Ein Stich – drei Killerviren?

Stephanie Pingel
Zika-Virus
Forscher warnen: Theoretisch können Moskitos mit einem Stich bis zu drei gefährliche Krankheiten gleichzeitig übertragen © iStock

Eine neue Studie legt nahe, dass Moskitos der Gattung Aedes aegypti mit nur einem Stich nicht nur das Zika-Virus, sondern gleichzeitig auch das Dengue-Fieber sowie das Chikungunyafieber übertragen können. PraxisVITA erklärt, wie häufig eine solche Co-Infektion vorkommt und was Sie dazu sonst noch wissen sollten.

Die Mechanismen hinter sogenannten Co-Infektionen sind bis heute nicht restlos geklärt – darum werden die Ergebnisse einer neuen Studie von Forschern der Colorado State University (CSU) mit Sorge betrachtet. Demnach können Moskitos der Gattung Aedes aegypti nicht nur das Zika-Virus, sondern gleichzeitig mit einem Stich auch das Dengue-Fieber und das Chikungunyafieber übertragen. „Theoretisch kann ein Moskito durch einen Stich einen Menschen mit drei Krankheiten infizieren“, erklärt Studienautorin Claudia Ruckert, die in der CSU in der Laborabteilung für Infektionskrankheiten tätig ist. Die Studienergebnisse wurden im Magazin Nature Communications veröffentlicht.

 

Moskitos als Virenherd

Für die Untersuchung wurden Moskitos im Labor mit mehreren Viren infiziert. Anschließend stellten die Wissenschaftler fest, dass die Übertragung aller Krankheiten gleichzeitig möglich ist. Allerdings soll ein solcher Fall in der Natur eher selten auftreten. „Es gibt auch keinen eindeutigen Beweis, dass eine Co-Infektion beim Menschen aus medizinischer Sicht schwerwiegender verläuft“, so Ruckert. Bisherige Studienergebnisse zu diesem Thema seien nicht eindeutig genug. Zudem ähneln sich die Symptome der drei Krankheiten: Alle drei führen zu grippeähnlichen Beschwerden wie Fieber, Kopf- und Gliederschmerzen, zusätzlich können Hautausschlag, Knochenschmerzen und Zahnfleischbluten auftreten.

 

Gefahr Zika-Virus

Das Zika-Virus tritt mittlerweile nicht mehr nur in Afrika und Asien auf, sondern wurde auch nach Europa eingeschleppt – zum einen durch die Moskitos, zum anderen durch infizierte Reisende. Neben den Beschwerden bei den Betroffenen selbst kann das Zika-Virus zu der Fehlbildung Mikrozephalie bei Säuglingen führen, wenn eine Frau in der Schwangerschaft gestochen wird. Die betroffenen Babys haben einen deutlich kleinen Kopf als andere Kinder und entsprechend auch ein kleineres Gehirn. Das wiederum erhöht das Risiko für geistige Behinderungen. Schwangeren Frauen wird daher geraten, Risikoländer zu meiden. Allerdings befindet sich das Virus im Rückzug: Die brasilianische Regierung hat den im letzten Jahr ausgerufenen Notstand wegen des Zika-Virus gerade für beendet erklärt – demnach gebe es 95 Prozent weniger Neuninfektionen.

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