Ein voller Bauch macht Frauen romantisch

Ein Paar beim romantischen Abendessen
Gesättigte Frauen sind empfänglicher für romantische Signale, zeigt eine aktuelle US-Studie © Fotolia

Um das Herz einer Frau zu gewinnen, sollten Männer zu einem traditionellen Mittel greifen: der Einladung zum Essen. Denn ist eine Frau gesättigt, reagiert ihr Gehirn stärker auf Romantik, zeigt eine aktuelle Studie.

Wissenschaftler der University of California in San Diego untersuchten in ihrer aktuellen Studie, wie sich Hungergefühl auf das „Romantikzentrum“ im Gehirn von Frauen auswirkt. Dazu ließen sie 20 Frauen acht Stunden lang fasten. Die Hälfte der Probandinnen hatte bisher mindestens zweimal in ihrem Leben eine Diät durchgeführt, die andere Hälfte noch nie.

 

Gehirn satter Frauen reagiert stärker auf romantische Signale

Nach der achtstündigen Fastenzeit führten die Wissenschaftler Gehirnscans bei den Studienteilnehmerinnen durch. Währenddessen wurden ihnen unterschiedliche Bilder gezeigt – darunter romantische (z.B. ein Pärchen, das sich an den Händen hält) und neutrale Motive (z.B. eine Bowlingkugel). Dabei achteten die Forscher speziell auf die Aktivität im Belohnungszentrum der Frauengehirne. Diese fiel bei allen gezeigten Motiven gleich aus.

Anschließend bekamen die Frauen einen 500-Kalorien-Drink und wurden dann erneut den Gehirnscans unterzogen. Diesmal zeigten sich bei den romantischen Bildern höhere Aktivitäten in den Belohnungszentren der Frauen als bei den neutralen Motiven. Studienleiterin Alice Ely: „Sie reagierten stärker auf romantische Signale.“

Wie kommt es zu dieser veränderten Reaktion? Dazu hat Ely eine Theorie: Das Ausleben romantischer Gefühle ist ein nachrangiges Bedürfnis, dass das Gehirn als weniger dringend erachtet als die Nahrungsaufnahme. Ist dieses primäre Verlangen gestillt, kann sich das Gehirn auf „sekundäre Vergnügen“ wie die Romantik einlassen.

 

Effekt in der Diätgruppe stärker ausgeprägt

Bei dem Vergleich der beiden Gruppen stellten die Forscher Unterschiede in den Ergebnissen fest: Bei den Frauen in der Diätgruppe war ein deutlicherer Effekt zu beobachten – ihre Gehirne reagierten stärker auf die romantischen Motive als die der Frauen, die nie eine Diät gehalten hatten. Auch dazu haben die Studienleiter eine Theorie: Vorherige Studien hatten gezeigt, dass eine Diät das Belohnungszentrum einer Frau sensibilisiert – das heißt, ihr Gehirn reagiert stärker auf Essen, auch wenn sie schon satt ist. Ein ähnlicher Mechanismus könnte auch beim Betrachten romantischer Bilder ablaufen, so die Forscher.

Hamburg, 23. Oktober 2015

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