Dinkel: Wie gesund ist er?

Dinkel gilt als gute Alternative zu herkömmlichem Weizen. Er soll mehr Vitamine und Mineralstoffe besitzen und wesentlich verträglicher sein. Und das, obwohl auch Dinkel zur Gattung des Weizens gehört. Doch warum ist Dinkel so gesund und ist er wirklich gesünder als Weizen? Und wie sieht es mit dem Glutengehalt aus?

Holzschaufel und Holdschale sind mit Dinkelkörners befüllt und liegen mit einer kleinen Decke auf einem Holztisch
Dinkel ist für Allergiker eine gesunde Alternative Foto: iStock/karisssa

Warum Dinkel so gesund ist

Dinkel gilt als gesund, aber warum eigentlich? Die Antwort darauf erhält man, wenn man das Getreide mit herkömmlichem Weizen vergleicht. Dinkel und herkömmlicher Weizen liegen recht nah beieinander. Deshalb sind auch die Inhaltsstoffe ähnlich. Der Gehalt von Vitaminen und Mineralstoffen, die Getreide wie Dinkel gesund machen, sind nur unwesentlich höher als bei Weizen. Die Unterschiede sind so gering, dass sie kaum über die natürlichen Schwankungen hinausgehen.

Die Frage ist auch, ob diese Unterschiede bei unseren Essgewohnheiten heutzutage überhaupt zum Tragen kommen. Einzig bei Eiweiß kann Dinkel punkten. Dabei ist der Gehalt wesentlich höher als bei Weizen. Dinkelbrot oder -brötchen vom Discounter oder Back-Shop weisen allerdings häufig überhaupt keinen Unterschied zu Weizenbrötchen auf.

Im Geschmack ist Dinkel etwas vollmundiger als herkömmliches Weizen, was bei Brötchen und Brot durchaus ein positiver Aspekt ist. Den Geschmack des Kuchens oder der Plätzchen kann er dadurch aber verfälschen. Dinkelmehl gibt es übrigens in drei verschiedenen Typen: Dinkelmehl 630, außerdem Type 812 und Type 1050. Die Zahl gibt an, wie viel Mineralstoffe im Mehl enthalten sind.

Bei der Ernte ist die Menge nicht ansatzweise so hoch wie bei normalem Weizen. Deshalb wurde er lange Zeit von der Industrie links liegen gelassen. Erst in den letzten Jahren erlebt der gesunde Dinkel eine Renaissance und wird wieder häufiger angebaut. Allerdings liegen die Preise höher.

Ist Dinkel jetzt gesünder als Weizen?

Dinkel ist trotz der geringen Unterschiede eine gesunde Alternative zu herkömmlichem Weizen. Genau wie Dinkel selbst ist auch Dinkelmehl gesünder als herkömmliches Weizenmehl. Dinkel besitzt nicht nur einen etwas höheren Anteil an Nähr- und Inhaltsstoffen, sondern es ist auch wesentlich verträglicher als herkömmlicher Weizen.

Wie viele Gluten enthält Dinkel?

Immer mehr Menschen leiden an einer Glutenunverträglichkeit und sind auf der Suche nach Alternativen. Gerade deshalb wird auch oft zu Dinkel gegriffen, weil es von vielen Menschen besser vertragen wird als herkömmlicher Weizen. Aber: Auch Dinkel enthält Gluten, sogar mehr als herkömmlicher Weizen.

Allerdings fehlt Dinkel ein bestimmtes Gluten, und zwar das Protein Omega-Gliadin (ω-Gliadin). Dieses ist oftmals für die allergischen Reaktionen bei Unverträglichkeit verantwortlich. Bei einer schweren Glutenunverträglichkeit hilft das nicht. Denn ω-Gliadin ist nicht der einzige Auslöser für die Nebenwirkungen. Leidet jemand unter einer schweren Unverträglichkeit, so ist auch Dinkel nicht gesund als Alternative.

Quellen:

Miedaner, Thomas; Longin, Friedrich (2012): Unterschätzte Getreidearten – Einkorn, Emmer, Dinkel & Co., Clenze: Agrimedia/Erling Verlag

Wenn Brot Beschwerden macht, in: pharmazeutische-zeitung.de

Hildegard von Bingen: Renaissance eines Lebensstils, in: pharmazeutische-zeitung.de

Ein bisschen Gluten ist schon zu viel, in: pharmazeutische-zeitung.de