Divertikulitis: Was tun, wenn's im Bauch grummelt?

Ältere Frau mit Bauchschmerzen
Divertikel, Ausstülpungen im Dickdarm, sind bei Personen über 60 Jahre keine Seltenheit. Entzünden sie sich jedoch, müssen sie dringend behandelt werden. Man spricht dann von einer Divertikulitis © shutterstock

Warum leiden immer mehr Menschen unter Darmproblemen, wie einer Divertikulitis? Mediziner glauben, dass es an unserer Lebensweise liegt: fettiges Essen, zu wenig Bewegung, zu viel Stress. Folge: Immer häufiger grummelt es im Bauch. Was man gegen die unterschiedlichen Erkrankungen tun kann, erfahren Sie bei Praxisvita.

 

Divertikulitis

Etwa 40 Prozent der Menschen über 60 Jahre haben Divertikel. Das sind Ausstülpungen im Dickdarm. Wenn die sich entzünden, spricht man von einer Divertikulitis. Symptome sind starke Schmerzen im linken Unterbauch, oft begleitet von Fieber oder Blutungen. Im schlimmsten Fall kann daraus ein Darmverschluss oder -durchbruch entstehen. Divertikel selbst müssen nicht behandelt werden. Bei einer Entzündung helfen Auflagen mit Eispackungen oder Antibiotika. In schweren Fällen wird der betroffene Darmabschnitt operativ entfernt. Ballaststoffreiche Ernährung und der Abbau von Übergewicht kann das Risiko von Divertikeln senken.

 

Darmpilze

Bei der Hälfte der Bevölkerung lässt sich der Hefepilz Candida albicans im Darm nachweisen. Normalerweise macht er keine Probleme. Erst wenn die Körperabwehr geschwächt ist, zum Beispiel durch Diabetes, Infektionskrankheiten oder eine Antibiotika-Therapie, kommt es zu Beschwerden. Diese können auch durch Bewegungsmangel, zuckerreiche Ernährung und Genussgifte ausgelöst werden. Typische Symptome: Blähungen mit Völlegefühl und Schmerzen. Da Pilze im Darm durch Gärung Kohlendioxid und Fuselalkohole bilden, kann auf Dauer die Leber geschädigt werden. Behandelt wird die Erkrankung mit Antipilz-Präparaten (Wirkstoff Nystatin) und dem Verzicht auf Süßigkeiten.

 

Durchfall

Eigentlich ist Durchfall keine Krankheit, sondern ein Symptom. Er kann durch eine Nahrungsunverträglichkeit wie Laktose-Intoleranz und Zöliakie (Überempfindlichkeit gegen Inhaltsstoffe vieler Getreidesorten) oder einen Infekt ausgelöst werden. Je nach Ursache werden Medikamente oder Hausmittel, zum Beispiel Heilerde oder geriebener Apfel, zur Behandlung eingesetzt.

 

Blähungen

Die Ursache ist meist eine vermehrte Gasproduktion im Darm durch Mikroorganismen. Aber häufig sind Blähungen nur ein Zeichen dafür, dass man etwas Falsches gegessen hat. So lösen zum Beispiel Zwiebeln, Kohl und Bohnen vermehrt "Darmwinde" aus. Trotzdem können Blähungen Schmerzen und Völlegefühl verursachen. Hausmittel wie Tees mit Fenchel, Kümmel und Anis sowie eine warme Wärmflasche auf dem Bauch wirken Wunder.

 

Hämorrhoiden

Das sind krampfaderähnliche Erweiterungen in der Schleimhaut des Analbereichs. Ursachen sind unter anderem chronische Verstopfung, Entzündungen, Bindegewebsstörungen. Aber auch Bewegungsmangel fördert ihre Entstehung. Je nach Schweregrad behandelt man Hämorrhoiden mit Salben und Sitzbädern oder entfernt sie operativ unter Narkose.

 

Darmspiegelung kann Leben retten

Jedes Jahr erkranken 70 000 Menschen in Deutschland an Darmkrebs, 30000 sterben daran – erschreckende Zahlen! Dabei ließen sich schwere Erkrankungen und Todesfälle vermeiden, wenn jeder zur Vorsorge gehen und eine Darmspiegelung vornehmen lassen würde. Dadurch können bösartige Veränderungen früh erkannt und behandelt werden. Die Darmspiegelung ist die wichtigste Untersuchung bei der Darmkrebsvorsorge.

Doch nicht nur Krebstumore, auch Polypen, die bösartig werden können, entdeckt der Arzt bei der Spiegelung und kann sie gleich entfernen. Darmkrebs ist so die bislang einzige bösartige Tumorerkrankung, die man durch Vorsorgeuntersuchungen nicht nur früh erkennen, sondern verhindern kann. Alle sollten deshalb ab dem 55. Lebensjahr die Untersuchung durchführen lassen. Die Krankenkassen übernehmen die Kosten. Risiko-Patienten, dazu gehören Menschen, deren Eltern, Großeltern, Onkel oder Tante an der Krankheit gestorben sind, müssen allerdings zehn Jahre früher zum Arzt. Doch viele haben vor dieser Untersuchung Angst. Dabei ist die Darmspiegelung völlig schmerzfrei. Der Patient bekommt eine Kurzzeitnarkose, so dass er von dem Eingriff gar nichts merkt. Das einzig Unangenehme: die Vorbereitung. Man muss am Tag zuvor mehrfach Abführmittel nehmen, damit der Darm völlig entleert ist.

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