Durchfall bei Hitze: Warum und was hilft?

Durchfall bei Hitze ist ein verbreitetes Problem. Was sind mögliche Ursachen und welche Hausmittel helfen dann?

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Sommer, Sonne – Durchfall. Ein überaktiver Darm lässt sich in der Regel schlecht mit unseren Sommerplänen vereinbaren. Doch warum kommt es so häufig zu Durchfall bei Hitze?

Durchfall bei Hitze: Mögliche Ursachen

Es gibt viele Auslöser von Durchfall, die bei Hitze häufiger vorkommen:  

  • Keimbelastete Lebensmittel: Krankmachende Bakterien wie Salmonellen können sich bei Hitze besonders gut vermehren. 
  • Keimbelastetes Badewasser: Auch Krankheitserreger im Badewasser, zum Beispiel in Flüssen oder Badeseen, können Durchfall auslösen, wenn Wasser geschluckt wird.
  • Sonnenstich: Durchfall kann auch ein Symptom eines Sonnenstichs sein – weitere mögliche Symptome sind Kopfschmerzen, Schwindel, Übelkeit und Erbrechen, Nackenschmerzen/Nackensteifigkeit, heißer Kopf, Unruhe und Bewusstseinsstörungen.

Durchfall: Hitze als Auslöser

Mediziner:innen vermuten, dass auch die Hitze an sich zu Durchfall führen kann – die Ursachen dafür sind allerdings noch nicht vollständig geklärt. Eine mögliche Erklärung ist, dass der Körper von der Hitze zu sehr „abgelenkt“ ist, um die Verdauung vernünftig zu regeln.    

Denn Hitze bedeutet Schwerstarbeit für den Organismus: Er ist peinlich darauf bedacht, die Körpertemperatur stabil zu halten und um dies zu gewährleisten, muss er bei hohen Temperaturen alle Register ziehen. Registriert das Gehirn eine Abweichung der Körpertemperatur vom „Sollwert“, wird die Durchblutung der Haut angekurbelt, um Wärme abzugeben.

Diese gesteigerte Durchblutung geht zulasten anderer Organe wie des Darms. Er kann dann seine Aufgaben wie die Unterstützung des Immunsystems weniger gut erfüllen und etwa Durchfallkeime schlechter abwehren. Besonders bei Reisedurchfall in heißen Ländern ist das wohl einer der Hauptgründe.

Eine weitere Theorie besagt, dass Dehydration durch große Hitze für den Körper einen solchen Stress bedeutet, dass er mit Durchfall reagiert.

Auch die Darmflora könnte bei der Entstehung von Hitze-Durchfall eine Rolle spielen: Demnach verändern die hohen Temperaturen die Besiedelung des Darms derart, dass sich krankmachende Keime besser vermehren können.

Ist Durchfall im Sommer häufiger?

Beobachtungen zeigen, dass Hitzewellen bei Patienten mit chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen vermehrt Schübe auslösen. Das könnte wiederum am Stress liegen, den das ungewohnte Klima für den Organismus bedeutet.

Bei Menschen ohne Vorerkrankungen des Darms treten bei Hitzewellen ebenfalls häufiger Durchfallerkrankungen auf – allerdings im Schnitt mit einer Verzögerung von etwa fünf bis sieben Tagen nach Beginn der Hitzewelle.

Laut Expert:innen könnte das an Bakterien liegen, die bei Hitze mehr Chancen haben sich zu vermehren – die Zeitverzögerung läge dann in der Inkubationszeit begründet, die bei Lebensmittelvergiftungen häufig einige Tage beträgt.

Was hilft gegen Hitze-Durchfall? Hausmittel und Tipps

Durchfall schwächt den Organismus, denn er sorgt dafür, dass ihm Flüssigkeit und wichtige Mineralstoffe verloren gehen. Dieser Effekt kann bei großer Hitze noch stärker sein, weil dem Körper dann häufig ohnehin Flüssigkeit fehlt.

Um den Körper wieder zu stärken, muss dieser Verlust wieder ausgeglichen werden – das geht beispielsweise mit einer Elektrolytlösung aus der Apotheke, in der alle essenziellen Mineralstoffe enthalten sind. Wer die nötigen Zutaten im Haus hat, kann die Elektrolytlösung auch selber machen. Mediziner:innen empfehlen erwachsenen Durchfallpatient:innen, davon etwa drei Liter am Tag zu trinken.

Außerdem können folgende Hausmittel die Symptome lindern:

  • Geriebener Apfel: Die sogenannten Pektine im Apfel quellen im Darm auf und binden Flüssigkeit; dadurch wird der Stuhl fester. Besonders viel Pektin bildet sich, wenn der geriebene Apfel an der Luft stehen gelassen wird, bis er ein wenig braun geworden ist.
  • Reis: Lauwarm, salzig und weich gekocht tut der Reis dem Darm gut und hilft ebenfalls, den Stuhl wieder zu festigen.
  • Karottensuppe: Werden Karottenstücke lange gekocht (etwa eine Stunde), bilden sich spezielle Zuckermoleküle, die Keime im Darm bekämpfen und den Durchfall verkürzen können.

Durchfall durch Hitze vorbeugen: Die besten Tipps

Wer dem Durchfall bei der nächsten Hitzewelle vorbeugen möchte, sollte folgende Regeln beachten:

  • Hygiene in der Küche: Fleisch gut durchbraten, Arbeitsfläche und Arbeitsgeräte stets gründlich reinigen und nach der Zubereitung von Fleisch die Hände waschen.
  • Richtig trinken: Ideal ist alle 20 Minuten ein Glas Wasser oder Tee; um den Darm nicht zu überfordern, sollte das Getränk nicht zu kalt sein.
  • Richtig Essen: Stark Zuckerhaltiges kann Durchfall herbeiführen und verschlimmern – mit Eiscreme, Kuchen und zuckerhaltigen Getränken sollte man sich darum bei starken Hitzewellen zurückhalten. Auch Milchprodukte, Scharfes, Rohkost und fettige Speisen können den Darm überfordern.
  • Sonne meiden: Möglichst im Schatten aufhalten; in der Mittagshitze drinnen bleiben. So wird eine Überlastung des Körpers durch die Hitze vermieden.

Durchfall durch Hitze: Wann zum Arzt?

Ein Fall für die Ärzt:in ist Hitze-Durchfall bei folgenden Begleiterscheinungen:

  • Starke körperliche Schwäche (z.B. nur mit Mühe aufstehen können)
  • Blutiger Durchfall
  • Hohes Fieber

Wenn der Durchfall bei Hitze länger als fünf Tage andauert, sollte ebenfalls medizinischer Rat eingeholt werden.

Quellen:

Hitzewellen können Magen-Darm-Probleme auslösen, in: usz.ch

Nach der Hitze kommt der Durchfall, in: deutschlandfunk.de

Extreme Heat May Aggravate Gastrointestinal Problems, in: livescience.com