Diese Krankheiten lösen Akne aus

Frau mit Akne schaut in den Spiegel
Akne bekommt man nur in der Pubertät? Falsch! Welche Krankheiten Akne auslösen können, lesen Sie hier © Fotolia

Menschen, die von Akne betroffen sind, probieren oft allerlei Salben, Cremes und andere Hausmittel aus. Diese Hausmittel können zwar kurzfristig helfen, doch die unangenehmen Pickel kommen meistens wieder. Wissenschaftler sind jetzt den versteckten Ursachen auf die Spur gekommen.

Die Haut ist das größte Organ unseres Körpers – und sie zeigt uns, wenn etwas in unserem Inneren aus dem Gleichgewicht geraten ist. Neueste Studien weisen jetzt nach, dass in vielen Fällen die Behandlung einer möglicherweise noch unerkannten Krankheit gleichzeitig Akne kurieren könnte. So funktioniert die Haut auch als zuverlässiger Hinweisgeber für versteckte Erkrankungen. Experten erklären, welche Krankheiten für Akne verantwortlich sein können.

 

Polyzystisches Ovarsyndrom (PCOS)

Oft dauert es Jahre, bis diese Erkrankung der Eierstöcke diagnostiziert wird, dabei leidet etwa jede zehnte gebärfähige Frau daran. Ein Zeichen für die Krankheit: Akne. Betroffene Frauen haben oft ein stark erhöhtes Akne-Risiko. Etwa 60 Prozent der erkrankten Frauen leiden darunter, das zeigt eine neue Studie in der Fachzeitschrift JAMA Dermatology. Bei Verdacht sollte ein Arzt mithilfe einer Blutuntersuchung feststellen, ob der Hormonspiegel verändert ist und zu viel männliche Androgene im Körper kreisen. Weitere Symptome sind starker Haarwuchs, Übergewicht und Zyklusstörungen. Zur Behandlung kann bei nicht bestehendem Kinderwunsch die Anti-Baby-Pille eingesetzt werden. Dadurch sollte auch die Akne verschwinden. Bei einem Kinderwunsch kommen andere Medikamente (z. B. Metformin) zum Einsatz.

 

Stress

Unsere Haut reagiert sehr sensibel auf seelische Probleme. Personen, die unter Dauerstress stehen oder mit seelischen Belastungen kämpfen, sind häufiger von Hautunreinheiten oder Akne betroffen. Der Grund: Stress geht im Körper einher mit der Ausschüttung von Hormonen, die den Haut-Stoffwechsel stören: Adrenalin, Cortisol und das männliche Geschlechtshormon Testosteron. Ein Überschuss an Testosteron bringt die weiblichen Zyklushormone aus dem Gleichgewicht. Daher treten Hautunreinheiten bei Frauen im Erwachsenenalter häufig zyklusabhängig auf. Vor den Wechseljahren kommt es bei den Betroffenen meist in der zweiten Zyklushälfte zu einem Akne-Schub. Die beste Behandlung sind persönliche Anti-Stress-Strategien. Hier finden Sie dazu Experten-Tipps.

 

Insulin-Resistenz

Eine aktuelle Studie indischer Wissenschaftler, die kürzlich in der Fachzeitschrift JAMA Dermatology veröffentlicht wurde, belegt, dass Akne-Patienten etwa doppelt so häufig unter einer Insulin-Resistenz und damit einer Diabetes-Ursache leiden wie der Bevölkerungsdurchschnitt. Mehr als ein Fünftel aller Akne-Patienten war betroffen. Die Therapie erfolgt in der Regel mithilfe einer Ernährungsumstellung und von Medikamenten (z. B. Pioglitazon).

Grundsätzlich gilt: Die Ursache von Akne ist in der Regel eine Störung des Hormonhaushalts oder des Haut-Stoffwechsels, wobei beide Ursache durch Krankheiten, Medikamente oder Umwelteinflüsse (Sonne, Allergene) ausgelöst werden können. Daher empfehlen Experten, anhaltende Hautprobleme immer ärztlich abklären und ursächlich behandeln zu lassen.

Hamburg, 28. Dezember 2015

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