Durch Zucker blind geworden

Blutzuckermessen bei Diabetes
Der wichtigste Schutz vor Diabetes-bedingten Augenleiden wie Makulaödem und Retinopathie ist ein gut eingestellter Blutzuckerspiegel © Fotolia

Vielen Diabetikern ist nicht bewusst, dass gerade auch ihr Augenlicht besonders stark durch die Krankheit gefährdet ist.

Zu diesem Ergebnis kam das Marktforschungsinstitut „produkt+markt“ in einer Studie mit 500 über 50-jährigen Diabetes-Patienten, die es im Auftrag der Initiative „Bewahren Sie Ihr Augenlicht“ durchgeführt hat.

Auf die Frage, welche Augenerkrankungen bekannt sind, nannte spontan nur ein Prozent der Betroffenen das sogenannte Diabetische Makulaödem. Auf gezielte Nachfrage gaben drei von zehn Erkrankten an, noch nie davon gehört zu haben. Dabei gehört es zu den häufigsten Folgeerkrankungen bei Diabetikern. Auch ein weiterer Langzeitschaden der Krankheit, die Diabetische Retinopathie, war nur den wenigsten bekannt. Spontan nannten sie nur zwei Prozent – nicht einmal die Hälfte wusste auf Nachfrage etwas damit anzufangen.

 

Diabetiker sollten regelmäßig zum Augenarzt gehen

„Das gesunde Auge gleicht die Sehbeeinträchtigungen lange aus, daher verläuft die Entstehung von Netzhauterkrankungen oft schleichend und vom Patienten unbemerkt", sagt Dr. Peter Heinz vom Berufsverband der Augenärzte. Gerade darum sagen Experten, dass für Diabetiker regelmäßige Kontrollen beim Augenarzt zum Pflichtprogramm gehörten sollten. „Rechtzeitig erkannt, lassen sich Erkrankungen wie das Diabetische Makulaödem nämlich gut behandeln und eine ernsthafte Sehbehinderung vermeiden", erklärt der Experte.

Beim Diabetischen Makulaödem ist das Zentrum der Netzhaut, die Makula betroffen. Da diese die Sehschärfe festlegt, kann die Krankheit das Sehvermögen erheblich einschränken. Symptome eines Makulaödems: Alles verschwimmt plötzlich, man nimmt gerade Linien gekrümmt wahr oder sieht einen schwarzen Fleck. Meist ist nur ein Auge betroffen. Ursache der Krankheit ist der übermäßige Zucker im Blut von Diabetikern. Dadurch werden die Blutgefäße der Netzhaut geschädigt. Außerdem bilden sich durch den gestörten Zuckerstoffwechsel im Auge neue, brüchige Gefäße. Beides führt im schlimmsten Fall zu Flüssigkeitseinlagerungen (Ödemen) unter der Netzhaut und auch im Bereich der Makula. Im schlimmsten Fall erblinden Betroffene.

Die Diabetische Retinopathie zeigt erst im fortgeschrittenen Stadium deutliche Symptome. Dann sehen Betroffene unscharf und verschwommen, sie nehmen dunkle Flecken und einen roten Schleier wahr. Auch ein „Rußregen" und Lichtblitze können vor den Augen auftreten. Auch hier sind die Ursachen ein erhöhter Blutzuckerspiegel sowie Bluthochdruck. Sie schädigen die Gefäße in der Netzhaut. Das führt zu Durchblutungsstörungen. Die Folgen: erhöhte Durchlässigkeit der Gefäße, Einblutungen und die Ablösung der Netzhaut. Diabetiker können ihr Risiko um bis zu 80 Prozent senken, wenn sie ihren Blutzuckerspiegel gut einstellen lassen. Außerdem: Blutdruck regelmäßig kontrollieren lassen und bei zu hohen Werten mit Medikamenten einstellen.

Hamburg, 9. Juli 2015

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