Diese Schmerzmittel sollten Sportler nicht nehmen

Carolin Banser
Schmerzmittel beim Sport
Schmerzmittel wie Ibuprofen können sich negativ auf das Muskelwachstum auswirken © istock

Immer mehr Athleten greifen vor Wettkämpfen zu Schmerzmitteln, um den Einsatz schmerzerträglicher zu gestalten und die Leistung anzukurbeln. Ob Schmerzmittel die Muskelmasse wirklich erhöhen und von welchen Arzneistoffen Sportler besser die Finger lassen sollten, lesen Sie hier.

Nicht nur bei Teilnehmern eines Wettkampfs sondern auch bei Hobbysportlern gehören Schmerztabletten häufig zur Trainingsroutine. Einige Athleten nutzen sie, um die Schmerztoleranz zu steigern. Manche von ihnen nehmen sie, um Kraft aufzubauen und leistungsfähiger zu werden. Besonders beliebt ist der Arzneistoff Ibuprofen aus der Gruppe der sogenannten Nicht-steroidalen Entzündungshemmer (NSAR). Diese Medikamente – darunter auch Acetylsalicylsäure (ASS) und Naproxen – unterdrücken zum einen die Bildung von Schmerz-Botenstoffen.

Zum anderen soll die Einnahme von Ibuprofen während eines Krafttrainings Veränderungen in den Muskeln anregen, die den Stoffwechsel des Muskels verbessern. Dieser intramuskuläre Vorgang macht es dem Körper möglich, mehr neue Proteine in den Muskeln einzulagern und so zu wachsen.

 

Ibuprofen hemmt den Muskelaufbau

Eine neue Studie brachte jetzt jedoch andere Ergebnisse. Forscher des Karolinska Instituts in Schweden vermuten, dass die langjährige Anwendung von Ibuprofen den Muskelaufbau bei jungen Kraftsportlern hemmt.

Für die Untersuchung wurden Frauen und Männer im Alter zwischen 18 und 35 Jahren in zwei Gruppen eingeteilt. Die eine Gruppe erhielt über einen Zeitraum von acht Wochen täglich eine relativ hohe Dosis an NSAR (1.200 mg Ibuprofen), der Kontrollgruppe wurde eine relativ niedrige Dosis (75 mg Acetylsalicylsäure) verabreicht.

 

Mit Aspirin trainieren?

Innerhalb dieses Zeitraums absolvierten die Probanden zwei- bis dreimal pro Woche ein Training mit Gewichten. Die Forscher untersuchten anschließend anhand eines MR-Bildgebungsverfahrens bestimmte Variablen, wie Muskelwachstum, Muskelkraft und entzündungshemmende Marker in den Muskeln. Sie fanden heraus, dass nach acht Wochen der Zuwachs an Muskelmasse in der niedrig dosierten Aspirin-Gruppe doppelt so groß war wie in der hochdosierten Ibuprofen-Gruppe.

„Die Ergebnisse sind äußerst interessant, da der Einsatz von entzündungshemmenden Medikamenten gerade bei Athleten und Freizeitsportlern weltweit verbreitet ist", so Tommy Lundberg, Forscher am Karolinska Institut. "Wir haben uns entschieden, die Wirkung von Ibuprofen zu betrachten, da es das am meisten untersuchte entzündungshemmende Medikament auf dem Markt ist. Aber wir glauben, dass hohe Dosen aller Arten von NSARs ähnliche Effekte haben. Unsere Ergebnisse deuten darauf hin, dass junge Menschen, die Krafttraining ausüben, um ihre Muskelmasse zu erhöhen, auf hohe Dosen entzündungshemmender Medikamenten vermeiden sollten."

Die Ergebnisse widersprechen teilweise den Studien mit älteren Probanden, in denen gezeigt wurde, dass entzündungshemmende Medikamente gegen altersbedingten Muskelmassenverlust schützen können. Die schwedischen Forscher gehen davon aus, dass der Mechanismus, der die Muskelmasse reguliert, sich zwischen Alt und Jung unterscheidet.

 

Paracetamol für Sportler

Für diejenigen, die aus Angst vor auftretenden Schmerzen nicht auf Schmerztabletten verzichten können, stellt Paracetamol eine Alternative da. Sportler sollten allerdings darauf achten, dass Paracetamol kein starkes Schmerz­mittel ist, daher wird es oft überdosiert. Die erlaubte Tagesmenge liegt bei vier Gramm.

 

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