Ebola-Ansteckung: Wie aggressiv ist das Virus wirklich?

Virologe untersucht Ebola-Virus
Das Ebola-Virus ist hochansteckend – medizinisches Personal und Laborfachkräfte sind besonders gefährdet und müssen Schutzkleidung tragen © Istock

Die aktuelle Ebola-Epidemie breitet sich rasant aus. Erfahren Sie hier, wie das Virus übertragen wird, für welche Personengruppen die Infektionsgefahr am höchsten ist und wie Sie eine Ansteckung vermeiden können.

 

So wird das Ebola-Virus übertragen

Das Ebola-Virus wird durch den Kontakt mit Körperflüssigkeiten von infizierten oder an Ebola verstorbenen Menschen oder Tieren übertragen. Erkrankte sind ansteckend, sobald sich erste Symptome zeigen. Das Virus wird nicht über die Atemluft übertragen, die Berührung von Geld oder der Aufenthalt im selben Schwimmbecken sind ebenfalls nicht gefährlich. Auch eine Übertragung durch Stechmücken oder andere Insekten ist ausgeschlossen.

 

Besonders gefährdete Personengruppen

Alle, die engen Kontakt mit Infizierten oder dem Virus haben, sind besonders gefährdet: Angehörige, die Erkrankte betreuen, medizinisches Personal und auch Laborfachkräfte gehören zum gefährdeten Personenkreis. Auch das Risiko einer Ansteckung über Tiere ist hoch: In Westafrika werden Flughunde, Antilopen und Affen, die den Erreger in sich tragen können, gejagt und verzehrt. Menschen, die infizierte Tiere schlachten, zubereiten oder nicht durchgegart verzehren, können sich leicht anstecken.

 

Risikofaktor traditionelle Beerdigungen

Ein Grund für die rasante Ausbreitung der aktuellen Epidemie ist der ausgeprägte Totenkult in Westafrika. Zur Beerdigungszeremonie gehört es, dass Angehörige den Verstorbenen waschen, pflegen und berühren – dieses Ritual ist eine Hauptansteckungsquelle. Behörden einiger betroffener Staaten und internationale Hilfsorganisationen senden Beerdigungsteams in Dörfer mit Ebola-Toten, die dort die Häuser der Verstorbenen desinfizieren und die Leichen in verschlossenen Plastiksäcken beerdigen. Allerdings ist das längst nicht immer möglich – Experten vermuten viele unerkannte Ebola-Fälle, bei denen die Toten auf traditionelle Weise bestattet werden.

 

Einer Ansteckung mit dem Ebola-Virus vorbeugen

Für Reisende in die betroffenen Länder besteht nur ein sehr geringes Ansteckungsrisiko mit dem Ebola-Virus, solange sie nicht mit erkrankten Menschen oder Tieren in Kontakt kommen. Das Auswärtige Amt rät dennoch von Reisen in die Risikogebiete ab. Wer sich in Liberia, Sierra Leone, Guinea oder Nigeria aufhält, sollte Folgendes vermeiden, um sein Ansteckungsrisiko zu verringern:

  • Kontakt mit Infizierten und deren Körperflüssigkeiten
  • Kontakt mit wilden Tieren und den Verzehr von „Buschfleisch“ (Fleisch von Wildtieren)
  • Ungeschützten Geschlechtsverkehr

Sollten Sie nach Ihrer Rückkehr Symptome wie Fieber und Durchfall an sich bemerken, suchen Sie unverzüglich einen Arzt auf und erwähnen Ihre Reise.

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