Eier machen schlau

Verena Elson
EIn Baby wird mit einem Ei gefüttert
So klein und doch so reich an Nährstoffen: Eier sind echte Dopingmittel für das kindliche Gehirn, zeigt eine aktuelle Studie © iStock/Radist

Kinder sollten schon im zweiten Lebenshalbjahr regelmäßig Eier essen – denn das trägt zu ihrer Gehirnentwicklung bei, zeigt eine aktuelle US-Studie.

Bereits im Alter von sechs Monaten sollten regelmäßig Hühnereier auf dem Speiseplan des Kindes stehen – das verbessert die Voraussetzungen für eine optimale Gehirnentwicklung. So lautet das Ergebnis einer aktuellen Studie von Forschern der Washington University in St. Louis.

Die Wissenschaftler führten ihre Untersuchung mit Mutter-Kind-Paaren aus einer Gebirgsregion in Ecuador durch. Der Grund für die Auswahl der Probandengruppe: Die wirtschaftliche Lage in dem südamerikanischen Land verwehrt großen Teilen der Bevölkerung den Zugang zu teuren Lebensmitteln (15 Prozent müssen mit weniger als einem Dollar pro Tag auskommen). Ein Ziel der Studie war es, einen Weg zu finden, die Gehirnentwicklung von Babys und Kleinkindern in armen Regionen mit möglichst günstigen Lebensmitteln (dazu gehören Hühnereier) optimal zu fördern.

Über einen Zeitraum von sechs Monaten bekamen die zu Studienbeginn sechs bis neun Monate alten Babys täglich ein Ei zu essen – Kinder in einer Kontrollgruppe bekamen keine Eier.

 

Ein Ei pro Tag für optimale Gehirnentwicklung

Blutuntersuchungen nach Ablauf der sechs Monate zeigten: Die Kinder in der Hühnerei-Gruppe hatten höhere Konzentrationen eines Nährstoffs im Blut, der bei der Gehirnentwicklung eine wichtige Rolle spielt. Das sogenannte Cholin ist beispielsweise an der Produktion des Botenstoffs Acetylcholin beteiligt, der Grundfunktionen des Körpers wie den regelmäßigen Herzschlag und Muskelbewegungen, aber auch Stimmung und Gedächtnis beeinflusst.

Zwar kann der Körper eine geringe Menge Cholin selbst produzieren, zusätzlich ist er aber auf eine Zufuhr des Nährstoffs über die Nahrung angewiesen. Hühnereier sind besonders gute Cholinlieferanten und enthalten weitere Nährstoffe, die die kindliche Entwicklung unterstützen.

„Wie Milch oder Samen sind Eier dafür da, frühes Wachstum und Entwicklung eines Organismus zu unterstützen, und sind darum reich an Nährstoffen“, so Studienautorin Lora Iannotti in einer Pressemitteilung.

 

Cholin unterstützt Gehirnentwicklung schon im Mutterleib

Tierexperimente haben gezeigt, dass eine cholinreiche Ernährung in der Schwangerschaft die Gehirnentwicklung des Ungeborenen positiv beeinflusst. Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) empfiehlt eine tägliche Cholinzufuhr von 400 mg für Erwachsene (480 mg für Schwangere, 520 mg für Stillende), 160 mg für Babys im Alter von sieben bis elf Monaten und 140 bis 340 mg für Kinder von einem bis 14 Jahren. Ein Hühnerei enthält rund 100 mg Cholin. Weitere gute Cholinquellen sind Lachs (220 mg Cholin/100 g Lachs), Weizenkeime (152 mg/100 g) und Sojabohnen (115 mg/100 g).

 

Was bedeutet der Code auf dem Ei?

Die erste Zahl zeigt die Haltungsform der Legehennen an (0 = Ökologische Erzeugung, 1 = Freilandhaltung, 2 = Bodenhaltung, 3 = Käfighaltung). Danach folgen Buchstaben für das Herkunftsland (zum Beispiel DE = Deutschland). Die letzten Ziffern geben Aufschluss über das Bundesland (zum Beispiel 02 = Hamburg). Hier können Sie den Code auf Ihrem Ei direkt entschlüsseln lassen: www.was-steht-auf-dem-ei.de

Das könnte Sie auch interessieren
Themen
Copyright 2018 praxisvita.de. All rights reserved.