Eigenbluttherapie – wann hilft sie?

Redaktion PraxisVITA

Eine Eigenbluttherapie soll Hautkrankheiten lindern, Allergien stoppen und Infekte abwehren. Ist die Behandlung mit dem eigenen Blut tatsächlich ein Allheilmittel? Und wie funktioniert die Methode? Praxisvita beantwortet die wichtigsten Fragen.

Die sogenannte Eigenbluttherapie soll die Selbstheilungskräfte des Körpers aktivieren. Tatsächlich steigt die Zahl der weißen Blutkörperchen – also der „Immun-Polizei“ – nach der Eigenbluttherapie an. Experten gehen davon aus, dass sich die Eiweiße im Blut durch die Entnahme leicht verändern. Deshalb werden sie vom Körper als fremd angesehen, obwohl sie ihm keinerlei Schaden zufügen können. Dadurch wird die Abwehr stimuliert, die sich dann verstärkt um gesundheitliche „Schwachstellen“ im Körper kümmert.

 

Wie viele Formen der Eigenbluttherapie gibt es?

Es gibt zwei verschiedene Arten einer Eigenbluttherapie. Bei beiden sind je nach Art und Schwere der Erkrankung etwa sechs bis zehn Behandlungssitzungen erforderlich.

Eigenbluttherapie
Für die Eigenbluttherapie werden zwischen 0,5 und 5 Milliliter Blut aus der Armvene entnommen und dann mit ultraviolettem Licht bestrahlt© istock
 

Was passiert bei der „kleinen“ und der „großen“ Eigenbluttherapie?

Die „kleine Eigenbluttherapie

Für die Eigenbluttherapie werden zwischen 0,5 und 5 Milliliter Blut aus der Armvene entnommen und dann mit ultraviolettem Licht bestrahlt. Anschießend wird das Blut wieder in den Blutkreislauf gespritzt. Dieser Vorgang ist als „kleine Eigenbluttherapie“ bekannt.

Frau hat Heuschnupfen
Eine Eigenbluttherapie kann bei vielen Erkankungen helfen. Besonders häufig wird sie bei Allergien wie Heuschnupfen eingesetzt© Alamy

Die „große Eigenbluttherapie

Bei der „großen Eigenbluttherapie“ wird das Blut vor der „Rückgabe“ noch weiter behandelt. Je nach Erkrankung und Methode wird es dann beispielsweise mit homöopathischen Mitteln, einem Ozon-Sauerstoff-Gemisch oder auch pflanzlichen Immun-Stärkern wie Sonnenhut (Echinacea) angereichert. Für die „große Eigenbluttherapie“ werden etwa 80 bis 160 Milliliter Blut entnommen.

 

Wann hilft die Eigenbluttherapie?

Bewährt hat sich die Eigenbluttherapie vor allem bei Allergien, Infektanfälligkeit und allgemeinen Schwächezuständen. Auch bei chronischen Entzündungen der Haut oder Bronchien berichten Ärzte über gute Erfolge. Allerdings gibt es dazu bislang kaum aussagekräftige Studien. Deswegen werden die Kosten von 15 bis 50 Euro pro Spritze nur von wenigen Krankenkassen übernommen. Informieren Sie sich daher am besten, bevor sie mit der Eigenbluttherapie beginnen.

 

Gibt es Risiken bei der Eigenbluttherapie?

Bei einigen Patienten kann es unter der Eigenbluttherapie für zwei bis drei Tage zu einem leichten Temperaturanstieg und Krankheitsgefühl kommen. Das ist aber eher positiv: Es zeigt, dass der Körper reagiert. Vorsicht ist allerdings geboten bei Gerinnungsstörungen, Venenproblemen oder der Einnahme blutgerinnungshemmender Medikamente. Sprechen Sie in diesen Fällen zunächst mit Ihrem Arzt darüber, ob die Eigenbluttherapie für Sie in Frage kommt.

Frau mit erhöhter Temperatur
Bei einigen Patienten kann es nach der Eigenbluttherapie für zwei bis drei Tage zu einem leichten Temperaturanstieg und Krankheitsgefühl kommen. Das ist aber eher positiv© istock
 

Eigenbluttherapie: Ein Fall aus der Praxis

„Eine Eigenbluttherapie befreite mich vom Magen-Infekt“, so Silke Dauner (42)*. Immer wieder litt die Kosmetikerin unter Magen-Darm-Problemen. Dann stärkte sie ihr Immunsystem – mit ihrem eigenen Blut.

„Begonnen hatte alles im Urlaub in der Türkei: Ich hatte mir einen hartnäckigen Magen-Darm-Infekt eingefangen, der mir auch Wochen nach der Rückkehr noch zu schaffen machte“, erzählt die Lübeckerin. Ihr Hausarzt verschreibt ihr Antibiotika. „Die Medikamente halfen zwar erst, doch wenige Wochen später kamen die Übelkeit und die Bauchkrämpfe wieder", so die 42-Jährige. Der Arzt verschreibt ihr immer wieder Antibiotika. Ein Teufelskreis beginnt.

Zufällig sieht sie im Fernsehen einen Bericht über die Eigenbluttherapie. „Das Verfahren hat schon vielen Menschen mit wiederkehrenden Infekten geholfen. Das wollte ich auch ausprobieren." Nach der ersten Behandlung ist Silke Dauner erleichtert: „Da nur so wenig Blut entnommen wird, ist es überhaupt nicht schlimm." Nach acht Sitzungen geht es ihr deutlich besser. „Ich fühlte mich nach der Eigenbluttherapie insgesamt viel fitter und belastbarer. Und das Beste: Ich war den lästigen Magen-Darm-Infekt endlich los und musste keine Antibiotika mehr nehmen."

*Name von der Redaktion geändert

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