DNA-Sonnencreme: Dauerhafter Sonnenschutz?

Stephanie Pingel Medizinredakteurin
Sonnenbaden
Ein neu entwickelter DNA-Film schützt die Haut besonders wirksam und langanhaltend vor UV-Strahlung © iStock

Forscher haben einen DNA-Film entwickelt, der die menschliche Haut umso stärker vor UV-Strahlung schützt, je länger er aufgetragen ist. Ständiges Nachcremen könnte dadurch bald der Vergangenheit angehören.

Wer den ganzen Tag am Strand in der Sonne liegt, kommt um häufiges Eincremen nicht herum: Mindestens alle zwei Stunden sollte der Sonnenschutz erneuert werden – wenn man zwischendurch baden war, sollte man sich sogar direkt neu eincremen. Doch damit könnte es bald vorbei sein: Forscher der Birmingham University haben einen DNA-Film entwickelt, der die Haut umso stärker vor UV-Strahlung schützt, je länger er aufgetragen ist. Die Ergebnisse der Untersuchung wurden im Magazin Scientific Reports veröffentlicht.

 

Einmal eincremen – den ganzen Tag geschützt?

„Das bedeutet, wenn der DNA-Film eingesetzt wird, wirkt er als Sonnenschutz immer besser, je länger man sich in der Sonne aufhält“, so Guy German, Studienautor und Assistenzprofessor für biomedizinische Wissenschaft an der Birmingham University. Und noch einen Vorteil bietet der DNA-Film: Er kann Wasser deutlich besser speichern als menschliche Haut, wodurch das Gewebe langanhaltend mit Feuchtigkeit versorgt wird. Wird die Haut schutzlos der UV-Strahlung ausgesetzt, trocknet sie normalerweise aus, entwickelt Sonnenbrand und wird anfälliger für Pigmentstörungen. Zusätzlich erhöht sich das Risiko für Hautkrebs.

 

Wie funktioniert der DNA-Film?

Der durchsichtige DNA-Film legt sich schützend über die Haut und fängt UV-Strahlung, die sonst die DNA in der menschlichen Haut zerstört, ab. Dass dieser Schutz stärker wird, je länger die UV-Strahlung anhält, überrascht auch die Forscher, die viel Potenzial in ihrer Entdeckung sehen. „Zum einen könnte man den DNA-Film als direkten Sonnenschutz verwenden, der optisch auch noch vollkommen unauffällig ist. Zum anderen bewahrt er die Haut vor sonnenbedingten Gewebeschäden und hält sie länger feucht“, erklärt German. Der DNA-Film soll nun in großangelegten klinischen Langzeitstudien auf seine Effektivität bei menschlicher Haut getestet werden.

 

Wie viel Sonne ist gut für mich?

Sonnenlicht ist grundsätzlich sehr wichtig: Denn nur durch die Sonneneinstrahlung ist der menschliche Körper in der Lage, lebensnotwendiges Vitamin D zu bilden, das für Stoffwechselvorgänge benötigt wird und unser Immunsystem stärkt. Bei einem Mangel an Vitamin D steigt das Risiko für Krankheiten wie Diabetes, Depression und Krebs. Wie lange wir jedoch in der Sonne bleiben können, hängt in erster Linie von unserem Hauttyp ab: Bei roten Haaren, heller Haut und Sommersprossen sollten wir uns nicht länger als zehn Minuten ohne Schutz dem Sonnenlicht aussetzen. Mehr Informationen dazu, wie viel Zeit Sie mit welchem Hauttyp in der Sonne verbringen können und was Sie außerdem über gesundes Sonnenbaden wissen sollten, erfahren Sie im Artikel „10 Tipps für Sonnenbaden ohne Risiko.“

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