoniae und Staphylococcus saprophyticus. Andere Erreger sind bei einer Nierenbeckenentzündung selten. In einer geringen Anzahl von Fällen entsteht eine Nierenbeckenentzündung durch Erreger, die über das Blut- oder Lymphgefäßsystem in die Nieren gelangen.

Begünstigt wird die Entstehung einer Nierenbeckenentzündung, wenn der Harn nicht ungestört abfließen kann. Dies ist zum Beispiel bei Nierensteinen oder angeborenen Engstellen in der Harnröhre oder den Harnleitern der Fall. Bei älteren Männern verhindert häufig eine vergrößerte Vorsteherdrüse (Prostata) einen ungestörten Harnabfluss. In all diesen Fällen wird von einer komplizierten Nierenbeckenentzündung – im Gegensatz zur unkomplizierten ohne anatomische oder funktionelle Störungen in den Harnwegen – gesprochen. Wenn die Stauung des Harns über einen längeren Zeitraum bestehen bleibt, kann aus einer akuten Nierenbeckenentzündung eine chronische werden.

Weitere Risikofaktoren für die Entstehung einer Nierenbeckenentzündung sind:

  • Schwangerschaft (Pyelonephritis gravidarum)
  • Stoffwechselerkrankungen (zum Beispiel Diabetes mellitus, Gicht)
  • Tumoren der Harnwege oder der Prostata
  • Schmerzmittelmissbrauch
  • Medikamentöse Unterdrückung des Immunsystems (Immunsuppression) oder eine Immunschwächeerkrankung
  • Funktionelle Störungen der Harnwege (zum Beispiel Blasenentleerungsstörung bei einer Querschnittslähmung)
  • Vorherige operative Eingriffe an den Harnwegen und Harnblasenkatheter
  • Zu geringe Flüssigkeitsaufnahme.
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