Dreimonatskoliken selbst heilen

Stephanie Pingel
Schreibaby
Wenn eine Mutter glückliche sozialen Beziehungen hat, mindert sich laut einer neuen Stadie das Risiko, dass das Baby Dreimonatskoliken hat © iStock

Wenn Mütter unzufrieden mit ihren sozialen Beziehungen sind, erhöht sich laut einer neuen Studie die Wahrscheinlichkeit für Dreimonatskoliken beim Baby. PraxisVITA erklärt, was dagegen hilft und wie gestresste Mütter sich am besten entspannen können.

Wenn das Baby ständig schreit, kommen gerade frischgebackene junge Eltern oft schnell an ihre Grenzen. Passiert das besonders in den ersten drei Monaten häufig, ist das Baby aber meist nicht krank, sondern hat die sogenannte Dreimonatskolik. Dabei schreien die Kinder besonders viel, ohne dass ein ersichtlicher Grund erkennbar wäre. Forscher der Pennsylvania State University in den USA haben nun eine mögliche Ursache entdeckt: Demnach scheint es eine Rolle zu spielen, wie glücklich die Mutter mit ihren sozialen Beziehungen ist. Die Ergebnisse veröffentlichten sie im Magazin Child: Care, Health and Development.

 

Beziehung zum Vater besonders wichtig

Für die Studie wurden 3.006 Mütter zwischen 18 und 35 Jahren während und nach der Schwangerschaft untersucht und befragt. Die Probandinnen sollten angeben, wie glücklich sie generell mit der Beziehung zu ihrem Partner sind und inwieweit sie sich von diesem und anderen sozialen Kontakten wie Freunden und Familie unterstützt fühlen. 11,6 Prozent der Frauen berichteten, dass ihr Baby die Dreimonatskolik hat. Als die Wissenschaftler die Daten verglichen, stellte sich heraus, dass das Risiko für Schreibabys bei Müttern, die bei der Betreuung große Unterstützung von ihrem Partner hatten und in ihrer Beziehung glücklich waren, deutlich geringer war. Auch bei Müttern, die Hilfe durch Freunde und Familie hatten, war die Wahrscheinlichkeit für die Dreimonatskolik geringer. Was in diesem Zusammenhang auch für die Forscher überraschend kam: Am niedrigsten war das Risiko für ein Schreibaby bei Single-Müttern. Die betroffenen Frauen berichteten, dass sie zwar keinen Partner zur Unterstützung hatten, dafür aber generell viel Hilfe aus ihrem sozialen Umfeld.

 

Liebe macht den Unterschied

„Selbst ohne Partner kann eine Mutter viele glückliche soziale Beziehungen haben. Und diese wirken sich positiv auf das Baby aus“, fasst Studienautorin Kristen Kjerullf, die als Professorin für Gesundheitswissenschaften an der Pennsylvania State University lehrt, die Ergebnisse zusammen. Daraus ließe sich auch ein einfacher Ratschlag für gestresste Mütter ableiten: Nehmen Sie Hilfe an, wenn sie angeboten wird. Denn wer bei der Kinderbetreuung entlastet wird, hat mehr Zeit für sich – und das ist einer der Schlüssel, um Stress zu reduzieren. Studien zeigen, dass beispielsweise kurze Meditationssitzungen à 20 Minuten den Stresslevel senken können – auch bei Anfängern! Wie das funktioniert, erfahren Sie im Artikel „Meditieren – so geht´s!“.

 

Was hilft gegen Dreimonatskoliken?

Experten vermuten, dass Reizüberflutung bei Babys mit der Dreimonatskolik eine große Rolle spielt. Daher sollten Eltern auf einen geregelten Alltag achten: Bringen Sie das Kind beispielsweise stets zur selben Zeit ins Bett und geben Sie ihm bei der Fütterung so viel Zeit, wie es eben braucht. – in einer möglichst ruhigen Umgebung. Schreiende Babys beruhigen sich meist, wenn sie nah am Körper gehalten und etwas herumgetragen werden. Auch leises Summen und Singen kann helfen. Noch mehr Tipps finden Sie im Artikel „Dreimonatskolik: Wenn das Baby ständig schreit.“.

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