Divertikulitis – wenn Divertikel sich entzünden

Rund die Hälfte der deutschen Bevölkerung ist von Ausstülpungen der Darm-Schleimhaut, sogenannten Divertikeln, betroffen. Drei Experten erklären exklusiv bei Praxisvita, wie sich durch richtige Vorsorge-Maßnahmen eine ernsthafte Erkrankung vermeiden lässt!

Dr. med Dietrich Hüppe Gastroenterologe, Herne
Dr. med Dietrich Hüppe Gastroenterologe, Herne© privat
 

Zur Vorbeugung empfiehlt der Gastroenterologe

"Ausbuchtungen des Dickdarms verursachen zumeist keine Beschwerden. In manchen Fällen treten jedoch Komplikationen auf (Divertikulitis). Hierbei handelt es sich um eine Entzündung der Ausbuchtungen mit Schmerzen im linken Unterbauch, Durchfall, Verstopfung oder auch Fieber. Dann sind der Hausarzt, der Gastroenterologe oder ein Chirurg gefordert. Die Divertikulitis wird mit Schmerz-Mitteln, den Darm entkrampfenden Medikamenten, Stuhl-Regulierung und eventuell Antibiotika behandelt.

Bei schweren Entzündungen, z. B. im Fall einer Bauchfell-Entzündung oder beim Platzen eines Divertikels, ist eine Not-Operation erforderlich.

Richtige Ernährung beugt vor. Ballaststoffreiche Kost, Müsli oder Haferflocken statt Weißbrot, zudem Obst und Gemüse, auch ausreichend Flüssigkeit sind zu empfehlen. Übermäßiges Pressen beim Toiletten-Gang sollte vermieden werden. Bewegung und Normalgewicht sind anzustreben."

Renate Rathmann Heilpraktikerin, Hamburg
Renate Rathmann Heilpraktikerin, Hamburg© privat
 

Zur Vorbeugung empfiehlt die Heilpraktikerin

"Empfehlenswert ist eine Stuhl-Diagnostik. Anhand der Werte aus dem Labor lässt sich feststellen, ob sich Parasiten, schädliche Hefepilze oder Bakterien im Darm befinden. Fehlen bestimmte, nützliche Bakterien können sie zugeführt werden. Dadurch kommt die Darmflora wieder in Balance.

Zur Ernährung: viel Gemüse und Obst, möglichst wenig Fleisch und zuckerhaltige Lebensmittel. Eine Verstopfung ist bei Divertikeln zu vermeiden. Hilfreich, um die Verdauung anzuregen, sind Heilpflanzen wie Löwenzahn, Mariendistel, Artischocke und Curcuma (Gelbwurz). Viel trinken ist wichtig, möglichst reines Wasser, ohne Kohlensäure.

Ratsam ist auch Bewegung: z. B. Schwimmen oder Übungen, um die Bauchmuskeln zu trainieren. Tägliche Massagen am Dickdarm helfen.

Um die Ursachen der Divertikel-Erkrankung zu klären, berücksichtigen Heilpraktiker bei der Behandlung auch die Vorgeschichte sowie Begleit-Erkrankungen des Patienten."

Dr. W. Schiedermair Glocken-Apotheke, Würzburg
Dr. W. Schiedermair Glocken-Apotheke, Würzburg© privat
 

Zur Vorbeugung empfiehlt der Apotheker

"Die vor allem bei älteren Menschen auftretenden Divertikel sind prinzipiell harmlos. Sie können sich aber entzünden. Dann muss zwingend ärztlich behandelt werden, weil schwere Komplikationen bis hin zum Darm-Durchbruch möglich sind. Besser ist es, eine Entzündung im Vorfeld zu verhindern.

Nahrungsreste, die lange im Darm verweilen, fördern Entzündungen. Weicher Stuhl beschleunigt die Darm-Passage. Die einfachste Methode hierfür: ausreichend Flüssigkeit sowie Obst, Gemüse, Vollkorn-, aber auch Milchprodukte essen. Zudem gibt es aus der Apotheke vielfältige Hilfe: Flohsamen-Schalen, Lactulose, und Quellmittel führen ebenfalls zu einem weichen und voluminösen Stuhl. Ergänzend kann eine Sanierung der Darmschleimhaut und eine Optimierung der Darmflora von Vorteil sein. Manchmal bessert sich die Situation dann auch auf Dauer. Parallel dazu ist regelmäßige Bewegung von Vorteil. Ihre Apotheke vor Ort kann Sie hierzu individuell beraten."

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