Durchfall

Redaktion PraxisVITA
Kapitel
  1. 1. Überblick
  2. 2. Ursachen
  3. 3. Symptome
  4. 4. Diagnose
  5. 5. Behandlung
  6. 6. Vorbeugung

Von Durchfall spricht man bei häufigem Stuhlgang, der sehr flüssig ist. Die Mengen bei der Darmentleerung sind zudem ungewöhnlich hoch. Durchfall ist ein Symptom, das viele Ursachen haben kann: von Viren und Bakterien über Stress bis zu einer Lebensmittel-Intoleranz oder Nebenwirkungen von Medikamenten. In der Regel ist Durchfall harmlos und wir können ihn selbst mit Hausmitteln behandeln – es müssen nicht gleich Medikamente sein. Wenn die Symptome nach drei Tagen nicht verschwinden, sollten Sie zum Arzt gehen.

 

Ab wann ist es Durchfall?

Bei Durchfall (Diarrhö) ist die Darmtätigkeit erhöht, weswegen Nahrungsmittelbestandteile schneller hindurchbefördert werden. Gleichzeitig gibt der Darm zusätzlich Wasser und Salze ab, zum Teil gelangt auch Blut in den Stuhl. Bei einem einmalig verdünnten Stuhlgang sprechen Mediziner allerdings noch nicht von Durchfall. Durchfall liegt erst vor, wenn:

  • die Stuhlentleerung innerhalb von 24 Stunden mindestens dreimal erfolgt,
  • der Wassergehalt des Stuhls sehr hoch ist (über 75 Prozent) und
  • eine ungewöhnlich große Menge abgesetzt wird (mehr als 250 Gramm).
 

Welche Arten von Durchfall gibt es?

Unterschieden wird zwischen akutem Durchfall und chronischem Durchfall.

Durchfall-Auslöser Rotavirus

Durchfall wird häufig durch Viren, Bakterien oder Parasiten ausgelöst © istock/Dr_Microbe

 

Was sind Auslöser für Durchfall?

Akuter Durchfall wird unter anderem durch Bakterien, Viren oder Parasiten ausgelöst. In den meisten Fällen verläuft akuter Durchfall harmlos, die Beschwerden gehen nach wenigen Tagen zurück. Ein Arztbesuch kann dennoch empfehlenswert sein, vor allem bei Blut im Stuhl, gleichzeitig auftretendem Fieber und Verdacht auf eine Infektionskrankheit, etwa nach einer Auslandsreise. Sinnvoll ist ein Arztbesuch zudem, wenn sich nach drei Tagen noch keine Besserung einstellt.

Der akute Durchfall tritt verstärkt in den Herbst- und Wintermonaten auf. Tendenziell sind eher jüngere Menschen betroffen, aber grundsätzlich kann Durchfall in jeder Altersgruppe auftreten.

Von chronischem Durchfall spricht der Arzt, wenn die Beschwerden länger als 14 Tage andauern oder in Schüben mit kurzen Abständen immer wieder auftreten. Chronischer Durchfall muss immer von einem Arzt untersucht werden. Er ist für den Körper sehr belastend, weil die Aufnahme von Nährstoffen im Wesentlichen über den Darm erfolgt. Da diese wegen des Durchfalls begrenzt ist, kann es zu Mangelerscheinungen kommen.

Außerdem ist chronischer Durchfall eventuell ein Symptom für eine andere Grunderkrankung, etwa eine Lebensmittelunverträglichkeit, eine Schilddrüsenüberfunktion oder eine Krebserkrankung im Darm. Auch Stress ist ein möglicher Auslöser von Durchfall.

Durchfall durch Schilddrüsenüberfunktion
Viele Menschen mit einer Schilddrüsenüberfunktion haben häufig Durchfall, weil die Darmaktivität gesteigert ist © istock/ChrisChrisW
 

Können psychische Erkrankungen Durchfall verstärken?

Depressive Menschen und Patienten mit Angststörungen leiden häufiger unter chronischem Durchfall, wie eine Studie aus China belegt. Auch unregelmäßiger Schlaf belastet das Verdauungssystem. Warum auch zuckerfreie Kaugummis, Sport und Getreide Durchfall auslösen können, erfahren Sie in unserem Artikel „5 überraschende Durchfall-Auslöser“.

Depression verstärkt Durchfall
Menschen, die unter Depressionen leiden, unter starkem Stress stehen oder von Panikattacken und Angststörungen betroffen sind, klagen besonders häufig über Durchfall © istock/kieferpix
 

Wieso führen Antibiotika zu Durchfall?

Wer auf einer Fernreise Antibiotika gegen Durchfall verwendet, riskiert als Folge schwerwiegende Erkrankungen durch multiresistente Keime. Das haben Wissenschaftler in einer Studie in Finnland herausgefunden. Antibiotika schwächen die Darmflora und ermöglichen es den Keimen so, sich anzusiedeln. Alles zu der Studie haben wir für Sie im Artikel „Warum Sie bei Reisedurchfall keine Antibiotika nehmen sollten“ zusammengefasst.

 

Was darf ich bei Durchfall essen?

Bei Durchfall eigent Schonkost: Ein geriebener Apfel enthält Pektin, das im Darm Gifte bindet, die dann ausgeschieden werden. Auch eine Handvoll getrocknete Blaubeeren (Apotheke) lindert die Beschwerden. Der Grund: Die Gerbstoffe der Früchte verhindern, dass sich Erreger an der Darmwand festsetzen können. Welche Lebensmittel außerdem den Darm schnell wieder fit machen, lesen Sie hier.

 

Wie kann ich Durchfall natürlich behandeln?

Oft wird Durchfall durch Bakterien ausgelöst. Dreimal täglich ein bis zwei Teelöffel Heilerde in Wasser mischen und trinken schleust die Giftstoffe aus, lässt den Durchfall schneller abklingen. Der Körper wird nebenbei mit Mineralien und Spurenelementen versorgt.

Als krampflösend und wirksam bei Durchfall hat sich die Weiße Taubnessel erwiesen. Für einen Tee-Aufguss ein bis zwei Teelöffel blühendes Kraut (getrocknet, Reformhaus oder Apotheke) mit 200 ml kochendem Wasser übergießen. Zwei Tassen täglich trinken.

Möhrensuppe hilft dabei, dass sich Bakterien nicht an der Darmwand festsetzen. Rezept: 500 g geschälte Möhren eine Stunde lang in einem Liter Wasser kochen. Danach pürieren, mit kochendem Wasser auf ein Liter auffüllen und 3 g Kochsalz zufügen. Mehrmals täglich essen.

Weiße Taubnessel gegen Durchfall
Die Weiße Taubnessel hat sich als krampflösend und wirksam bei Durchfall erwiesen © istock/Eileen Kumpf
 

Durchfall – wann zum Arzt?

Wenn der Durchfall länger als drei Tage anhält und Fieber oder starke Schmerzen hinzukommen, sollten Sie einen Arzt aufsuchen.

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