Diese Strategie soll den Lockdown beenden

Ines Fedder Medizinredakteurin

Jens Spahn und RKI-Chef Lothar Wieler warnen vor zu schnellen Lockerungen, da man sich derzeit in einer „Seitwärtsbewegung“ befände. Dennoch gibt es eine neue Strategie, die den Weg raus aus dem Lockdown ebnen soll!

Inhalt
  1. Spahn zur Corona-Lage: Aktuell in einer Seitwärtsbewegung
  2. Impfungen in den kommenden Wochen verdoppeln
  3. Neue Teststrategie soll Lockdown-Ende möglich machen
  4. Spahn: „Reden uns in eine Negativspirale“

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn und RKI-Chef Lothar H. Wieler warnen vor zu schnellen Lockerungen und vor einer „Negativspirale“. Man stehe vor einem „Wendepunkt“ in der Pandemie und läuft aktuell zunehmend in eine „Seitwärtsbewegung“. Eine neue Teststrategie soll jetzt den Weg raus aus dem Lockdown ermöglichen.

Bei der Bundespressekonferenz zur aktuellen Lage der Corona-Pandemie geben sich Bundesgesundheitsminister Jens Spahn und der Präsident des Robert Koch-Instituts, Lothar Wieler zunehmend verhalten – und warnten vor zu schnellen Lockerungen. 

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Spahn zur Corona-Lage: Aktuell in einer Seitwärtsbewegung

Trotz sinkender Zahlen ist ein weiterer Positivtrend derzeit nicht abzusehen. Vielmehr befinden wir uns derzeit in einer „Seitwärtsbewegung“, erklärt Jens Spahn die aktuelle Lage, die aufgrund der Corona-Mutationen besorgniserregend ist. „Jeder 5. positiv Getestete ist mit B.1.1.7 infiziert“, so der Minister. Auch der Präsident des Robert Koch-Instituts, Lothar H. Wieler bestätigt: „Die bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz geht nicht mehr so stark zurück. In einigen Bundesländern, beispielsweise Thüringen, steigt sie sogar.“ Die Frage ist offensichtlich: Warum bekommen wir das Infektionsgeschehen nicht besser in den Griff?

Ob die gefährliche Mutation B.1.1.7 eine Rolle spielt, könne man abschließend noch nicht sagen, erklärt der RKI-Chef, aber sie sei definitiv ansteckender und gefährlicher. Seine Befürchtung: Er erwarte in den kommenden Wochen mehr Ausbrüche – auch unter jüngeren Menschen. „Das Virus hat einen Boost erhalten und macht große Sprünge. Und da dürfen wir nicht rückwärtsgehen“, sagt der Experte. 

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Impfungen in den kommenden Wochen verdoppeln

Ein Weg aus der aktuellen Krisensituation ist die Impfung, die aufgrund von Engpässen allerdings noch eine Weile brauchen wird, bis sie einen starken Unterschied in der breiten Bevölkerung machen kann. Klaus Holetschek, bayerischer Staatsminister für Gesundheit und Pflege, kann jedoch festhalten: „Neuinfektionen in Bayern in Alten- und Pflegeeinrichtungen sind bereits jetzt schon drastisch zurückgegangen.“


„Wir werden in den nächsten Wochen die Impfungen verdoppeln müssen“, kündigt daher auch Gesundheitsminister Jens Spahn an. Er bekräftigt noch einmal: „Wir haben drei sichere und wirksame Impfstoffe.“ Mit Johnson & Johnson wird bald ein vierter Impfstoff dazukommen.

 

Neue Teststrategie soll Lockdown-Ende möglich machen

Ein weiterer wichtiger Punkt im Kampf gegen das Coronavirus wird die neue Teststrategie sein. Durch kostenlose Schnelltests in den Zentren für alle ab dem 1. März und durch den Einsatz von sogenannten „Laientests“, die ebenfalls ab Anfang März zugelassen und dann in Apotheken, Drogerien und Discountern verkauft werden sollen, gehe man einen weiteren entscheidenden Schritt in der Pandemie-Bekämpfung.
„Schnelltests und die Selbsttests können helfen, den Weg raus aus dem Lockdown zu ebnen“, betont der Gesundheitsminister, der sich dennoch auch klar ist, dass „wie immer, wenn etwas startet“, es auch zu „lokalen Engpässen“ kommen kann. Es werden aber aktuell deutlich mehr Schnelltests angeboten als nachgefragt. „Wir können noch mehr testen und das ist genau das, was wir im März auch vorhaben.“ Die sogenannten „Laientests“ sollen in der Breite und natürlich auch günstig zur Verfügung gestellt werden. 

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Spahn: „Reden uns in eine Negativspirale“

Angesprochen auf den internationalen Vergleich, bei dem Deutschland bei den Testungen derzeit nicht vorne mitmischt, warnt Spahn vor zu viel Negativität. „Wir reden uns in eine Negativspirale.“ Man sei nicht schlecht durch diese schwierige Phase gekommen. 

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Wir alle haben es selber in der Hand, appelliert Lothar H. Wieler vom Robert Koch-Institut noch einmal. Die Maßnahmen, die wir bereits kennen, wirken auch gegen die Virusmutationen. Mit den Schnell- und Laientests und der flächendeckenden und kostenlosen Verfügbarkeit ab 1. März kommt eine weitere, wichtige Maßnahme hinzu, die einen Wendepunkt in der Pandemiebekämpfung darstellen könnte.

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