Durchfall-Behandlung: Viel trinken ist wichtig

Kapitel
  1. 1. Überblick
  2. 2. Ursachen
  3. 3. Symptome
  4. 4. Diagnose
  5. 5. Behandlung
  6. 6. Vorbeugung

Bei akutem Durchfall dient eine Therapie in erster Linie dem Zweck, Beschwerden zu lindern und negative Folgen der Erkrankung zu vermeiden. Diese entstehen vor allem durch den hohen Verlust an Flüssigkeit und Mineralstoffen. Anders sieht es bei chronischem Durchfall aus. Hier steht eine Behandlung der jeweiligen Ursache im Vordergrund.

Die häufigsten Ursachen für akuten Durchfall sind Infektionen mit Bakterien und Viren sowie Lebensmittel oder Medikamente, die verdorben sind oder schlecht vertragen werden. In diesen Fällen ist der Durchfall ein vorübergehendes Symptom, das normalerweise nach wenigen Tagen von selbst abklingt.

Zur Behandlung von akutem Durchfall ist empfehlenswert:

  • Ausgleich des Flüssigkeitsverlustes, zum Beispiel durch stilles Mineralwasser oder Kräutertees. Erwachsene mit Durchfall sollten versuchen, die normale Trinkmenge von mindestens 1,5 Litern pro Tag zu verdoppeln.
  • Bei sehr starkem Durchfall kann es notwendig sein, Flüssigkeit über einen Tropf zu verabreichen (Infusion). Das gilt besonders für Kinder und ältere Menschen. Ihr Kreislauf wird schneller belastet, wenn Flüssigkeit fehlt.
  • Ausgeschiedene Mineralstoffe sollten durch eine Elektrolytlösung aus der Apotheke ersetzt werden.
  • Bei Bedarf können krampflösende Medikamente genommen werden.
  • Eine Wärmflasche wirkt als Hausmittel gegen Krämpfe.
 

Vorsicht bei Durchfall-Medikamenten

Bei Durchfall können auch Darmkrämpfe auftreten
Bei Durchfall können auch Darmkrämpfe auftreten – eine Wärmflasche kann die Beschwerden lindern.© Fotolia

Vorsicht ist geboten bei Medikamenten, die gezielt gegen Durchfall eingesetzt werden, wie etwa der Wirkstoff Loperamid. Sie sollten nicht ohne Rücksprache mit einem Arzt eingenommen werden. Denn sie reduzieren die Darmtätigkeit.

Bei einem Durchfall, der beispielsweise durch eine Lebensmittelvergiftung verursacht wurde, ist es daher nicht ratsam, Loperamid einzunehmen. Es hindert den Körper daran, die Giftstoffe auszuscheiden.

Bei chronischem Durchfall richtet sich die Behandlung nach der jeweiligen Ursache. Diese wird dann gezielt behandelt. Das führt in den meisten Fällen auch zu einer deutlichen Besserung des Durchfalls oder beseitigt ihn vollständig.

 

Ernährung ist bei der Durchfall-Behandlung wichtig

Bei der Behandlung von Durchfall spielt die Ernährung eine wichtige Rolle. Betroffene leiden bei akutem Durchfall zu Beginn häufig unter Appetitlosigkeit. In diesem Fall kann auf feste Nahrung größtenteils verzichtet werden, um der Verdauung Ruhe zu gönnen. Lediglich den Ausgleich des Flüssigkeitsverlustes dürfen Betroffene zu keinem Zeitpunkt vernachlässigen. Kehrt der Appetit zurück, ist zunächst leichtverdauliche Kost empfohlen, die den Darm nicht zu stark fordert. Deshalb sind folgende Nahrungsmittel während einer Therapie gegen Durchfall besonders gut geeignet:

  • geriebene rohe Äpfel
  • geriebene Karotten oder Karottensuppe
  • zerdrückte Banane
  • Zwieback
  • Knäckebrot
  • weich gekochte Nudeln
  • weich gekochter Reis
  • Kartoffelpürree (ohne Butter und nur mit fettarmer Milch zubereitet)
  • Rührei

Auch nach Abklingen des akuten Durchfalls hilft es, den Darm einige Tage zu schonen, sich fettarm zu ernähren und keine stark gewürzten Gerichte zu essen. Hülsenfrüchte oder auch Rohkost sollten zunächst nicht auf dem Speiseplan stehen.

Fälschlicherweise gilt die Kombination aus Cola und Salzstangen als beliebtes Hausmittel bei der Behandlung von Durchfall. Tatsächlich führt der hohe Zuckergehalt der Cola dazu, dass der Körper noch mehr Flüssigkeit abgibt. Zudem ersetzen Salzstangen zwar Natrium, aber nicht das ebenfalls benötigte Kalium. Das ist wiederum in Bananen enthalten. Besser sollten Sie also Salzstangen mit Bananen und Kräutertee oder stillem Mineralwasser kombinieren.

Vorbeugung
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