"Ein Mini-Netz reparierte meinen Leistenbruch"

Kleine Wunden durch Nadelloch-Chirurgie
Bei der Nadelloch-Chirurgie sind Patienten schnell wieder auf den Beinen und haben kaum Beschwerden © Fotolia

Eines Abends im Juni – es war vor sechs Wochen – entdeckte ich eine kleine Beule in der Leistengegend. Ich spürte zuerst lediglich ein leichtes Drücken. Doch stündlich wurden die Schmerzen stärker.

Deshalb suchte ich am folgenden Morgen meinen Hausarzt auf. Er tastete den Bauch ab und untersuchte mich mit einem Ultraschall-Gerät. Die Diagnose: Leistenbruch.

Mit einer Überweisung ging ich in das Wilhelmsburger Krankenhaus Groß-Sand. "Bei einem Leistenbruch handelt es sich um ein kleines Loch in der Bauchwand. Das kann sich von alleine nicht mehr verschließen. Der Bruch wird mit der Zeit sogar immer größer. Es besteht auch die Gefahr, dass Teile des Darms eingeklemmt werden", informierte mich der Chirurg Dr. Wolfgang Reinpold.

Die einzige Möglichkeit: eine Operation. Der Experte erklärte, dass bei mir eine schonende Methode zum Einsatz kommen sollte: "Wir sprechen von der Nadelloch-Chirurgie. Dabei sind die drei Schnitte nur zwischen drei und zehn Millimeter lang."
 

Dr. med. Wolfgang Reinpold, Chirurg, Krankenhaus "Groß-Sand", Hamburg

Dr. Reinpold erläuterte mir jeden Behandlungsschritt der sogenannten Tapp-Technik: "Mithilfe einer kleinen Kamera können wir auf einem Bildschirm den Bauchraum in einer sehr guten Qualität sehen. Sobald wir bei der Bruchstelle sind, verschließen wir die Lücke mit einer Naht." So weit hatte ich alles verstanden. Doch dann erklärte mir der Chefarzt den Rest der neuen Behandlungsmethode. "Wir bringen ein Kunststoffnetz ein. Es wird an der Bruchstelle ausgebreitet. Insgesamt ist es zehn mal 15 Zentimeter groß." Der größte Vorteil: Es ist nahezu ausgeschlossen, dass ein Wiederholungsbruch entsteht.

"Die Netzfixierung ist besonders wichtig. Dazu müssen wir ganz genau wissen, wo die Nerven verlaufen", sagte Dr. Reinpold. An diesen Stellen dürfen nämlich keine Nähte angebracht werden, denn das würde zu starken Schmerzen führen. Eines wusste ich: Ich wollte diesen Eingriff so schnell wie möglich hinter mich bringen.

Zwei Tage später war ich schon im OP – der Eingriff dauerte nicht einmal eine Stunde. Als ich aus der Vollnarkose erwachte, hatte ich leichte Schmerzen, gegen die ich Medikamente bekam. In der ersten Nacht danach trug ich eine elastische Bauchbinde, die sich angenehm anfühlte. Bereits 24 Stunden nach dem Eingriff durfte ich nach Hause. Ich musste weder ein Korsett noch eine Binde tragen. Dafür war ich dankbar – schließlich hatten wir draußen sommerliche Temperaturen. Zwei Tage darauf brauchte ich nicht einmal mehr Schmerzmittel – und schon eine Woche später konnte ich alle Tätigkeiten normal durchführen. Ich war sogar schon wieder arbeitsfähig.

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