Dieser Venen-Detektor zeigt den schnellsten Weg zu Ihrem Blut

Der Venen-Detektor
Der Venendetektor lässt Gefäße in grünem Licht strahlen. Dadurch soll eine Blutabnahme möglich sein, die schneller, schmerzfreier und unkomplizierter ist © Rotes Kreuz Australien

Die Bluttransfusion ist lebensrettender Bestandteil der modernen Intensiv- und Notfallmedizin. Dennoch herrscht weltweit ein chronischer Mangel an Blutkonserven. Forscher suchen deswegen schon lange nach neuen Wegen, um leichter an unser Blut zu kommen – und haben dazu nun einen vielversprechenden Ansatz gefunden.

Viele Menschen spenden aus einem sehr banalen Grund kein Blut: Sie fürchten die Spritze. Eine israelische Studie aus dem Jahre 2003 zeigt, dass jeder fünfte Erwachsene – und potenzielle Blutspender – Injektionsnadeln nicht nur als unangenehm empfindet, sondern sogar an einer sogenannten Trypanophobie (Angst vor Spritzen) leidet.

 

Noch kein synthetisches Blut in Sicht

Doch solange die Entwicklung eines synthetischen Blutersatzstoffes noch aussteht, sind Ärzte und Chirurgen auf Blutspenden angewiesen. Und um den Einsatz von Nadeln werden Spender dabei auch in Zukunft nicht umhinkommen. Allerdings haben Forscher in Australien nun ein Instrument entwickelt, das die Bereitschaft in der Bevölkerung zur Blutabnahme erhöhen soll: Der Venendetektor.

 

Die Angst vor Spritzen nehmen

Das Gerät, das mit nahinfrarotem Licht – also in einem Infrarot-Frequenzbereich, der für das Auge sichtbar ist – arbeitet, wird derzeit vom Roten Kreuz in Australien getestet. Das Prinzip ist einfach: Die Körperstelle – z.B. die Armbeuge –, an der Blut abgenommen werden soll, wird mit dem Venendetektor bestrahlt. Das sauerstofflose Hämoglobin –  Teilchen im Blut, die den Sauerstoff erst binden sollen – absorbiert das infrarote Licht. Lediglich der grüne Anteil des Lichts wird von den Venen reflektiert. Dadurch lässt sich – einfach gesagt – eine Vene von außen deutlich sichtbar machen.

Der Venen-Detektor soll es dem medizinischen Personal erleichtern eine "gute Vene" zu finden. Die Blutentnahme wird dadurch für den Spender schneller, weniger schmerzhaft und unkomplizierter. Andererseits – und das ist nach Ansicht vieler Experten noch wichtiger – möchte man potenziellen Blutspendern die Angst vor dem gefürchteten Vorgang mit der Spritze nehmen. Das Rote Kreuz in Australien hofft auf diese Weise in Zukunft viele neue Blutspender gewinnen zu können.

Ein weiteres vielversprechender Anwendungsbereich des neuen Venen-Detektors, bezieht sich auf die Behandlung von z.B. älteren Menschen, deren Gefäße ohne Hilfe des grünen Lichts nicht oder nur schwer von außen erkennbar sind.

In Australien wird der neue Videodetektor zurzeit getestet (Video-Sprache: Englisch).

Hamburg, 15. Dezember 2014

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