Dieses Symptom sollten Frauen ernst nehmen

Verena Elson
Anhaltende Blähungen und ein angeschwollener Bauch können Hinweise auf Eierstockkrebs sein
Anhaltende Blähungen und ein angeschwollener Bauch können Hinweise auf Eierstockkrebs sein © iStock/apomares

Starke und anhaltende Blähungen können ein Anzeichen von Eierstockkrebs sein. Eine britische Hilfsorganisation warnt jetzt: Die Mehrheit der Frauen ist sich dessen nicht bewusst und würde mit Blähungen nicht zum Arzt gehen - dabei steigen die Überlebenschancen enorm, wenn der Krebs frühzeitig erkannt wird.

Nur 34 Prozent der 1.142 befragten Frauen gaben bei einer Umfrage des britischen Meinungsforschungsinstituts YouGov an, dass sie mit anhaltenden Blähungen zum Arzt gehen würden. Dabei können starke, anhaltende Blähungen (nicht kommend und gehend) ein Anzeichen von Eierstockkrebs sein, warnt die britische Hilfsorganisation "Target Ovarian Cancer". Experten der NHS (staatliches Gesundheitssystem in Großbritannien und Nordirland) raten allen Frauen, die an den meisten Tagen der vergangenen drei Wochen Blähungen hatten, zum Arzt zu gehen.

 

Welche Symptome verursacht Eierstockkrebs außerdem?

Das Tückische an Eierstockkrebs ist, dass er im Anfangsstadium keine Beschwerden verursacht. Zunächst haben Eierstocktumore durch ihre Lage im Körper viel Platz, um unbemerkt zu wachsen. 

Treten die ersten Symptome auf, ist der Tumor meist schon eine Weile gewachsen oder hat bereits Metastasen im Bauchraum gebildet - darum ist es besonders wichtig, möglichst frühzeitig zum Arzt zu gehen um im Ernstfall schnell mit der Behandlung beginnen zu können. 

Bei diesen Symptomen sollten Frauen außerdem wachsam sein: 

Leiden Frauen an einer Kombination mehrerer dieser Symptome, sollten sie direkt ihren Frauenarzt aufsuchen. Sind die Blähungen das einzige Symptom, ist der Hausarzt zunächst die richtige Adresse - denn hinter Blähungen können zahlreiche unterschiedliche Ursachen stecken, von denen die meisten harmlos sind.

 

Blähungen - diese Ursachen können außerdem dahinterstecken

Eine dieser Ursachen ist eine gestörte Darmflora, zu der es beispielsweise nach einer Antibiotika-Therapie kommen kann. Die Mikroorganismen im Darm haben unter anderem die Aufgabe, Gas abzuführen - fehlen diese Mikroorganismen, wird zu wenig Gas abgeführt und der Bauch ist aufgebläht. Treten die Blähungen in Folge einer Antiobiotika-Behandlung auf, kann es darum schon ausreichen, Probiotika einzunehmen, die die Darmflora wieder aufbauen.

Zudem können Nahrungsmittelunverträglichkeiten wie eine Laktose- oder Fruktoseintoleranz hinter den Blähungen stecken. Diese werden mit einem speziellen Atemtest diagnostiziert: Bevor und nachdem der Patient ein Getränk mit Laktose oder Fruktose zu sich genommen hat, wird der Wasserstoffgehalt in seiner Atemluft gemessen - denn dieser gibt Aufschluss darüber, ob der Körper das jeweilige Nahrungsmittel gut verstoffwechseln kann oder ob eine Unverträglichkeit vorliegt.

Per Blut- und Stuhlprobe werden Entzündungswerte gemessen und der Arzt kann beispielsweise feststellen, ob ein Bakterien- oder Parasitenbefall hinter den Blähungen steckt. Zudem kann er eine Darmspiegelung durchführen - mittels entnommener Gewebeproben lassen sich Erkrankungen wie Zöliakie oder Darmtumoren ausschließen.

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