Ein Medikamenten-Pflaster hilft bei Zappelbeinen

Pflaster gegen Restless Legs Syndrom
Ein spezielles Pflaster kann beim sogenannten Restless Legs Syndrom (RLS) die auftretenden Muskelzuckungen abmildern. Damit die Haut nicht gereizt wird, kann man es an verschiedenen Stellen aufkleben, zum Beispiel am Rücken © imago

Ein Medikamenten-Pflaster kann bei Muskelzuckungen Linderung bringen. Praxisvita erklärt, wie dieses genau funktioniert.

Auf den Urlaub freut sich Helga K. (50) dieses Jahr am meisten. „Da werde ich mich so richtig erholen", sagt die Verkäuferin aus Neuss. Denn im vergangenen Jahr waren ihre Ferien auf Fehmarn eine Tortur. Schon auf der Autofahrt hielt ihr Mann jede Stunde an, weil Helga unter unkontrollierten Muskelzuckungen litt und sich die Beine vertreten musste. Sie hat das Restless Legs Syndrom (RLS) – eine bisher nicht völlig geklärte Erkrankung im Nervensystem. „Aber jetzt beruhigt ein neues Pflaster meine Zappelbeine", sagt sie.

Alles fängt vor etwa fünf Jahren an. „Eine Freundin sagte mir, dass ich immer wie ein Rennpferd herumtänzelte oder mich kurz hinsetzte, um gleich wieder aufzustehen. Ich hatte das noch nie so bemerkt." Später kommt ein lästiges Kribbeln in den Beinen dazu, vor allem wenn sie ruht. „Ich wälzte mich im Bett hin und her. Oft schlief ich erst nachts um vier Uhr ein – und musste morgens um acht wieder an der Kasse stehen." Sie sucht einen Facharzt für Nervenheilkunde auf. Er stellt die Diagnose RLS und erklärt: Ihre Signalübertragung im Gehirn ist gestört. Sie bekommt ein Medikament. „Aber die Wirkung ließ ziemlich schnell nach." Deshalb nimmt sie nach ihrem Urlaub Kontakt zu dem RLS-Experten Dr. Safi Hazzan (50) in Düsseldorf auf. Der Mediziner erläutert: „Bei Ihnen kam es zur medikamentenbedingten Verschlechterung. Durch schnell wirksame Tabletten gewöhnt sich das Gehirn zu rasch an den Wirkstoff." Dr. Hazzan empfiehlt ihr ein neues Medikamenten-Pflaster, das 24 Stunden lang so gleichmäßig wie möglich den beruhigenden Wirkstoff abgibt. Es muss nur täglich gewechselt werden. Pünktlich um sechs Uhr abends klebt Helga ein neues Pflaster auf. Immer an anderen Stellen, wie zum Beispiel an Oberarm, Schulter oder Rücken, damit Hautreizungen vermieden werden.

„Der Erfolg war erstaunlich", berichtet Helga K. „Nach drei, vier Tagen ließen die Beschwerden spürbar nach. Ich konnte nicht nur leichter einschlafen, ich schlief auch durch und wachte morgens erholt auf." Sie strahlt wieder. „Auch duschen und baden ist mit dem Pflaster kein Problem. Und nach zwei Wochen waren Nebenwirkungen wie Schwindel und Übelkeit vorbei. Ich bin einfach nur glücklich, dass es dieses Pflaster gibt."

Je nach Diagnoseaufwand liegen die Kosten zwischen 200 und 600 Euro. Infos: Kompetenzzentrum RLS, www.rls-zentrum.de, Tel.: 02 11/30 20 06-0

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