Vorsicht bei Beschwerden Durchfall in der Schwangerschaft – muss ich zum Arzt?

Durchfall in der Schwangerschaft
Durchfall in der Schwangerschaft kann unterschiedliche Ursachen haben © g-stockstudio/iStock
Inhalt
  1. Durchfall durch Bakterien
  2. Magen-Darm-Infekt durch Bakterien oder Viren
  3. Durchfall durch Lebensmittel
  4. Durchfall durch Stress
  5. Ist Durchfall in der Schwangerschaft gefährlich?  
  6. Ernährungsumstellung als Ursache
  7. Durchfall in der Schwangerschaft: Wann muss ich zum Arzt?
  8. Was hilft gegen Durchfall in der Schwangerschaft?
  9. Video: Hausmittel gegen Durchfall

Durchfall während der Schwangerschaft lässt sich nicht auf hormonelle Veränderungen zurückführen. Die Ursachen können sehr unterschiedlich sein und verunsichern viele werdenden Mütter. PraxisVITA klärt über Durchfall in der Schwangerschaft auf und informiert Sie darüber, bei welchen Symptomen Sie auf jeden Fall einen Arzt aufsuchen sollten.  

Durchfall oder Diarrhö ist keine reguläre Begleiterscheinung der Schwangerschaft. Meist kommt es durch die hormonelle Umstellung im Körper eher zu Verstopfungen. Sollten Sie an Durchfall in der Schwangerschaft leiden, kann es mehrere Ursachen geben.

Woran erkenne ich Durchfall in der Schwangerschaft?

Aus medizinischer Sicht spricht man von Durchfall bei breiigem oder flüssigem Stuhlgang, der öfter als dreimal am Tag auftritt.

 

Durchfall durch Bakterien

Eine Ursache für Durchfall in der Schwangerschaft können Bakterien sein, die sich in verdorbenem Essen gebildet haben. Von einer Lebensmittelvergiftung spricht man, wenn die Bakterien in den Lebensmitteln Gifte gebildet haben, die die Darmschleimhaut angreifen. Hier tritt der Durchfall meistens schon ein paar Stunden nach dem Essen auf.

 

Magen-Darm-Infekt durch Bakterien oder Viren

Auch eine Infektion von Bakterien oder Viren, die die Schleimhäute des Darms reizen, im Volksmund Magen-Darm-Grippe genannt, können eine Ursache von Durchfall sein. Besonders häufig ist hier die Infektion mit Noroviren, bei denen Erbrechen als zusätzliches Symptom hinzukommt.

Durchfall in der Schwangerschaft
Durchfall in der Schwangerschaft sollte ärztlich geprüft werden, wenn die Beschwerden länger als zwei Tage bestehen © PeopleImages/iStock
 

Durchfall durch Lebensmittel

Außerdem kann Durchfall in der Schwangerschaft auf eine Lebensmittelunverträglichkeit, eine Allergie oder eine Unverträglichkeit von Medikamenten hindeuten.

 

Durchfall durch Stress

Auch Aufregung und Stress können den Magen-Darm-Trakt beeinflussen. Besonders in der Schwangerschaft kann der Körper auf emotionale Ausnahmesituationen wie Stress oder Nervosität mit Durchfall reagieren. Bei der Ernährungsumstellung sowie bei der Reaktion auf Stress sollte sich Ihre Verdauung nach einiger Zeit von alleine wieder normalisieren.

 

Ist Durchfall in der Schwangerschaft gefährlich?  

Die meisten Infektionskrankheiten, die Durchfall zur Folge haben, wie Noroviren oder Salmonellen, stellen keine direkte Gefahr für das ungeborene Kind dar, weil sie den Magen-Darm-Trakt der Mutter nicht verlassen und daher nicht auf den Embryo übertragen werden können. Begleiterscheinungen von Durchfall, etwa der hohe Flüssigkeitsverlust, müssen dennoch ernst genommen werden, damit sich der Gesamtzustand der werdenden Mutter nicht verschlechtert und das Ungeborene durch den Flüssigkeits- und Mineralstoffverlust nicht unterversorgt wird. Ganz besonders sollte auf eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr geachtet werden – die Mindestmenge sind 2,5 bis drei Liter am Tag. Am besten eignen sich Wasser und ungesüßter Tee.

Außerdem sollten Sie sicherstellen, dass beim Toilettengang kein Stuhl in das Scheidenmilieu gelangt, um eine bakterielle Scheideninfektion zu verhindern.

 

Ernährungsumstellung als Ursache

Viele Schwangere stellen ihre Ernährung während der Schwangerschaft auf ballaststoffreiche Nahrungsmittel um, an die sich der Körper zunächst einmal gewöhnen muss. In manchen Fällen reagiert der Darm auf die Umstellung mit leichtem Durchfall. Streichen Sie jedoch auf keinen Fall Vollkornbrot, Obst und Gemüse wieder aus Ihrem Ernährungsplan, eine gesunde Ernährung ist wichtig für die Entwicklung Ihres Babys!

Durchfall in der Schwangerschaft
Manche Frauen reagieren auf eine ballaststoffreiche Ernährung mit Durchfall in der Schwangerschaft © Yulia_Davidovich/iStock
 

Durchfall in der Schwangerschaft: Wann muss ich zum Arzt?

Neben den beschriebenen Ursachen kann Durchfall in der Schwangerschaft auch eine Begleiterscheinung oder ein Anzeichen auf eine ernstzunehmende Erkrankung sein, die eine Gefahr für Ihr ungeborenes Baby darstellen könnte. Hier kann nur ein Arzt eine Diagnose stellen. Den sollten Sie immer aufsuchen, sobald der Durchfall länger als zwei Tage andauert, besonders stark auftritt oder Sie gar keine Flüssigkeit und Nahrung bei sich behalten können. Sollten weitere Symptome wie Kreislaufbeschwerden, Erbrechen, blutiger Stuhl, Bauchkrämpfe oder Fieber hinzukommen, sollten Sie ebenfalls zum Arzt gehen. Außerdem gilt es, einem möglichen Flüssigkeits- und Elektrolytverlust entgegenzuwirken, um Ihr Baby vor der Unterversorgung zu schützen. Flüssigkeitsmangel kündigt sich meist durch Kopfschmerzen und Kreislaufprobleme an.

Tritt der Durchfall kurz vor dem Geburtstermin auf, so steht die Geburt vielleicht kurz bevor. Durch die Kontraktionen der Gebärmutter wird auch der Darm in Bewegung gebracht. Ein entleerter Darm soll das Baby während der Geburt vor Bakterien schützen.

 

Was hilft gegen Durchfall in der Schwangerschaft?

  • Elektrolytlösung aus der Apotheke

Um den Elektrolythaushalt bei Durchfall schnell wieder aufzufüllen, hilft eine Elektrolytlösung aus der Apotheke. Ist diese nicht zur Hand, können Sie eine solche Lösung auch zu Hause selbst herstellen.

  • Elektrolytlösung selbst herstellen

Die Weltgesundheitsorganisation empfiehlt gegen Durchfall eine Mischung aus vier Teelöffeln Zucker und einem dreiviertel Teelöffel Salz, die in einem Liter abgekochten Wasser eingerührt wird. Diese Trinkmischung wird anschließend um eine Tasse Orangensaft ergänzt. Essen Sie außerdem leicht verdauliche und stopfende Lebensmittel, wie:

  • geriebene Äpfel und Karotten
  • Weißbrot
  • Zwieback
  • Bananen
  • Brühe

Fettige Nahrung sollten Sie hingegen meiden.  

 

Video: Hausmittel gegen Durchfall

 
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