Was Ihre Schlafgewohnheiten über Ihr Brustkrebsrisiko aussagen

Verena Elson Medizinredakteurin

Während die "Lerchen" unter uns schon frühmorgens putzmunter sind, schlafen die "Eulen" gerne bis in den Vormittag. Zu welchem dieser beiden sogenannten Chronotypen wir gehören, ist nicht egal: Eine Studie zeigt, dass der Schlaftyp Einfluss auf das Brustkrebs-Risiko von Frauen hat.

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Unser Biorhythmus scheint mit unserem individuellen Krebsrisiko zusammenzuhängen – Frauen, die gerne lange schlafen, haben demnach ein höheres Brustkrebs-Risiko Foto:  iStock/AleksandarNakic

Ob wir gerne früh in den Tag starten und dafür abends früh müde werden oder ob wir eher zu den Nachteulen gehören, ist keine reine Gewohnheitssache – der Chronotyp ist in den Genen festgeschrieben. Sie legen fest, wie unsere innere Uhr tickt und ob wir eher zu den Eulen (Langschläfer) oder zu den Lerchen (Frühaufsteher) gehören.

In den vergangenen Jahren mehrten sich die Hinweise, dass unser Biorhythmus sich auch auf unsere Gesundheit auswirkt. So leiden Eulen etwa häufiger an Stoffwechselstörungen und Herzerkrankungen als Lerchen. Eine 2018 veröffentlichte Studie zeigte sogar, dass Eulen ein höheres Risiko für einen frühzeitigen Tod haben.

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Eulen haben ein höheres Brustkrebs-Risiko

Ein Forscherteam an der University of Bristol (Großbritannien) ging in seiner Studie der Frage nach, ob der Biorhythmus sich auch auf das Brustkrebs-Risiko auswirkt. Dazu griffen die Wissenschaftler auf DNA-Proben von insgesamt rund 410.000 Frauen zurück. Sie betrachteten 341 DNA-Schnipsel, die Einfluss darauf haben, ob wir zu den Frühaufstehern oder den Langschläfern gehören. Auf Basis dieser Daten teilten die Wissenschaftler die Frauen in Eulen und Lerchen ein.

In einem Beobachtungszeitraum von acht Jahren erkrankten in der Eulen-Gruppe etwa zwei von 100 Frauen an Brustkrebs – in der Lerchen-Gruppe war es nur eine von 100. Aus Sicht der Forscher ist das ein sicheres Zeichen dafür, dass der Biorhythmus Einfluss auf das Krebsrisiko hat. Die Studie wurde auf der Jahrestagung 2018 des National Cancer Research Institutes im schottischen Glasgow vorgestellt.

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Ursache noch ungeklärt

Doch wie kommt es zu diesem Zusammenhang? Diese Frage können die britischen Forscher noch nicht eindeutig beantworten. Eine naheliegende Begründung ist, dass Eulen in einer Welt leben, die nach den Bedürfnissen von Lerchen abgestimmt ist – sie sind beispielsweise durch ihre Arbeitszeiten gezwungen, gegen ihren inneren Rhythmus früh aufzustehen.

Die Erklärung könnte aber auch in unserem inneren Taktgeber selbst liegen – dieser könnte etwa den Hormonhaushalt, das Immunsystem oder den Stoffwechsel beeinflussen und sich so auf das Krebsrisiko auswirken.

 

Brustkrebs vorbeugen

Da es nicht möglich ist, den Chronotyp zu „wechseln“, sollten sich Eulen auf andere Maßnahmen zur Brustkrebs-Vorsorge konzentrieren. Neben der regelmäßigen Krebsvorsorgeuntersuchung beim Frauenarzt und dem Abtasten der Brust zu Hause spielt dabei der richtige Lebensstil eine Rolle: So senken regelmäßige Bewegung (wöchentlich 150 Minuten moderate Bewegung oder 75 Minuten anstrengender Sport), ein Rauchverzicht, ein nur moderater Alkoholgenuss (nicht mehr als sieben alkoholische Getränke pro Woche) und Stillen (mindestens sieben Monate) nachweislich das Brustkrebs-Risiko.

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