Donovanosis: Warnzeichen der „fleischfressenden“ Geschlechtskrankheit

In Großbritannien häufen sich Fälle der Donovanosis – einer „fleischfressenden" Geschlechtskrankheit, die die Genitalien zerstören kann. Oft wird die Erkrankung zu spät diagnostiziert, weil die Infektion zunächst unauffällig verläuft. Doch an diesen Symptomen lässt sich die Donovanosis früh erkennen.

Illustration von Bakterien
Ist die Erkrankung weit fortgeschritten, zerstört die Donovanosis Gewebe an den Genitalien Foto: iStock_image_jungle

Es hört sich an wie aus einem Horrorfilm: Bakterien, die sich in die Haut fressen, eitrige Geschwüre hervorrufen und die Genitalien zerstören. Die sogenannte Donovanosis ist eine Geschlechtskrankheit, von der die meisten Menschen noch nie etwas gehört haben. Die Symptome sollte man jedoch kennen – denn die Donovanosis breitet sich derzeit in Europa aus.

„Fleischfressende“ Geschlechtskrankheit breitet sich in Europa aus

Dass die Donovanosis hierzulande weniger bekannt ist, liegt daran, dass sie bisher überwiegend in Asien, Afrika und Australien aufgetreten ist. Das ändert sich nun aber: Großbritannien meldet immer mehr Infektionen, besonders unter Männern zwischen 30 und 40 Jahren. Generell sind von der ansteckenden Erkrankung mehr Männer als Frauen betroffen. Die Donovanosis wird durch das Bakterium Klebsiella granulomatis beim Geschlechtsverkehr übertragen – jedoch nicht über Körperflüssigkeiten, sondern über direkten Hautkontakt.

Der Name der Krankheit geht auf ihren Entdecker, den Tropenarzt Charles Donovan, zurück. Er beschrieb die Donovanosis erstmals 1905.

Donovanosis: Diese Symptome treten auf

Eine Infektion mit Donovanosis verläuft zu Beginn unauffällig – die Symptome erscheinen harmlos. Denn die Erkrankung macht sich zunächst nur durch Juckreiz an den Genitalien bemerkbar. In der Folge entstehen im Genital- und Analbereich kleine Entzündungen in Form von roten Knoten oder Papeln. Diese verursachen aber keine Schmerzen und heilen von selbst wieder ab.

Jedoch ist die Erkrankung damit nicht überstanden, sondern fängt danach erst richtig an: Dort, wo die Entzündungen waren, bilden sich bis zu tellergroße eitrig-blutige Geschwüre – meist auf den inneren Schamlippen und auf dem Penis. Unbehandelt schwellen die Geschwüre an und zerstören letztendlich das Gewebe. Aus diesem Grund wird Donovanosis auch als „fleischfressende“ Geschlechtskrankheit bezeichnet.

Folgeschäden durch späte Behandlung

Mittels eines Abstrichs und Gewebeproben wird die Donovanosis nachgewiesen. Behandelt wird die Geschlechtskrankheit mit Antibiotika; die Entzündungen heilen dadurch vollständig ab. Allerdings ist die medikamentöse Behandlung nur in einem frühen Stadium wirksam. Ist die Erkrankung bereits weiter fortgeschritten, ist in manchen Fällen ein chirurgischer Eingriff notwendig, da die Geschwüre zu Vernarbungen und Verengungen im Genitalbereich wie etwa der Harnröhre oder des Analkanals führen können.

Nach überstandener Erkrankung bildet sich keine Immunität aus, sodass man sich immer wieder infizieren kann. Vor der Donovanosis kann man somit nur mit einem Kondom schützen.

Quelle:

Donovanosis, in: tropeninstitut.de