Eichenprozessionsspinner: Wie gefährlich sind die giftigen Raupen wirklich?

Gaby Scheib

Die Klimaveränderungen sorgen dafür, dass sich die Eichenprozessionsspinner in Deutschland immer weiter ausbreiten: Milde Temperaturen kommen dem Schädling entgegen. Die Brennhaare der Raupen können bei Menschen und Tieren Ausschlag und allergische Reaktionen hervorrufen.

Inhalt
  1. Der Eichenprozessionsspinner reizt die Haut und sorgt für Ausschlag und Allergie
  2. Wie kann ich Eichenprozessionsspinner erkennen?
  3. Wie sieht die Bekämpfung der Eichenprozessionsspinner aus? 

Der Eichenprozessionsspinner ist ein Nachtfalter, der in Deutschland beheimatet ist. Durch die ansteigenden Temperaturen der letzten Jahre konnte sich die Population stark vermehren. Insbesondere 2018 und 2019 gab es laut Schutzgemeinschaft Deutscher Wald einen starken Zuwachs. Und auch der letzte milde Winter bot die idealen Voraussetzungen für eine weitere Vermehrung. 

Die Weibchen des Eichenprozessionsspinners legen noch im Sommer ihre Eier im Kronenbereich von Eichen ab. Die Embryos entwickeln sich im Herbst und überwintern in den Eiern, bis sie im April/Mai schlüpfen. Die Raupen durchlaufen fünf bis sechs Larvenstadien und sind ab dem dritten Stadium gefährlich für Menschen und Tiere.

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Der Eichenprozessionsspinner reizt die Haut und sorgt für Ausschlag und Allergie

Die Raupen des Eichenprozessionsspinners bilden Brennhaare mit Widerhaken aus, die ein Nesselgift enthalten. Je älter die Raupe, desto gefährlicher die Brennhaare – eine Altraupe kann bis zu 700.000 Haare entwickeln. Kommt die Haut in Kontakt mit den feinen Härchen, können (pseudo-)allergische Reaktionen die Folge sein, wie:

• Hautirritationen 
• Juckreiz 
• Ausschlag
• Augenreizungen
Fieber 
• Schwindel 

Beim Einatmen drohen Atembeschwerden, wie Asthma und Bronchitis, schlimmstenfalls kann sogar ein allergischer Schock die Folge sein.

Das Problem: Die Raupen des Eichenprozessionsspinners verlieren während der Fraßzeit im Mai und Juni viele Brennhaare, denn dann sind sie extrem mobil. Der Wind trägt sie dann in die Umgebung. Die feinen Haare bleiben sehr lange giftig, sie können sogar noch Jahre später für Reaktionen beim Menschen sorgen.

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Wie kann ich Eichenprozessionsspinner erkennen?

Die Raupen lieben es warm und trocken. Sie besiedeln bevorzugt Eichen, können in besonders populationsreichen Jahren aber auch an anderen Bäumen, z. B. der Hainbuche vorkommen. Da sie nachts fressen, wandern sie gemeinsam den Baumstamm und Äste entlang – daher auch ihr Name. Die Prozessionen können laut Nabu bis zu zehn Meter lang werden.

Die älteren Raupen der Eichenprozessionsspinner bilden sogenannte Gespinste aus, die wie ein Nest wirken. Da sich die Raupen mit zunehmendem Alter dunkler färben, sind sie nicht ganz leicht zu erkennen. Entdeckt man aber ein Nest oder Spuren einer Prozession, sollte man sich sofort entfernen und fachkundige Hilfe holen.

 

Wie sieht die Bekämpfung der Eichenprozessionsspinner aus? 

Ist der Befall gering, können Schädlingsbekämpfer die Falter mechanisch entfernen, z. B. durch absaugen. Bei größerem Befall werden biologische Schädlingsbekämpfungsmittel eingesetzt. Giftige Insektizide zur Bekämpfung des Eichenprozessionsspinners sollten zum Schutz von Menschen und Baumbestand vermieden werden.

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Quellen:

FAQ Eichenprozessionsspinner in: umweltbundesamt.de 

Eichenprozessionsspinner in: sdw.de

Der Eichenprozessionsspinner in: nabu.de

 

 

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