Eine Impfung schützt vor FSME

Zecken können FSME übertragen.
Zecken können FSME übertragen. Eine Impfung bietet sicheren Schutz vor dem gefährlichen Virus © Fotolia

Experten raten: Jetzt gegen die Gehirnhautentzündung Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) impfen lassen! Plus: Wie die Tierchen gar nicht an Sie rankommen.

Klar, vor einer Reise in die Ferne ist die eine oder andere Impfung, zum Beispiel gegen Hepatitis, selbstverständlich. Was aber, wenn es in den Schwarzwald geht oder ins Berchtesgadener Land? Auch dort lauern Viren, gegen die man sich schützen sollte: Sie können die Gehirnhautentzündung Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) auslösen. Diese Viren stecken in Zecken – das sind kleine blutsaugende Spinnentiere.

Bei über sieben Grad werden sie aktiv. Sie sitzen im Gras, auf niedrigen Büschen – im Wald, auf Wiesen, Feldern, in Parks, Gärten, auf Spielplätzen. Dieses Jahr haben besonders viele den milden Winter überlebt. Experten raten dringend zur Impfung.

 

Die Gehirnhautentzündung FSME

420 Fälle wurden dem Berliner Robert Koch-Institut (RKI) für 2013 gemeldet. Dunkelziffer: unbekannt. FSME-Erkrankungen kommen in allen Altersgruppen vor. Infizierte Zecken können die auslösenden Viren beim Stich durch die Haut übertragen. Die Viren befallen das Nervensystem, dringen bis ins Gehirn vor. Fieber, Kopf- und Gliederschmerzen, ähnlich wie bei einer Grippe, sind die ersten Symptome. Das kann weitergehen über eine leichte Hirnhautentzündung (typisch: steifer Nacken) bis zu schweren Entzündungen im Rückenmark und im Gehirn mit Lähmungen. Jeder 100. FSME-Fall endet tödlich. 80 Prozent der Betroffenen müssen ins Krankenhaus. Bleibende Schäden wie Dauerlähmungen, oft an den Armen oder Beinen, sind möglich, auch dauernde Konzentrationsprobleme.

 

Jetzt vor FSME impfen lassen

Wer in einem gefährdeten Gebiet Urlaub machen will, wer dort wohnt oder arbeitet, sollte sich jetzt impfen lassen. In diesen Fällen zahlen die gesetzlichen Krankenkassen. Zur Grundimmunisierung gibt der Hausarzt drei Spritzen in bestimmten Abständen. Die Impfung schützt dann für drei Jahre. Danach muss man die Impfung mit einer Spritze auffrischen.

 

Die FSME-Risikogebiete

Das RKI bestimmt jedes Jahr belastete Landkreise und Städte als FSME-Risikogebiete. Ihre Zahl stieg von 65 im Jahr 2001 auf 141 im Jahr 2013. Am stärksten betroffen ist der Süden: 80 Gebiete in Bayern, 43 in Baden-Württemberg. In den gelben Gebieten kommen Einzelfälle vor, durch den Klimawandel mittlerweile auch im Norden.

 

So schützen Sie sich vor FSME

In der Natur lange Kleidung und geschlossene Schuhe tragen. Strümpfe über die Hosenbeine stülpen.

Sprühen Sie Haut und Kleidung mit einem Anti-Zecken-Spray (Apotheke) ein.

Suchen Sie zu Hause Ihre Haut und die Haut Ihrer Lieben nach Zecken ab. Beim Duschen kann man Zecken auch gut an nicht einsehbaren Stellen ertasten.

 

Zecken richtig entfernen, um FSME zu vermeiden

Hat man eine Zecke gefunden, ist das Wichtigste: sofort entfernen – je eher, desto geringer ist das Risiko, dass die Zecke mit ihrem Speichel Erreger in die Stichstelle abgibt.

Am besten ist eine Zecken-Pinzette (Apotheke): Damit setzt man möglichst nah an der Haut an und zieht die Zecke langsam und mit Geduld gerade heraus. Nicht drehen, die Zecke nicht quetschen.

Auch eine spezielle Zange gibt es in der Apotheke. Weniger geeignet sind sogenannte Zeckenkarten im EC-Kartenformat.

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