Druck auf den Ohren wegbekommen: So geht's

Michelle Kröger

Ob im Flugzeug, im Fahrstuhl oder beim Tauchen: Druck auf den Ohren ist äußerst unangenehm und in einer solchen Situation ist der Wunsch nach Erlösung meist groß. Doch wie genau gelingt es, den Ohrendruck wegzubekommen? Wir erklären es Ihnen.

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Inhalt
  1. Welche Ursachen hat Druck auf den Ohren?
  2. Mögliche Ursachen von Ohrendruck
  3. Erkältung und Druck auf den Ohren
  4. Tipps: Druck auf den Ohren kurzfristig wegbekommen
  5. Druckausgleich bei Babys und Kleinkindern
  6. Druck auf den Ohren durch Ohrenschmalz
  7. Ohrendruck geht nicht weg – was nun?
 

Welche Ursachen hat Druck auf den Ohren?

Ohrendruck kann unterschiedliche Ursachen haben. Doch wie kommt es überhaupt zum Druck auf den Ohren? Dabei wird die sogenannte Ohrtrompete (Eustachische Röhre) nicht störungsfrei belüftet. Oder anders gesagt: der Druckausgleich zum Mittelohr läuft nicht fehlerfrei ab. Bei Medizinern ist dann die Rede von einer Belüftungsstörung oder Tubenventilationsstörung. Dazu kann es kommen, wenn die Ohrtrompete nicht öffnet, geschwollen oder blockiert ist.

Das kleine Verbindungsstück, eine Art Röhre, zwischen Mittelohr und Rachenraum ist also für die Belüftung sowie den Druckausgleich in den Ohren zuständig. Im Normalfall öffnet sich die Ohrtrompete beim Schlucken oder Gähnen und Luft kann hindurchtreten.

Doch durch bestimmte Umstände ist die Ohrtrompete auf unsere aktive Mithilfe angewiesen. Ansonsten kann sie ihre Aufgabe nicht erfüllen. Zum Beispiel im Flugzeug oder beim Tauchen. In diesen Situationen kann die Röhre den Druckunterschied nicht mehr richtig ausgleichen. Ohne Luftaustausch kann es zu einem Unterdruck im Ohr kommen und das Trommelfell kann sich gegen das Innenohr pressen. Die Folge: ein unangenehmes (manchmal auch schmerzhaftes) Druckgefühl im Ohr. Allerdings handelt es sich auch häufig um einen meist harmlosen Ohrenschmalzpfropf, der Ohrendruck hervorruft.

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Mögliche Ursachen von Ohrendruck

In den meisten Fällen handelt es sich um eine Nebenwirkung einer Höhenveränderung – etwa in der Luft, in den Bergen oder unter Wasser. Diese Auslöser können Druck auf den Ohren bewirken:

  • Höhe: Veränderungen der Höhe kann sich durch Druck auf den Ohren bemerkbar machen. Zum Beispiel beim Tauchen, beim Fliegen, beim Wandern in den Bergen oder beim Fahrstuhlfahren.
  • Infektionen: Erkrankungen wie eine Erkältung, ein Atemwegsinfekt oder eine Mittelohrentzündung können unter anderem auch Druck in den Ohren auslösen.
  • Allergien: Während einer Allergie können Schleimhäute anschwellen und die Schleimproduktion fördern. Dadurch kann die Funktion der Ohrtrompete gestört werden.
  • Anatomie: Wer zu enge Ohrtrompeten hat, der kann unter Umständen stärker auf Situationen mit Druckunterschieden reagieren als andere Menschen – besonders beim Landeanflug im Flugzeug. Bei einer verschlossenen Ohrtrompete kann sich im Mittelohr zusätzlich Sekret ansammeln, welches dann gegen das Trommelfell drückt und Ohrenschmerzen oder Ohrendruck verursacht. Sollte das Sekret längere Zeit an dieser Stelle verbleiben, so kann dies eine Mittelohrentzündung hervorrufen. Da die Ohrtrompete bei Kindern noch nicht voll entwickelt ist, haben häufig Kinder mit diesem Problem zu kämpfen. Doch auch eine Nasenscheidewandverkrümmung kann zu Ohrendruck führen. Auch eine ständig geöffnete Ohrtrompete (auch: Syndrom der klaffenden (offenen) Tube) kann die Ursache sein.
 

Erkältung und Druck auf den Ohren

Nicht selten ist eine Erkältung der Grund für den lästigen Ohrendruck. Ja, auch ein normaler Schnupfen (Rhinitis) kann ein unangenehmes Druckgefühl in den Ohren bewirken. Auslöser sind in diesem Fall die geschwollenen Schleimhäute. Selbiges ist auch bei Allergien möglich. Infolge einer Mittelohrentzündung kommt es bei Kinder unter 10 Jahren ziemlich oft zu einem sogenannten Paukenerguss (akuter Tubenkatarrh). Es sammelt sich Sekret bzw. Flüssigkeit in der Paukenhöhle, einem Hohlraum des Mittelohrs, an. Das führt zu Ohrendruck und Schwierigkeiten beim Hören. 

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Tipps: Druck auf den Ohren kurzfristig wegbekommen

In den meisten Fällen tritt der Ohrendruck nur temporär auf und lässt nach kurzer Zeit von selbst wieder nach. Doch beispielsweise im Flugzeug kann es sein, dass die menschliche Ohrtrompete etwas Nachhilfe beim Druckausgleich benötigt. Diese zwei Funktionstests können dabei helfen, den Ohrendruck loszuwerden:

  1. Valsalva-Manöver: Lassen Sie den Mund geschlossen und halten Sie sich dabei die Nase zu. Jetzt versuchen Sie, währenddessen auszuatmen.
  2. Toynbee-Manöver:  Lassen Sie den Mund geschlossen und halten Sie sich auch hierbei die Nase zu. Jetzt versuchen Sie, währenddessen mehrmals zu schlucken.

Bei diesen Manövern bzw. Tests sollten sich funktionierende Ohrtrompeten wieder öffnen. Meistens merken Betroffene das durch ein Knackgeräusch im Ohr. Doch sollten Sie mit einer Erkältung im Flugzeug sitzen, reichen diese Manöver nicht aus. Abschwellende Nasensprays können dann Hilfe leisten und das Trommelfell (schlimmstenfalls) vor Rissen schützen. Wenden Sie das Spray eine halbe Stunde vor dem Start bzw. vor der Landung an.

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Druckausgleich bei Babys und Kleinkindern

Natürlich können Kleinkinder und vor allem Babys nicht selbst eines der beschriebenen Druckausgleich-Manöver durchführen. Auch, weil ihre Körperfunktionen noch nicht voll funktionstüchtig sind. Dennoch können Sie als Eltern mithelfen – vor allem im Flugzeug. Geben Sie Ihrem Kind während Start und Landung etwas zu trinken. Durch das ständige Schlucken öffnet sich die Ohrtrompete und der Druckunterschied kann ausgeglichen werden.

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Druck auf den Ohren durch Ohrenschmalz

Druck auf den Ohren kann jedoch auch mit angesammelten Ohrenschmalz im Ohr zusammenhängen. Ein HNO-Arzt kann den überschüssigen Ohrenschmalz bzw. Ohrenschmalzpfropf entfernen und so dabei helfen, dass der Ohrendruck wieder verschwindet.

 

Ohrendruck geht nicht weg – was nun?

Sollte der Ohrendruck längere Zeit auftreten und nicht mehr verschwinden, ist ein Besuch beim Hals-Nasen-Ohrenarzt empfehlenswert. Dieser kann unter Umständen mithilfe einer Nasen- und Ohrenspiegelung die Ursache herausfinden. Auch ein Hörtest kann aufschlussreich sein und zusätzlich auf eventuelle Hörprobleme aufmerksam machen.

Ständiger Druck auf den Ohren kann mit einer permanenten Belüftungsstörung der Ohrtrompete zusammenhängen. Nicht nur Ohrendruck und Hörprobleme können die Folge sein, sondern auch die Selbstreinigung des Mittelohrs läuft nicht reibungslos ab. Erreger können leichter eindringen, sich vermehren und eine chronische Mittelohrentzündung bewirken. Funktionelle Tubenverschlüsse können jedoch behandelt werden – etwa nach dem Verfahren der Ballondilatation. Dabei wird die Stelle in der Ohrtrompete mithilfe eines Katheters gedehnt. So kann sich der Ohrendruck lösen und Betroffene können wieder besser hören.

Ärzte empfehlen manchmal auch die Behandlung mit einem Cortison-Nasenspray, wenn der Ohrendruck nicht weggeht.

Wenn die Tipps nicht ausreichen um den Druck auf den Ohren wegzubekommen, sollte in jedem Falle ein HNO-Arzt zurate gezogen werden.

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