Dreitagefieber: Ursache und Behandlung

Dr. med. Nadine McGowan Fachärztin für Kinder- und Jugendmedizin

Dreitagefieber bei Kindern ist eine typische Viruserkrankung, die in den ersten drei Lebensjahren auftritt. Dreitagefieber ist ansteckend, auch Erwachsene können sich infizieren. Woher kommt es – und wie wird es behandelt? Die Antworten kennt Kinderärztin Dr. Nadine McGowan.

Dreitagefieber bei Kindern ist weit verbreitet. Erwachsene bekommen Dreitagefieber selten. Meist sind Kleinkinder bis zum Alter von drei Jahren von der Krankheit, die auch Exanthema subitum oder Roseola infantum genannt wird, betroffen. 

 

Dreitagefieber bei Baby und Kindern – was ist das?

Ursache für das Dreitagefieber sind bestimmte Herpesviren. Bei einer Ansteckung bricht plötzlich sehr hohes Fieber von mindestens 39 Grad Celsius, meist aber sogar über 40 Grad Celsius aus, das etwa drei bis fünf Tage, manchmal auch zwei bis acht Tage anhält. Beim Dreitagefieber sind Fieberkrämpfe möglich, weil das Fieber plötzlich und hoch ansteigt. Dies betrifft etwa acht Prozent der Kinder mit Dreitagefieber. Weitere Symptome wie Schnupfen oder Husten fehlen in der Regel.

Sind die Eltern von Herpes betroffen, sollten sie in der akuten Phase unbedingt darauf verzichten ihr Kind zu küssen
Baby & Kleinkind Herpes bei Kindern – wie gefährlich ist das eigentlich?

Nachdem das Fieber abgeklungen ist, erscheint beim Dreitagefieber ein Ausschlag der Haut (Exanthem), der in folgenden Bereichen auftritt:

• Rücken 
• Brust 
• Bauch 
• Gesicht 
• Nacken 

Der Ausschlag kann leicht erhaben sein, die einzelnen Flecken können sich stellenweise zu größeren Flecken vereinen und von Juckreiz begleitet werden. Innerhalb weniger Tage verschwindet der Ausschlag beim Dreitagefieber von alleine wieder. Danach ist von einer lebenslangen Immunität auszugehen.

Großaufnahme eines Knies mit blutigen Hautabschürfungen
Selbstbehandlung Wunden heilen am besten an der Luft? 5 Mythen über Wundheilung

 

Wie verläuft Dreitagefieber bei Erwachsenen?

Dreitagefieber bei Erwachsenen tritt nur selten auf, da sie zumeist bereits seit der Kindheit immun sind. Bei einem geschwächten Immunsystem, zum Beispiel durch eine HIV-Erkrankung oder nach einer Organtransplantation, kann es allerdings zu einer Reaktivierung kommen. Die Symptome ähneln dann einer Mononukleoseinfektion (Pfeiffer`sches Drüsenfieber) mit stark geschwollenen Halslymphknoten und ausgeprägten Halsschmerzen. Erwachsene mit Dreitagefieber halten es oft für eine Grippe.

 

Wie sieht beim Dreitagefieber die Behandlung aus?

Kinder mit Dreitagefieber werden vor allem mit Medikamenten zur Fiebersenkung, wie Paracetamol oder Ibuprofen behandelt. Wichtig ist dabei die maximale Tagesdosis: 

Paracetamol sollte nicht häufiger als alle sechs Stunden verabreicht werden, bei einer Überdosierung drohen schwere Leberschäden. 
Ibuprofen sollte sogar nur alle acht Stunden gegen Fieber oder Schmerzen eingesetzt werden und – da es vor allem über die Niere ausgeschieden wird – nur dann, wenn das Kind noch ausreichend trinkt. 

Beide Medikamente werden mit maximal zehn Milligramm pro Kilogramm Körpergewicht berechnet, das heißt, ein zwölf Kilogramm schweres Kind darf maximal viermal 120 Milligramm Paracetamol beziehungsweise dreimal 120 Milligramm Ibuprofen in 24 Stunden bekommen. Da beide Medikamente unterschiedlich wirken, können sie auch problemlos abwechselnd gegeben werden. Erwachsene mit Dreitagefieber können höhere Dosierungen, entsprechend der Packungsbeilage, einnehmen.

Mädchen liegt mit Teddy im Bett und hustet
Kindergesundheit Warum Hustenstiller für Kinder nachts gefährlich sind

 

Ist Dreitagefieber ansteckend?

Dreitagefieber ist ansteckend. Es handelt sich dabei um eine Virusinfektion, die durch Tröpfcheninfektion, also beim Husten, Niesen oder Sprechen übertragen werden kann. Hat ein Kind oder Baby Dreitagefieber, ist es allerdings nur solange ansteckend, bis das Fieber abgeklungen ist und der Hautausschlag beginnt. Dreitagefieber bei Kindern kann also auch auf Erwachsene übergehen, falls sie es nicht selbst als Kind hatten. 

Das könnte Sie auch interessieren
Themen
Copyright 2021 praxisvita.de. All rights reserved.