Dreitagefieber – Wie gefährlich ist das eigentlich?

Kinderärztin Dr. Nadine Hess
Expertin Dr. Hess: „Bei einer Ansteckung mit Dreitagefieber bricht plötzlich sehr hohes Fieber (mindestens 39°C, meist aber sogar über 40°C) aus, das sich mit Fiebermitteln aber gut senken lässt.“ © privat

Was tun, wenn Ihr Kind urplötzlich hohes Fieber mit 40°C und mehr bekommt, ohne weitere Symptome zu zeigen? Wie gefährlich das Dreitagefieber wirklich ist, erklärt Kinderärztin Dr. Nadine Hess.

 

Dreitagefieber: Das sagt die Kinderärztin Nadine Hess:

Beinahe jedes Kind trifft es im Laufe der Zeit: Es erkrankt am sogenannten Dreitagefieber – auch Exanthema subitum oder Roseola infantum genannt. Meist sind Kleinkinder bis zum Alter von drei Jahren betroffen. Ursache für das Dreitagefieber ist das Humane-Herpes-Virus-6 (HHV-6), seltener auch das Humane-Herpes-Virus 7 (HHV-7). Bei einer Ansteckung bricht wahrscheinlich nach etwa 2-4 Tagen plötzlich sehr hohes Fieber (mindestens 39°C, meist aber sogar über 40°C) aus, das sich mit Fiebermitteln wie Paracetamol oder Ibuprofen gut senken lässt. Mehr kann und muss bei Dreitagefieber nicht getan werden.

Bitte achten Sie jedoch unbedingt auf die maximale Tagesdosierung. Paracetamol sollte nicht häufiger als alle 6h verabreicht werden, bei einer Überdosierung drohen schwere Leberschäden. Ibuprofen sollte sogar nur alle 8 Stunden gegen Fieber oder Schmerzen eingesetzt werden und, da es vor allem über die Niere ausgeschieden wird, nur dann, wenn das Kind noch ausreichend trinkt. Beide Medikamente werden mit maximal 10 mg/kg berechnet, das heißt ein 12 kg schweres Kind darf maximal 4x120mg Paracetamol, beziehungsweise 3x120 mg Ibuprofen in 24 Stunden bekommen. Wenn Sie sich an die Dosierangaben im Beipackzettel halten, kann nichts passieren. Da beide Medikamente unterschiedlich wirken, können sie auch problemlos abwechselnd gegeben werden.

 

Mögliche Komplikationen des Dreitagefiebers: Fieberkrämpfe

Meist leidet das Kind durch das Dreitagefieber ohnehin verhältnismäßig schwach, weitere Symptome wie Schnupfen oder Husten fehlen in der Regel. Nach drei Tagen klingt das Fieber so plötzlich wie es gekommen ist wieder ab und es zeigt sich mit Ende des Fiebers ein Ausschlag (=Exanthem), vor allem an Bauch und Rücken. Der Ausschlag kann leicht erhaben sein, die einzelnen Flecken können sich stellenweise zu größeren Flecken vereinen und ein Juckreiz auftreten. Dagegen hilft Lotio Alba aquosa (rezeptfrei in der Apotheke), eine Zinkschüttelmixtur, die den Juckreiz stillt und antientzündlich wirkt. Tragen Sie die Lotion 2-3mal täglich mit einem Wattepad auf die betroffenen Hautstellen auf und lassen Sie die Lotion trocknen. Innerhalb weniger Tage, ob mit oder ohne Lotion, verschwindet das Exanthem von alleine wieder. Danach ist von einer lebenslangen Immunität auszugehen.

Seltene, aber mögliche Komplikationen des Dreitagefiebers sind eine Enzephalitis (=„Entzündung“ des Gehirns) und Fieberkrämpfe[1]. Möglicherweise kommen diese beim Dreitagefieber durch den plötzlichen hohen Temperaturanstieg etwas häufiger als bei anderen Infekten vor.

 

Erwachsene nur selten vom Dreitagefieber betroffen

Erwachsene erkranken nur selten am Dreitagefieber, da sie zumeist bereits seit der Kindheit immun sind. Bei einem geschwächten Immunsystem, zum Beispiel durch eine HIV-Erkrankung oder nach einer Organtransplantation, kann es allerdings zu einer Reaktivierung kommen. Die Symptome ähneln dann einer Mononukleoseinfektion („Pfeiffer`sches Drüsenfieber“) mit stark geschwollenen Halslymphknoten und ausgeprägten Halsschmerzen.

Video: 7 Tipps gegen Fieber

 

[1] Ward KN at al. 2005: Human herpesvirus-6 and -7 each cause significant neurological morbidity in Britain and Ireland. Arch Dis Child. 2005 Jun; 90(6):619-23

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