Durchfall beim Hund: Ursachen und welche Schonkost hilft

Julia Klinkusch Medizin- und Wissenschaftsjournalistin

Durchfall beim Hund kann ganz verschiedene Ursachen haben. Sofern keine schwere Krankheit dahintersteckt, kann er aber mit einer Diät und dem richtigen Futter behandelt werden. Was genau hilft gegen Durchfall bei Hunden?

Einem Hund wird ein Napf mit Fressen vor die Schnauze gehalten
Eine falsche Ernährung kann die Ursache dafür sein, dass ein Hund unter Durchfall leidet Foto:  istock_FatCamera
Inhalt
  1. Wie kommt es zu Durchfall bei Hunden?
  2. Was hilft gegen Durchfall bei Hunden? 
  3. Welches Hundefutter gibt man bei Durchfall?
 

Wie kommt es zu Durchfall bei Hunden?

Genau wie bei Menschen spricht man beim Hund von Durchfall, wenn der Kot nicht mehr geformt ist, sondern breiig oder wässrig. Es kann passieren, dass der Hund den Stuhl nicht mehr halten kann und ansonsten stubenreine Tiere in die Wohnung machen. Durchfall beim Hund ist ein Zeichen dafür, dass die Magen-Darm-Funktion gestört ist. Dies kann verschiedene Ursachen haben:

• Falsche oder verdorbene Nahrung
• Falsche Ernährung, beispielsweise mit gewürztem Essen, Milchprodukten oder qualitativ minderwertigem Futter
• Allergien gegen Hundefutter oder einzelne Inhaltsstoffe sowie bestimmte Sorten
• Umstellung der Ernährung
• Vergiftung (Giftköder, Pflanzengifte, Dünger oder Rattengift)
• Medikamente, etwa Antibiotika
• Magen-Darm-Krankheiten, zum Beispiel Bauchspeicheldrüsenentzündung, virale oder bakterielle Infekte 
• Parasiten wie Giardien, Kokzidien oder Würmer
• Autoimmunerkrankungen
• Nieren- oder Leberschwäche

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Was hilft gegen Durchfall bei Hunden? 

Der Hund hat akuten Durchfall ohne weitere Symptome wie Fieber oder Abgeschlagenheit? Dann reicht es aus, das Tier zu beobachten, ihm reichlich frisches Wasser anzubieten (durch den Durchfall verliert der Hund viel Flüssigkeit) und ihm zwölf bis 24 Stunden kein Futter zu geben. Dadurch wird vermieden, dass dem Körper bei der Verdauung noch mehr Wasser entzogen und so der Durchfall verstärkt wird. 

Unverzüglich zum Tierarzt sollte man in folgenden Fällen:

• Durchfall bei Welpen, die jünger als acht Wochen sind – sie dehydrieren sehr schnell
• Blutiger Durchfall beim Hund
• Sichtliche Anzeichen von Schmerz
• Das Tier frisst oder trinkt nicht
• Fieber von mehr als 40 °C
• Der Hund ist unruhig oder lethargisch.
• Erbrechen

Chronischer Durchfall liegt beim Hund dann vor, wenn die Beschwerden länger als zwei Wochen andauern.

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Welches Hundefutter gibt man bei Durchfall?

Bei Durchfall sollte man eine leichte Schonkost für Hunde zubereiten, etwa aus gekochtem Hähnchenfleisch (ohne Knochen) und Reis. Auch Kartoffelbrei gilt als gutes Hausmittel, wenn der Hund Durchfall hat. Helfen diese Maßnahmen in den ersten zwei Tagen nicht, sollte der Hund zum Tierarzt. Dieser kann die Ursache für den Durchfall feststellen und wird gegebenenfalls auch zu einer Ernährungsumstellung raten. Hat der Hund eine Allergie, benötigt er künftig ein passendes Allergiefutter. Beim Tierarzt erhalten Hundehalter auch Präparate mit darmaufbauenden Stoffen (Probiotika oder Präbiotika), die bei Durchfall dem Hund helfen, schneller wieder fit zu werden.

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Quellen:

Bucksch, Martin (2013): Praxishandbuch Hundekrankheiten: Vorsorge und Erste Hilfe, Krankheiten erkennen und behandeln, Stuttgart: Kosmos Verlag.
Hartmann, Michael (2015): Patient Hund: Krankheiten vorbeugen, erkennen, behandeln, Reutlingen: Oertel & Spörer Verlags-GmbH.
Quinten, Doris (2011): Kranker Hund – was tun? Krankheiten erkennen, heilen, vorbeugen, Stuttgart: Ulmer Verlag.
Schrey, Christian (2019): Leitsymptome und Leitbefunde bei Hund und Katze: Differenzialdiagnostischer Leitfaden, Stuttgart: Thieme Verlag.

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