Eine halbe Million Tote durch Psycho-Medikamente?

Mann liest Beipackzettel
Zu starke, zu lange eingenommene oder falsch verschriebene Psychopharmaka können zu schwerwiegenden Gesundheitsrisiken führen © Fotolia

Eine alarmierende Anzahl von Menschen in der westlichen Welt stirbt nicht nur trotz, sondern gerade wegen der Medikamente, die sie gegen psychische Erkrankungen verschrieben bekommen: So äußert sich Peter C. Gøtzsche, Medizinforscher und Direktor des Nordic Cochrane Centers am Ringshospitalet Kopenhagen.

 

Todesursache Psychopharmaka?

Pro Jahr sterben mehr als eine halbe Million Menschen im Alter von 65 Jahren oder älter durch Psychopharmaka – zu diesem Ergebnis kommt der Wissenschaftler in einer im Britisch Medical Journal veröffentlichten Debatte.

 

Psycho-Pillen – mehr Schaden als Nutzen

Gøtzsche hinterfragt darin die Studienergebnisse zu Nebenwirkungen, Wechselwirkungen und Langzeitfolgen von modernen Medikamenten gegen psychische Erkrankungen wie ADHS, Depression, Demenz oder Schizophrenie. Insbesondere schwerwiegende Fehler beim Absetzen, Überdosierung, unkontrollierte Wechselwirkungen mit – gerade in der Altersklasse über 65  zahlreichen – anderen Medikamenten und durch Nebenwirkungen verursachte Unfälle erhöhen dem Autor zu Folge die Todesrate. Auch die wünschenswerten Effekte der psychiatrischen Medikamente seien nicht ausreichend belegt, um deren Verschreibung trotz der bekannten Risiken zu rechtfertigen.

 

Risikofaktor Fehldiagnose

Ein Grund für zu viele, zu lange eingenommene, zu starke oder schlicht falsch verschriebene Psychopharmaka könnten Fehldiagnosen sein. Denn auch bei psychischen Erkrankungen können Symptome verwechselt werden, Ärzte diagnostizieren die falsche Krankheit und verschreiben zur Behandlung das falsche Medikament. Erfahren Sie hier, warum beispielsweise Demenz und Depressionen häufig verwechselt werden.

Hamburg, 13. Mai 2015

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