Eigenbluttherapie bei Neurodermitis?

Eigenblut-Injektion bei Neurodermitis-Patient
Pro Sitzung dauert eine Eigenbluttherapie 10 bis 30 Minuten © Fotolia

Menschen lassen sich zu Heilzwecken ihr eigenes Blut injizieren. Auch bei Neurodermitis wird die Eigenbluttherapie angewendet. Erfahren Sie hier, was hinter dem Verfahren steckt.

Es soll Allergien stoppen, Hautkrankheiten wie Neurodermitis lindern und Infekte abwehren – ist unser eigenes Blut tatsächlich ein Allheilmittel? Neu ist das Verfahren der Eigenbluttherapie nicht – schon im 19. Jahrhundert experimentierten deutsche und englische Ärzte mit der Selbstheilungskraft des Bluts. Seit Kurzem wird dieses alte Naturheilverfahren nun wieder häufiger angewendet – mit unterschiedlichem Erfolg. Wie die Eigenbluttherapie genau funktioniert, welche Wirkung sie hat und was sie kostet – wir beantworten die wichtigsten Fragen.

 

Was wird mit der Eigenbluttherapie behandelt?

Krankheiten wie Neurodermitis oder wiederkehrende Infektionen, Asthma und Arthrose werden häufig mit dieser alternativen Heilmethode behandelt. Aber auch zur Stärkung nach Krebstherapien oder allgemeiner Immunschwäche wird die Eigenbluttherapie angewendet.

 

Welches Wirkprinzip steckt hinter der Eigenbluttherapie?

Ziel der Eigenbluttherapie ist es, die körpereigene Abwehr durch das unjizierte Blut anzukurbeln und dadurch das Immunsystem zu aktivieren. Ärzte und Heilpraktiker, die die Eigenbluttherapie anwenden, gehen davon aus, dass sich die Eiweiße im Blut durch die Entnahme leicht verändern. Zurück im Körper sollen diese Eiweiße eine Immunreaktion hervorrufen.

 

Wie läuft die Eigenbluttherapie genau ab?

Dem Patienten werden in der Eigenbluttherapie ein bis zehn Milliliter Blut aus einer Vene entnommen, das anschließend in den Oberarm- oder Gesäßmuskel gespritzt wird. In manchen Fällen wird das Blut vor dem Injizieren auch noch mit pflanzlichen Medikamenten oder destilliertem Wassern angereichert. Um Behandlungserfolge zu erzielen, sind in der Regel mehrere Sitzungen über einige Wochen nötig.

 

Wo kann ich mich bei Neurodermitis behandeln lassen?

Viele Heilpraktiker, aber auch Allgemeinmediziner, Hautärzte, Orthopäden und Allergologen bieten die Eigenbluttherapie mittlerweile an.

 

Wie hoch sind die Kosten?

Pro Injektion muss der Patient mit 15 bis 50 Euro rechnen. Die Preise variieren je nach Aufbereitung des Bluts. Da für gewöhnlich mehrere Sitzungen notwendig sind, ist die komplette Eigenbluttherapie mit einigen hundert Euro ziemlich teuer. Die Krankenkassen übernehmen die Kosten dafür nicht.

 

Wie erfolgreich ist die Eigenbluttherapie bei Neurodrmitis?

Es gibt mittlerweile viele Patienten, die von großen Erfolgen dieser Behandlung berichten. Untersuchungen zur Wirkweise bei Neurodermitis sind ebenfalls zu positiven Ergebnissen gekommen. Für viele Neurodermitiker, die schon zahlreiche Verfahren und Medikamente ausprobiert haben, stellt die Eigenbluttherapie also eine gute Alternative dar.

Auch sind sind Menschen mit wiederkehrenden Infekten, die ständig mit Antibiotika behandelt wurden, mit diesem Verfahren erfolgreich therapiert worden. Ebenso als Begleittherapie bei schweren Erkrankungen wie Krebs kann die Eigenbluttherapie Erfolge verzeichnen. Wichtig ist jedoch: Sie kann in diesen Fällen nicht als Ersatz für eine schulmedizinische Therapie eingesetzt werden. Die Wirkung bei anderen Krankheiten muss noch durch Studien belegt werden. Da die Eigenbluttherapie bei richtiger, steriler Anwendung in der Regel keine Nebenwirkungen hat, ist sie als alternative Heilmethode ideal geeignet.

 

Neurodermitis – wenn die Haut zum Feind wird

Das könnte Sie auch interessieren
Themen
Copyright 2018 praxisvita.de. All rights reserved.