Dunkler Urin: Ursachen und Behandlung

Wer beim täglichen Toilettengang plötzlich dunklen Urin bemerkt, ist irritiert: Was bedeutet es, wenn der Urin dunkel ist? Auf welche Ursachen die Farbänderung zurückzuführen ist und warum der Urin gerade morgens dunkler ist als am Abend.

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Erwachsene scheiden etwa 1,5 bis zwei Liter Urin täglich aus, ungefähr 200 bis 400 Milliliter pro Blasenentleerung. Normalerweise ist Urin hellgelb und kann ins Weißliche übergehen – je nachdem, wie viel man getrunken hat. Wenn allerdings dunkler Urin auftritt, fragen sich viele, welche Ursachen dahinterstecken.

Dunkler Urin: Ursachen – welche gibt es?

Gesunder Urin ist eher geruchslos, hell und hat einen gelblichen Farbton. Der Grund: Je mehr Sie trinken, desto heller ist der Urin. Daher liegt eine Ursache von dunkel gefärbten Harn auf der Hand: Wer nicht genügend trinkt, bei dem färbt sich der Urin dunkel, meist bernsteinfarben oder braun. Der Körper zeigt dabei erste Anzeichen einer Dehydrierung (Flüssigkeitsmangel) an. Wichtig ist es dann (bei einer leichten Dehydrierung), in kleinen Schlucken Wasser oder Kräutertee zu sich zu nehmen.

Urin ist dunkel am Morgen, nach Sport oder Sauna: Ist das normal?

Wer dunklen Urin hauptsächlich morgens nach dem Aufstehen, muss sich keine Sorgen machen. Grund für die Dunkelfärbung am Morgen ist häufig, dass die farbgebenen Stoffe im Urin über die Nacht hinweg konzentrierter werden, da während des Schlafens keine Flüssigkeit aufgenommen wird. Somit ist es nichts Ungewöhnliches, wenn der Harn morgens dunkler erscheint.

Genau der gleiche Effekt tritt nach körperlicher Arbeit, Sport oder Saunieren auf: Der Körper schwitzt und scheidet so Flüssigkeit über die Schweißdrüsen aus – und nicht über die Blase. Dies führt dazu, dass die Farbstoffe konzentrierter sind und den Urin dunkel färben.

Nahrungsmittel, die den Urin verändern können

Ein wesentlicher Einflussfaktor auf den Geruch und die Farbe des Urin haben Lebensmittel, zum Beispiel diese:

  • Rote Bete (rot)

  • Blaubeeren (rot)

  • Brombeeren (rot)

  • Karotten (orange)

  • Hochdosiertes Vitamin B (neongelb)

  • Spargel (Geruch)

Dunkler Urin trotz viel Trinken

In den meisten Fällen ist dunkler Urin auf eine geringe Trinkmenge zurückzuführen. Bleibt der Urin trotz gesteigerter Flüssigkeitszufuhr dunkel, ist es ratsam einen Arzt aufzusuchen, um die genaue Ursache abzuklären. Denn verschiedene Erkrankungen können die Urinveränderung bei der Blasenentleerung auslösen.

Ursachen von dunklem Urin trotz viel Trinken im Überblick:

  • Entzündungen der Leber, zum Beispiel Hepatitis A, B, C, D oder E

  • Leberzirrhose, eine schwere Lebererkrankung

  • Gallensteine, wenn diese den Hauptgallengang blockieren und sich so die Gallenflüssigkeit staut die Folge kann Gelbsucht sein

  • Cholestase, eine Gallenstauung, die auf Störungen der Leber, Bauchspeicheldrüse oder Gallengang zurückzuführen ist

  • Medikamente wie das Antibiotikum Nitrofurantoin

Welchen dunklen Urinfarben liegt welche Ursache zugrunde? Die Farbtöne mit Erklärungen im Überblick:

1. Brauner bis schwarzer Urin

Wenn der Urin braun oder schon schwarz gefärbt ist, sind häufig die Wirkstoffe L-Dopa oder alpha-Methyldopa verantwortlich, die zum Beispiel in Medikamenten für Parkinson zu finden sind. Zudem weist sehr dunkler Urin auf die Stoffwechselerkrankung Alkaptonurie hin, bei der sich die Haut bläulich färbt. Doch auch schwarzer Hautkrebs (malignes Melanom) verfärbt den Urin, da im fortgeschrittenen Stadium das Pigment Melanin in den Urin gelangt.

2. Dunkler Urin rot gefärbt

Ein rötlicher Urin kann auf Blut (Hämaturie) hindeuten. Die Ursachen dafür können Nierenerkrankungen wie Nierensteine oder eine Nierenentzündung sein, aber auch Harnwegsinfekte, sowie Nebenwirkungen von Medikamenten, Gefäßerkrankungen oder Fremdkörper in der Harnröhre.

Um eine behandlungsbedürftige Erkrankung auszuschließen, sollte ein Arzt aufgesucht werden. Manchmal ensteht rötlicher Urin aber auch durch eine große Menge roter Bete oder Brombeeren, sowie durch das Antibiotikum Rifampicin. Ebenso kann das Muskelprotein Myoglobin für roten Urin sorgen. Das Protein wird nach einer Muskelschädigung, z.B. bei einer Quetschung, abgebaut und ausgeschieden.

3. Grüner oder blauer Urin

Diese Art der Färbung ist sehr selten und wird durch Arzneimittelstoffe wie Amitriptylin (Antidepressiva), Indometacin (Antirheumatika), Mitoxantron (Krebs-Therapie) oder Propofol (Narkotika) verursacht. Aber auch Multivitaminpräparate, sowie genetische Erkrankungen oder Infektionen können den Urin grün oder blau färben.

Teststreifen für Urinschnelltest mit Urinprobe und Farbfeldern zum Auswerten
Jedes Farbfeld steht für je einen gemessenen Stoff und gibt Auskunft, wie hoch oder niedrig dieser im Urin konzentriert ist. Foto: iStock/Lothar Drechsel

Urinteststreifen bei dunkel gefärbten Urin: Schnelle Erstdiagnostik für zu Hause

Um über die Ursache der Urinverfärbung schnell Auskunft zu bekommen, helfen sogenannte Urinteststreifen aus der Apotheke weiter. Sie liefern in kurzer Zeit Informationen über wichtige Inhaltsstoffe und geben Rückschlüsse auf mögliche Erkrankungen.

Der Teststreifen misst im Urin die Konzentration von:

  • Leukozyten (weiße Blutkörperchen)

  • Erythrozyten (rote Blutkörperchen)

  • Eiweiß

  • Ketonen (Abbauprodukt von Fettsäuren)

  • Glucose (Zucker)

  • sowie den pH-Wert

Welche Aussagen trifft der Urin-Schnelltest?

Der Schnelltest besteht aus einem Streifen mit verschiedenen Feldern, die sich bei Kontakt mit Urin verfärben. Bei der Auswertung sieht der Nutzer anhand unterschiedlicher Farbabstufungen, wie sein Urin zusammengesetzt ist. Ein hoher Zuckergehalt kann zum Beispiel auf Diabetes hinweisen, auch viele Ketone können ein Zeichen für zu wenig Insulin sein. Sind viele Werte auffällig verändert, ist ein Arztbesuch ratsam.

Urin dunkel gefärbt: Was macht der Arzt?

Der Arzt, ein Urologe oder Nephrologe, nimmt eine Urinprobe ab und untersucht sie zunächst mithilfe eines Teststreifens. Anschließend wird in der Probe unter einem Mikroskop nach Bestandteilen gesucht, die nicht in den Urin gehören. Das können z.B. Bakterien sein, die auf einen Harnwegsinfekt schließen lassen. Manchmal ist es auch sinnvoll, die Harnstoffkonzentration zu messen. Dafür sammelt der Patient 24 Stunden lang seinen Urin in bestimmten Behältnissen. Die Analyse gibt Rückschlüsse auf die Filterleistung der Nieren.

Urin ist dunkel: Behandlung richtet sich nach Ursache

Bei den zwei häufigsten krankheitsbedingten Ursachen für dunklen Urin, der Erkrankung der Leber und Gallenblase, wird der Patient mit entsprechenden Medikamenten behandelt. Treten Schmerzen beim Wasserlassen auf und diagnostiziert der Arzt eine Entzündung, verschreibt er ein Antibiotikum. Dagegen werden Gallensteine meist mit einer OP oder Spiegelung entfernt, zu einem späteren Zeitpunkt häufig auch die Gallenblase, da Gallensteine ein wiederkehrendes Problem sind.

Oft ist der Grund für die Dunkelfärbung allerdings harmlos und auf einen Flüssigkeitsmanagel zurückzuführen. Täglich auf seine Flüssigkeitszufuhr zu achten, ist ratsam. Zudem sollte bei dunklem Urin auf einen gesunden Lebensstil ohne viel Alkohol und vermeidbare Medikamente gelegt werden.