Efeuextrakt hilft bei Keuchhusten

Efeu bei starker Dosierung giftig
In starker Dosierung ist der Efeu giftig, aber bei richtiger Anwendung lindert er Hustenbeschwerden ohne Nebenwirkungen © Fotolia

Vor ein paar Jahren erhielt die Pflanze Efeu den Titel „Arzneipflanze des Jahres“. Denn Efeu wird heute vor allem bei Keuchhusten und Atemwegserkrankungen eingesetzt, und ist eine sehr alte Kultur- und Heilpflanze.

 

Efeu hilft bei Keuchhusten

Die Ärzte benutzten in der Antike Efeuextrakt als Hustenmittel. Im 19. Jahrhundert wurde diese Arznei durch einen Zufall von einem südfranzösischen Arzt wiederentdeckt. Er hatte bemerkt, dass Kinder seiner Region nie an Bronchitis erkrankten. Er ging dem Geheimnis auf den Grund und stellte fest, dass sie Milch aus Schalen tranken, die aus dem Holz der Efeupflanze gemacht waren.

Heute ist die Wirkung des Efeuextrakts durch klinische Studien belegt, man verwendet ihn nicht nur bei Bronchialerkrankungen, sondern auch bei Keuchhusten. In hohen Dosen kann Efeu jedoch giftig sein. Erste Anzeichen sind ein brennender Rachen, Durchfall, Erbrechen, Kopfschmerzen bis zu Krämpfen und Schockzuständen. Doch ist eine höhere Dosierung eher unwahrscheinlich, denn der bittere Geschmack ist doch allzu abstoßend.

 

Efeu: Pflanze des Dionysos

Schon in den alten Hochkulturen erfreute er sich großer Wertschätzung. Bei den Ägyptern zum Beispiel war der Efeu dem Gott Osiris geweiht. Und die Griechen ordneten die Kletterpflanze dem sinnenfrohen Dionysos zu. Zahlreich sind die antiken Darstellungen, die den efeubekränzten Gott des Weines und der Fruchtbarkeit zeigen. Man glaubte, dass sich Dionysos am liebsten an jenen Orten aufhalte, die von reichlich Efeu bedeckt sind. Einer Legende nach sollen die Soldaten Alexanders des Großen in Tränen ausgebrochen sein, als sie den heiligen Berg der indischen Stadt Nysa von Efeu umwuchert sahen. Denn sie meinten, nun könne Dionysos nicht fern sein.

Bei Zechgelagen setzten die Griechen sich gerne Efeukränze aufs Haupt, und zwar nicht nur aus weinseliger Begeisterung heraus, sondern auch, um die Stirn zu kühlen. Noch Jahrtausende später riet Hieronymus Bock zu einer Efeutinktur gegen Kopfschmerzen: „Efeublätter gestoßen mit Essig und ein wenig Rosenwasser dazu genommen ist eine köstlich Arznei für das grausame Hauptweh.“

 

Efeu als Zeichen der Verbundenheit

Doch der Efeu war nicht nur mit Sinnenfreude verbunden. Die anschmiegsame und umschlingende Pflanze galt auch als Symbol der Treue, etwa in der Sage um Tristan und Isolde. Brautpaare erhielten Efeuzweige als Zeichen ihrer Verbundenheit.

Die Christen schmückten ihre Grabstätten mit Efeu, galt er doch, anders als die Zypresse, als Symbol für das ewige Leben. Kein Wunder, denn der wuchernde Efeu kann 400 Jahre alt werden, während die Zypresse, einmal gefällt, nie mehr nachwachsen kann.

Der Efeu, als Symbol der Liebe, musste auch für allerlei abergläubische Rituale herhalten. Die Andreasnacht (30. November) galt nach altem Volksglauben als besonders günstig, einen künftigen Ehepartner zu finden. Dann warf man zwei Efeublätter in eine Schale mit Wasser. Waren die beiden Blätter am nächsten Morgen zusammengetrieben, so sollte es noch im gleichen Jahr Hochzeit geben, schwammen die Blätter getrennt voneinander, musste man noch warten.

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