Eier abgelaufen: Kann ich sie noch essen? Darauf kommt es an!

Das Mindesthaltbarkeitsdatum auf der Eierpackung ist schon ein paar Tage überschritten: Sollte man Eier abgelaufen trotzdem noch essen? Oder sind Eier nach dem MHD verdorben? Die Antwort!

Eier in einer Kartonverpackung
Eier sind auch nach dem Mindesthaltbarkeitsdatum essbar – aber nur unter bestimmten Bedingungen Foto: iStock/Nacho Mena

Da möchte man sich ein schönes Spiegelei braten oder einen Kuchen backen – und dann das: Die Eier sind abgelaufen. Vermutlich landet das Lebensmittel bei den meisten Menschen in den Müll, wenn das Mindesthaltbarkeitsdatum (MHD) überschritten ist. Doch warum eigentlich? Kann es der Gesundheit schaden, wenn die Eier abgelaufen sind?

Eier nach 1, 3, 5 Tagen abgelaufen: Kann man rohe Eier nach dem MHD noch essen?

Kann man Eier noch essen, wenn sie abgelaufen sind? Klare Antwort: Ja – aber mit ein paar Einschränkungen. Laut Bundeszentrum für Ernährung (BZfE) sind Eier, deren Mindesthaltbarkeitsdatum überschritten ist und die kühl gelagert sind, nicht per se verdorben.

Nach dem Mindesthaltbarkeitsdatum sollten rohe Eier nur noch verwendet werden, wenn sie über 70 Grad Celsius erhitzt werden. Für durcherhitzte Speisen sind abgelaufene Eier also durchaus noch genießbar und nicht gesundheitsgefährdend.

Eier: MHD abgelaufen? Mit diesen Tipps verlängert sich die Haltbarkeit

Wichtig ist, dass Eier im Kühlschrank aufbewahrt wird – dann sind sie noch länger genießbar: Wenn Sie rohe Eier zwei Wochen vor Ablauf des Mindesthaltbarkeitsdatums kühl lagern, verlängert sich die Haltbarkeit etwa um zwei bis vier Wochen nach dem MHD.

Wer länger etwas von dem Lebensmittel haben möchte, sollte Eier nach dem Kauf nicht abwaschen. Denn Eierschalen besitzen eine natürliche Schutzschicht, die durch eine Reinigung leicht Risse bekommen kann. Die Folge: Keime haben leichtes Spiel, ins Eierinnere zu gelangen.

Für aufgeschlagene rohe Eier empfiehlt das BZfE:

  • Rohes Eigelb und rohes Eiklar im Kühlschrank: 2 bis 3 Tage

  • Rohes Eigelb im Gefrierschrank bei mind. -18°C: 6 bis 10 Monate

  • Rohes Eiklar im Gefrierschrank bei mind. -18°C: etwa 12 Monate

Welches Mindesthaltbarkeitsdatum haben Eier?

Ab dem Legedatum haben Eier nach gesetzlichen Vorgaben eine Mindesthaltbarkeit von 28 Tagen. Das bedeutet im Umkehrschluss: Wenn Sie vom Mindesthaltbarkeitsdatum 28 Tage abziehen, erhalten Sie das Datum, an dem die Henne das Ei gelegt hat.

Mindesthaltbarkeitsdatum und Verfallsdatum: Das ist der Unterschied

Wichtig zu unterscheiden: Das Mindesthaltbarkeitsdatum ist kein Verfallsdatum. Bei einem Verfallsdatum ist das Lebensmittel nach Überschreiten verdorben. Das MHD gibt jedoch nur an, bis zu welchem Zeitpunkt das Lebensmittel Geschmack, Farbe und Konsistenz behält – es ist also ein Qualitätsversprechen des Erzeugers bzw. Herstellers.

Auch nach dem Mindesthaltbarkeitsdatum dürfen Eier theoretisch noch im Supermarkt angeboten werden – es gilt demnach kein Verbot, die Waren weiterhin zu verkaufen. Üblich ist es jedoch, dass Händler abgelaufene Ware gesondert und zu einem reduzierten Preis anbieten; vor allem dann, wenn das Lebensmittel an Qualität eingebüßt hat. Hier ist es sogar gesetzlich vorgeschrieben, das betroffene Lebensmittel aufgrund der verminderten Qualität entsprechend zu kennzeichnen.

Was passiert, wenn man ein abgelaufenes Ei isst?

Bei Eiern besteht immer die Gefahr, dass an ihnen Salmonellen haften. Die Keime können über die Eierstöcke der Henne in das Ei gelangen. Auch wenn die Schale mit Kot verunreinigt ist, können Krankheitserreger das Eierinnere erreichen. Je wärmer die Umgebung, desto mehr können sich die Salmonellen vermehren – vor allem bei Körpertemperatur.

Wenn Salmonellen in den Körper gelangen, können sie Magen-Darm-Probleme mit plötzlichem Durchfall, Erbrechen, Fieber sowie Kopf- und Bauchschmerzen verursachen. Rohe Eierspeisen sollten daher möglichst schnell gegessen werden oder für kurze Zeit im Kühlschrank aufbewahrt werden. Wenn sich jedoch schon Keime darauf befinden, tötet Kälte (selbst im Tiefkühlfach) die Erreger nicht ab. Daher verwenden Sie für rohe Eiergerichte nur frische Ware, hier ist die Salmonellengefahr gering. Und für abgelaufene Eier gilt: Erhitzen – denn Salmonellen sterben erst bei Temperaturen ab 70 Grad Celsius ab.

Abgelaufene Eier erkennen mit dem Aufschlag-Test

Wie alt ein Ei ist, lässt sich auf den ersten Blick nicht so leicht feststellen – es sei denn, auf dem Ei ist ein Mindesthaltbarkeitsdatum abgedruckt. Beim Aufschlagen zeigen sich jedoch die Unterschiede:

  • Frische Eier erkennen Sie an dem hochgewölbten Dotter, der auf dem eher ringförmigen und zähem Eiklar sitzt.

  • Alte Eier sind daran zu erkennen, dass das Eigelb flach aufliegt oder mit dem wässrigen Eiweiß zerfließt.

Die Aufschlag-Methode verrät allerdings noch nicht, ob ein Ei wirklich schlecht ist. Mehr Sicherheit kann der Riech-Test geben: Ein verdorbenes Ei riecht unangenehm nach Schwefel.

„Je flacher der Dotter, desto älter das Ei.“
Bundeszentrum für Ernährung

Wer lieber vor dem Aufschlagen Gewissheit haben möchte, ob das Ei bereits verdorben ist, kann dies anhand des Eiertests mithilfe eines Glas Wassers feststellen.

Eier nach Ablaufdatum: So können Sie sie noch verwerten

Abgelaufene Eier sollten nur noch für Gerichte verwendet werden, die gut erhitzt worden sind. Roh oder halbroh sollte das Lebensmittel daher nicht mehr verzehrt werden. Für Mayonnaise oder Tiramisu eignen sich abgelaufene Eier also nicht.

Eier über dem Mindesthaltbarkeitsdatum kommen zum Beispiel infrage für:

  • hartgekochte Frühstückseier

  • beidseitig gut durchbratende Spiegeleier

  • Kuchen

  • Aufläufe

Vor allem im Hinblick auf Nachhaltigkeit und Lebensmittelverschwendung ist es sinnvoll, Eier über dem Mindesthaltbarkeitsdatum nicht sofort zu entsorgen. Wenn die Eier abgelaufen sind, vertrauen Sie auf Ihre Sinne und lagern Sie das Lebensmittel schon nach dem Kauf kühl – dann ist die Salmonellengefahr sehr gering.

Quellen:

Eier: Haltbarkeit und Lagerung, in: verbraucherzentrale.de

Eier: Einkauf und Kennzeichnung, in: bzfe.de

Eier: Zubereitung und Lagerung, in: bzfe.de

Eier: Verbraucherschutz, in: bzfe.de

MHD abgelaufen, in: lebensmittelklarheit.de