Drogen-Report: So süchtig sind die Deutschen

Jugendliche feiern, trinken und rauchen
23.267 Kinder und Jugendliche landeten 2013 mit einer Alkoholvergiftung im Krankenhaus © Fotolia

110.000 vorzeitige Todesfälle aufgrund von Nikotinsucht, mehr als 23.000 Jugendliche wegen „Komasaufens“ im Krankenhaus – der Drogen- und Suchtbericht 2015 der Bunderegierung zeigt, wie es um die Suchtprobleme der Deutschen steht.

 

Tabak fordert die meisten Todesopfer

Rauchen ist laut Bericht der Bundesregierung das „größte vermeidbare Gesundheitsrisiko in Deutschland“ – jährlich sind rund 110.000 frühzeitige Todesfälle auf Tabakkonsum zurückzuführen. In dem Report heißt es: „Mehr als die Hälfte aller regelmäßigen Raucherinnen und Raucher stirbt vorzeitig an einer Herz-Kreislauf-Erkrankung, an Lungenkrebs oder einer anderen Atemwegserkrankung. Jeder zweite dieser vorzeitigen Todesfälle tritt bereits im mittleren Lebensalter ein und wäre völlig vermeidbar.“

 

Alkohol: Zweithäufigster Grund für Klinikaufenthalt

9,5 Millionen Menschen konsumieren hierzulande Alkohol „in gesundheitlich riskantem Ausmaß“, heißt es in dem Report der Bundesregierung. Für 74.000 Todesfälle ist die Volksdroge demnach jährlich verantwortlich. „Psychische und Verhaltensstörungen durch Alkohol“, darunter Alkoholvergiftungen, waren 2013 nach einer Herzinsuffizienz der zweithäufigste Grund für Krankenhausaufenthalte in Deutschland. Besonders Kinder und Jugendliche landen häufig wegen „Komasaufens“ in der Klinik: 23.267 Patienten zwischen zehn und 20 Jahren waren es 2013, davon waren 71 Prozent laut Bericht noch keine 18 Jahre alt.

Negative Entwicklungen sind laut Bericht die wachsende Verbreitung von Crystal Meth und Amphetaminen sowie die zunehmende Verharmlosung von Cannabis. Dazu kommt die steigende Zahl der Menschen, die abhängig von Medikamenten wie Schmerzmitteln sind.

 

Lebensgefährliche „Legal Highs“

Ein weiteres Problem: Die wachsende Zahl einer neuen Form von Designerdrogen, die fälschlicherweise als „Legal Highs“ bezeichnet wird. Darunter versteht man Rauschsubstanzen, die als legale Produkte wie Badesalze, Kräutermischungen, Pflanzendünger oder Lufterfrischer getarnt in Onlineshops, bei kleinen Händlern oder direkt an Konsumenten verkauft werden. In dem Bericht heißt es: „Dabei wird fälschlicherweise der Eindruck vermittelt, sie seien ungefährlich und gesundheitlich unbedenklich. Tatsächlich aber zieht der Konsum teilweise schwere Folgen nach sich: Die Symptome reichen von Übelkeit, heftigem Erbrechen, Herzrasen und Orientierungsverlust über Kreislaufversagen, Ohnmacht, Lähmungserscheinungen und Wahnvorstellungen bis hin zum Versagen der Vitalfunktionen.

 

Positive Tendenzen

Doch es gibt auch Lichtblicke: Die Zahl der Nikotinabhängigen geht in Deutschland stetig zurück: Von 28 Prozent im Jahr 1999 ist er bis 2014 auf 24,5 Prozent gesunken. Besonders bei jungen Menschen kommt der Tabak langsam aus der Mode: So lag 2014 erstmals die Raucherquote bei Kindern und Jugendlichen unter zehn Prozent.

Neue Aufklärungsprojekte der Bundesregierung befassen sich mit den Themen E-Zigaretten und E-Shishas bei Jugendlichen, Crystal Meth und Glücksspielsucht.

Hamburg, 22. Mai 2015

Das könnte Sie auch interessieren
Themen
Copyright 2018 praxisvita.de. All rights reserved.