Ebola–Krankheitsverlauf: Warum manche Menschen sterben und andere überleben

Ebola Schutzanzug
Ebola gehört zu den tödlichsten Infektionskrankheiten der Welt. Luftdichte Schutzanzüge und Quarantäne-Maßnahmen sind unbedingt notwendig beim Umgang mit Ebola-Infizierten © shutterstock

Das Ebola-Virus gehört zu den tödlichsten Infektionskrankheiten weltweit. Seit März 2014 haben sich in Westafrika rund 1.600 Menschen mit dem Erreger angesteckt – davon starben 887 an den schweren Folgen der Krankheit. Doch wie verläuft die Krankheit und auf welche Weise wird Ebola nach dem Ausbruch behandelt? Praxisvita hat für Sie alle Fakten zum Thema.

Nach einer Ansteckung mit dem Ebola-Erreger vergehen vier bis zehn Tage, bis die Krankheit ausbricht. In diesem Zeitraum verbreiten sich die Viren im Körper – Mediziner sprechen dabei von der sogenannten Inkubationszeit. Die genaue Zeitspanne, die von der Infektion bis zum Ausbruch von Ebola vergeht, hängt vom jeweiligen Gesundheitszustand und dem Alter des Betroffenen ab. Vereinzelt gibt es auch Berichte über Inkubationszeiten von weniger als zwei oder mehr als 20 Tage.

 

Erste Anzeichen von Ebola

Während dieser Inkubationszeit sind die Infizierten nicht ansteckend. Das ändert sich allerdings mit dem Auftreten der für Ebola typischen Symptome: Die Patienten leiden unvermittelt unter hohem Fieber, Schüttelfrost, Muskel- und Kopfschmerzen, Müdigkeit, Appetitlosigkeit, angeschwollener Nasenschleimhäute, Gliederschmerzen und Augenreizung – ähnlich wie bei einer schweren Grippe.

Nach dieser ersten Phase werden die Beschwerden oft innerhalb von Stunden deutlich schlimmer. Ebola-Infizierte leiden nun unter völliger körperlicher Erschöpfung, Übelkeit, Erbrechen, Bauchschmerzen, Durchfall, Brustschmerzen, Atemnot, trockenem Husten sowie Ausfluss aus der Nase. Weitere Symptome betreffen das Nervensystem – z.B. in Form von Kopfschmerzen, Verwirrung oder Koma – und den Blutkreislauf – z.B. in Form von Schwellungen oder Blutdruckabfall.

 

Der Höhepunkt von Ebola

Auf dem Höhepunkt der Krankheit sind die Leber- und Nierenfunktionen erheblich gestört – was zu einem Vitamin-D-Mangel und sogenannten Harnvergiftungen führen kann. Das Fieber der Betroffenen steigt in dieser Phase auf über 40 Grad Celsius. Innere Blutungen treten auf. Zudem zeigen sich äußerlich Einblutungen in die Haut und Schleimhäute sowie juckende Hautausschläge.

Die verminderte Blutzirkulation erreicht nun einen lebensbedrohlichen Grad. Weil das Gehirn nicht mit ausreichend Sauerstoff versorgt wird, kann es zu Kreislaufzusammenbrüchen, schweren Krämpfen und Lähmungen kommen.

 

Leben oder Tod – die entscheidende Phase

Den Höhepunkt des Krankheitsverlaufs erreicht Ebola nach rund einer Woche – die Symptome können aber in Einzelfällen 14 bis 16 Tage andauern. Entsprechend sterben Ebola-Patienten in der Regel zwischen dem sechsten und 16. Tag nach Ausbruch der Krankheit. Der Tod tritt ein aufgrund von inneren Blutungen (hoher Blutverlust), mehrfachem Organversagen oder Kreislaufzusammenbrüchen.

 

Wie man Ebola besiegt

Ob ein Patient die Infektion mit Ebola überlebt oder nicht, hängt in erster Linie mit dem jeweiligen körperlichen Zustand zusammen. Alte Menschen, Kinder oder Menschen mit Vorerkrankungen oder Immunschwäche haben das höchste Risiko, an der Krankheit zu sterben. Da es noch keine zugelassenen Medikamente über einen experimentellen Status hinaus gibt, ist das körpereigene Immunsystem die einzige Waffe gegen den Erreger. Schafft es der Körper nicht rechtzeitig, ausreichend Antikörper gegen das Ebola-Virus zu produzieren, stirbt der Patient.

Tatsächlich bilden alle Menschen – ähnlich wie bei einer Grippe – nach rund sieben bis zehn Tagen Antikörper gegen das Virus. Die Behandlung richtet sich bislang fast ausschließlich gegen die Symptome. Die Betroffenen werden mit ausreichend Flüssigkeit versorgt (auch im Sinne von Bluttransfusionen), ihr Kreislauf wird stabilisiert und sie werden vor zusätzlichen (sekundären) Infektionen geschützt. Eine weitere Behandlungsmöglichkeit ist die Verabreichung von speziellen Antikörpern, die entweder von Überlebenden oder aus synthetischer Herstellung aus dem Labor stammen.

Hamburg, 5. August 2014

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