Ebola-Alarm: Wie gut ist Deutschland auf ein Super-Virus vorbereitet?

Mediziner im Schutzanzug
Deutsche Kliniken bereiten sich auf den Ebola-Ernstfall vor – z.B. mit der Einrichtung von Isolierstationen und einem Vorrat an Schutzanzügen © Shutterstock

Ebola breitet sich immer weiter aus. Was passiert, wenn das Virus weiter mutieren sollte und auch in Deutschland eine Epidemie auslöst? Hier erfahren Sie, ob wir ausreichend vorbereitet sind.

Mit bislang 4.800 Infizierten und 2.400 Todesfällen ist der jetzige Ebola-Ausbruch der schwerste seit Entdeckung der Krankheit. Mediziner schließen nicht aus, dass das Virus durch Mutation irgendwann durch die Luft übertragen wird – dann könnten die Neuinfektionen rasant ansteigen.

Deutsche Mediziner wappnen sich darum für den Fall, dass das Virus in Deutschland ankommt. Der Ablauf für den Ernstfall ist genau festgelegt.

 

Sofortmaßnahmen bei Ebola-Verdacht

Wenn hierzulande ein Patient mit Ebola-Symptomen einen Hausarzt aufsucht, muss dieser den Verdacht unverzüglich melden. Er informiert dann die Leitstelle der Feuerwehr, die schickt speziell ausgebildete Einsatzkräfte, die „Bio-Taskforce“, zum Patienten.

Geschützt durch Ganzkörperanzug, Helm und Handschuhe untersuchen die Mediziner den Erkrankten und versuchen durch Fragen herauszufinden, ob es sich bei seiner Erkrankung um Ebola handeln kann.

 

Neun Spezialkliniken in Deutschland

Bleibt der Verdacht bestehen, wird der Patient in eine vorbereitete Spezialklinik verlegt. Dort kann per Bluttest geklärt werden, ob es sich um Ebola handelt. Spezialisierte Kliniken gibt es in Düsseldorf, Berlin, Hamburg, München, Frankfurt, Stuttgart, Saarbrücken, Würzburg und Leipzig. Der Transport erfolgt in einem virensicheren Spezial-Krankenwagen.

In der Zwischenzeit recherchiert das Gesundheitsamt, mit wem der Patient Kontakt hatte. Alle Personen, auf die das zutrifft, müssen dann zweimal täglich Fieber messen und jede Veränderung ihres Gesundheitszustands melden.

 

Auf den Ernstfall einstellen

Die Kliniken sind bereits auf den Ernstfall vorbereitet. Für Ebola-Patienten wurden spezielle Isolierstationen eingerichtet. Auf dem Weg zum Patientenzimmer müssen mehrere Schleusenabschnitte passiert werden. In jedem Abschnitt ist der Luftdruck etwas geringer – so können die Viren die „Gefahrenzone“ schlechter verlassen.

Die Kliniken sind außerdem mit einem Vorrat an Schutzanzügen eingedeckt. Das ist deshalb so wichtig, weil diese Anzüge nur einmal verwendet werden dürfen – danach müssen sie entsorgt werden. In Westafrika fehlen die Mittel dafür – laut Experten ist das ein Grund für die häufige Ansteckung von Helfern.

 

Gute Vorbereitung verhindert Ausbreitung

Expertenmeinungen zufolge würden diese Vorkehrungen eine Ausbreitung von Ebola in Deutschland verhindern. Dazu kommt, dass hierzulande bessere Hygienestandards herrschen als in Westafrika – dort erfolgt die Ansteckung häufig über den Kontakt mit infizierten Leichen bei Beerdigungsritualen.

Hamburg, 17. September 2014

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