Ebola-Schnelltest freigegeben

Eine Frau arbeitet im Labor
Der bisherige Ebola-Test musste im Labor ausgewertet werden – das dauerte bis zu 24 Stunden © Fotolia

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat einen Test freigegeben, mit dem sich Ebola innerhalb von 15 Minuten diagnostizieren lässt. Hier erfahren Sie, welche Vorteile das neue Verfahren bringt.

„Habe ich Ebola oder nicht?“ Bisher vergehen bis zu 24 Stunden, bevor Patienten eine Antwort auf diese Frage erhalten. Ein neuer Ebola-Schnelltest, der sogenannte ReEBOV Antigen Rapid Test, soll das jetzt ändern. Er liefert den Ebola-Befund schon nach 15 Minuten. Davon versprechen sich Mediziner einen entscheidenden Vorteil in der Bekämpfung der Epidemie.

 

Vorteile des Ebola-Schnelltests

Je früher die Diagnose feststeht, desto eher kann die Behandlung beginnen. Damit steigen die Heilungschancen und gleichzeitig verringert sich die Zeitspanne, in der Betroffene andere anstecken können.

Bei dem herkömmlichen Testverfahren werden Körperflüssigkeiten des Patienten auf genetische Spuren des Ebola-Virus untersucht. Dafür ist Elektrizität, Laborausrüstung und speziell geschultes Personal notwendig – in den meisten ländlichen Gegenden ist jedoch nichts davon vorhanden.

Der neue, von dem US-Unternehmen Corgenix entwickelten Schnelltest spürt Proteine auf, die Bestandteile des Ebola-Virus sind. Das setzt im Vergleich zum bisherigen Verfahren weit weniger Ausrüstung, keine Elektrizität und kein speziell geschultes Personal voraus – der neue Ebola-Test kann darum auch in abgelegenen Gegenden eingesetzt werden. Außerdem eignet er sich für die Schnelldiagnose an Flughäfen.

 

Geringere Wirksamkeit

Ein Manko hat die neue Methode allerdings: Sie ist weniger zuverlässig als das bisherige Verfahren. Wenn ein Patient an Ebola erkrankt ist, liefert der Test zu 92 Prozent das richtige Ergebnis – liegt keine Erkrankung vor, fällt er zu 85 Prozent richtig aus. Die Empfehlung der WHO lautet daher, den Ebola-Test mit der aufwändigeren Methode zu wiederholen, um das Ergebnis zu bestätigen.

Experten rechnen mit zwei Wochen Wartezeit, in denen der neue Schnelltest von den US-Gesundheitsbehörden freigegeben werden muss, bevor er angewendet werden kann.

Inzwischen haben sich mehr als 23.200 Menschen mit Ebola infiziert, 9.380 sind Expertenangaben zufolge daran gestorben. Während in Liberia und Guinea die Fallzahlen inzwischen stagniert sind, steigt die Zahl der Neuinfektionen in Sierra Leone weiter an.

Hamburg, 23. Februar 2015

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