Durchfall wie Wasser: Ursachen und was hilft

Mehrmals täglich Durchfall wie Wasser schwächt und kann sogar gefährlich werden. Welche Ursachen können dahinterstecken, welche Symptome sind möglich und was hilft bei wässrigem Stuhlgang? Die Antworten!

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Plötzlicher Durchfall wie Wasser

Meist tritt der flüssige Stuhlgang ohne längere Vorwarnung auf. Vielleicht ein Bauchgrummeln, Unwohlsein oder Übelkeit als Begleitsymptom, und schon geht es los. Vom normalen Durchfall, der dadurch definiert wird, dass er mehr als drei Mal am Tag auftritt, unterscheidet sich der wässrige vor allem in seiner Konsistenz.

Wenn diese häufiger auftritt, kommen kaum noch feste Bestandteile des Stuhls aus dem Darm, dafür umso mehr Flüssigkeit. Diese großen Wassermengen schwächen nicht nur den Kreislauf, dem Körper werden beim Wasserdurchfall auch wichtige Spurenelemente entzogen.

Wässriger Durchfall hat diese Ursachen

Diese auch Diarrhö genannte Erkrankung wird meist von Bakterien oder Viren verursacht. Bei Bakterien sind oft verunreinigte Lebensmittel die Quelle, Viren werden von Menschen übertragen. Manche Keime und Viren können sehr schwere Durchfälle verursachen, wichtige Elektrolyte ausschwemmen und sogar gefährlich werden.

Salmonellen oder Noroviren sind Beispiele für Auslöser solcher Magen-Darm-Probleme. Manchmal sind andere Erkrankungen die Ursache. Langanhaltende oder chronische Diarrhö kommt bei chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen, bei der Unverträglichkeit von Gluten, bei Bauchspeicheldrüsenerkrankungen oder Krebserkrankungen vor. Wenn ein solcher Stuhlgang länger anhält, sollte die Ursache abgeklärt werden.

Durchfall wie Wasser nach Antibiotika

Wer schon einmal Antibiotika einnehmen musste, kennt vielleicht diese lästige Nebenwirkung und  damit eine häufige Ursache für Durchfall wie Wasser. In der medizinischen Fachsprache heißt das auch Antibiotika-assoziierte Diarrhö. So gut Antibiotika gegen Bakterien wirken können, so sehr können sie auch die Darmflora aus dem Gleichgewicht bringen. In der Regel verschwindet dieser Durchfall nach der Einnahme der Antibiotika wieder, manchmal ist auch eine Darmkur mit Probiotika notwendig.

Diese Symptome gibt es bei Stuhlgang wie Wasser

Ob Übelkeit, Erbrechen, Bauchkrämpfe oder Fieber: Meist kommt der Durchfall nicht allein.

Diese Symptomenkombinationen treten bei der Diarrhö oft gemeinsam auf:

Morgens Durchfall wie Wasser

Wer gleich morgens nach dem Aufstehen dringend zur Toilette muss, hat nicht unbedingt den besten Start in den Tag. Doch keine Panik, nicht immer ist das gleich ein Anzeichen für eine Magen-Darm-Grippe oder Schlimmeres. Haben Sie am Abend zu viel Alkohol getrunken? Das kann den Darm reizen und zu Durchfall führen. Morgens nach dem Aufwachen direkt zu Rauchen kann ebenfalls zu Stuhldrang mit wässriger Konsistenz führen.

Auch Stress oder Nebenwirkungen von Medikamenten wie Antibiotika belasten das Verdauungssystem. Treten die Beschwerden morgens regelmäßig auf, können Unverträglichkeiten von Lebensmitteln oder Allergien dahinterstecken. Ein Lebensmittel-Tagebuch kann helfen, den Grund dafür zu finden. Wird es gar nicht besser und erstreckt es sich über einen Zeitraum von mehr als drei Monaten? Dann leiden Sie vielleicht am sogenannten Reizdarmsymptom.

Magenkrämpfe und Durchfall wie Wasser

Dieser Symptomenkomplex ist relativ häufig anzutreffen und ist typisch bei Magen-Darm-Infektionen. Diese treten besonders oft in den Wintermonaten auf und werden durch Schmierinfektionen übertragen. Sei es durch Bakterien oder Viren, die Erreger sorgen für ein ziemliches Durcheinander im Magen. In der Folge schmerzt der Magen, es entstehen Krämpfe und der Mageninhalt wird im Darm nicht richtig verdaut.

Wässriger Durchfall ohne Erbrechen und ohne Übelkeit

Ein Zeichen dafür, dass es sich nicht um eine Infektion mit einem Erreger handelt, ist meist, dass begleitend keine Übelkeit auftritt. Der übermäßige Verzehr von Nahrungsmitteln mit Zuckerersatzstoffen (Sorbitol u.ä.) oder von Abführmitteln kann Auslöser für diese Form sein.

Durchfall wie Wasser ohne Schmerzen

Ein solcher Stuhlgang ist harmlos, wenn er nur kurz anhält. Über längere Zeit kann auch diese Art der Darmentleerung das Leben belasten. Zur Ursachenforschung sollten die Essgewohnheiten untersucht werden. Im Rahmen eines Checks beim Internisten können Sie herausfinden, warum die Diarrhö nicht aufhört. 

Bauchkrämpfe und Durchfall wie Wasser

Diese Kombination tritt häufig auf. Akuter Durchfall, der mit Krämpfen einhergeht, wird oft durch eine Infektion ausgelöst. Die Erreger wie Escherichia Coli oder Campylobacter sorgen für eine entzündete Darmschleimhaut, die weniger Flüssigkeit aufnimmt und ins Blut weitertransportiert. Diese überschüssige Flüssigkeit wird mit dem Stuhl ausgeschieden. Bei den meisten anderen Auslösern von flüssigem Stuhlgang kommt es ebenfalls zu Bauchkrämpfen. So zum Beispiel bei chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen wie Colitis ulcerosa.

Der Durchfall mit Wasser ist hellbraun?

Das ist in der Regel normal. Je häufiger dieser flüssige Stuhlgang anhält, desto weniger Bestandteile des festen Stuhls befinden sich noch darin. Je flüssiger er wird, desto heller wird er. Schließlich kommt nur noch durchsichtiges Wasser heraus. Bleibt der Stuhl allerdings hellbraun, könnte es sich auch um eine Erkrankung der Bauchspeicheldrüse handeln.

Durchfall wie Wasser: Ab wann zum Arzt?

Wie bei jeder anderen Erkrankung gilt, dass ein Arztbesuch angeraten ist, wenn das Allgemeinbefinden über einige Tage sehr schlecht ist. Bestehen starke Einschränkungen durch ein geschwächtes Herz-Kreislaufsystem? Fühlen Sie sich schwach, haben starke Schmerzen oder hohes Fieber? Dann sollte eine Ärzt:in verständigt werden.

Bei diesen Anzeichen zum Arzt:

  • Schwere Bauchschmerzen
  • Dehydrierung
  • Hohes Fieber über mehr als 3 Tage
  • Starker Gewichtsverlust
  • Blut im Stuhl oder Blutungen aus dem Anus

Durchfall wie Wasser: Was tun?

Die Therapie bei akuten und chronischen wässrigen Durchfällen hängt von der Ursache ab. Bei normalen Magen-Darm-Infektionen sollte über mehrere Tage Schonkost wie Zwieback, Salzstangen, geriebener Apfel gegessen werden. Fettige Speisen sind tabu. Oberstes Gebot ist viel trinken! Neben Wasser sind besonders Tees geeignet, den Verlust an Flüssigkeit auszugleichen. Wählen Sie Tees mit reichlich Gerbstoffen wie Zubereitungen aus Himbeerblättern. Das verlorene Salz kann durch Gemüsebrühe oder Mineralwasser wieder zugeführt werden.

Wässrigen Durchfall immer behandeln

Dauern die Beschwerden mehrere Tage an, kann eine selbstgemachte Elektrolytlösung den Salzverlust ausgleichen. Ist Erbrechen Teil der Magen-Darm-Grippe kann eine Infusionstherapie notwendig werden.

Sind Erkrankungen wie das Reizdarmsymptom oder eine chronisch-entzündliche Darmerkrankung wie Morbus Crohn die Ursache für die Beschwerden, dann helfen Hausmittel nicht immer weiter. Die Therapie sollte individuell abgestimmt werden, um zunächst das Symptom Durchfall wie Wasser zu beseitigen und dann die Ursache zu bekämpfen.

Quellen:

Wann wird Durchfall gefährlich?, in: internisten-im-netz.de

Durchfall - gefährlich oder einfach nur lästig?, in: gastro-liga.de